rbb-Moderator
Andreas Hahn nutzt ICE, RegionalExpress, S-Bahn und die anderen
Öffentlichen
Andreas Hahn war überzeugter Autofahrer - bevor er zu einem
Stammfahrer der Berliner S-Bahn wurde.
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Das
zündende Erlebnis ereignete sich vor vier Jahren:
"Ich war auf der A 9 unterwegs zu meinen Eltern, in
einem Baustellenbereich, wo ich nur 60 Stundenkilometer
fuhr. Plötzlich überschlug sich mein Auto, ich
rutschte in den Straßengraben. Totalschaden. Mir war
zum Glück nichts passiert. In Ordnung, dann soll es
wohl so sein, dachte ich, und lasse es mit einem eigenen
Auto."
Wenn er doch einmal unbedingt ein Auto braucht, nimmt er
einen Mietwagen. Andreas Hahn stieg konsequent auf die Öffentlichen
um, ist heute Besitzer einer Bahncard 50 für die Fernfahrten
und einer Jahreskarte für Berlin ABC:
"Das ist so schön bequem die kaufe ich
einmal und dann fahre ich das ganze Jahr über."
Nun fährt er meist mit der Straßenbahn von zu
Hause zum Hackeschen Markt und steigt hier in die S-Bahn
um. "Die Strecken zum Bahnhof Zoologischer Garten,
Olympiastadion, Potsdam brauche ich am häufigsten.
Manchmal fahre ich auch mit dem RegionalExpress, wenn der
Anschluss klappt, und dann geht's zum Sender." Nach
Babelsberg oder in die Berliner Masurenallee. |
| Andreas
Hahn auf der Brücke der Greifenhagener Straße
mit Zugang zum S-Bahnhof Schönhauser Allee -
hier fahren die Züge als sogenannte Einschnittbahn,
sie ist in das Gelände "eingeschnitten". |
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Die Fahrtroute aus dem Computer -
das klappt immer
So spare ich mir den kompletten Stress mit Staus und nerviger
Suche nach einem Parkplatz, ich kann ganz entspannt Musik hören,
Buch oder Zeitung lesen. Eine Zeitung schafft man bis Potsdam
recht gut. Und ich beobachte Menschen sehr gern. "Wenn er
nicht weiß, wie er am besten zum Ziel kommt, setzt sich
Andreas Hahn rechtzeitig an seinen Computer und ruft sich einen
Tourenplaner auf, gibt das Ziel ein, druckt den Fahrweg aus und
dann ab zur S-Bahn. "Das klappt immer", betont er. Wenn
er unter Alternativen wählen kann, zieht er die S-Bahn beispielsweise
der U-Bahn vor. "Sie ist nicht nur total schnell, sie ist
auch luftiger, selbst, wenn es voll ist. In der U-Bahn weißt
du nie, wo du gerade bist. Und wenn es voll wird, dann ist es
eher ein unangenehmes Gefühl."
Döneressen in der S-Bahn
unappetitlich und übelriechend
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Was würde Andreas
Hahn ändern wollen bei der S-Bahn? "Erstmal festlegen,
dass mehr Abwechslung in die Musikbeschallung zwischen Alex
und Zoo kommt." Doch eigentlich ist Musizieren ohne
Genehmigung laut S-Bahn- Beförderungsbestimmungen nicht
erlaubt.
Die untersagen übrigens auch das von Andreas Hahn wenig
gelittene Döneressen in der S-Bahn, wer damit angetroffen
wird, kann von der Weiterfahrt ausgeschlossen werden. "Mampft
einer solch ein Teil, riecht der ganze Wagen. Und es ist
einfach unappetitlich, wenn die Zwiebelringe beim Abbeißen
hervorquellen, runterfallen und liegen bleiben."
Einen Dreh in der S-Bahn kann sich Andreas Hahn sehr gut
vorstellen. "Auch der RegionalExpress ist für
uns ganz interessant. |
Zum Beispiel mal in Cottbus in den RE 2 einsteigen und auf der
Fahrt nach Berlin im Zug einen Reiselustigen und -willigen finden.
Das Schwierige ist nur, dass der derjenige wohl komplett ohne
Gepäck der Sonne entgegen fliegen müsste."
"Der Sonne
entgegen"
"Der Sonne entgegen" ist eine der populärsten
Sendungen im rbb-Fernsehen,
alle zwei Wochen donnerstags um 21 Uhr.
Das Spiel geht so: Irgendwo in Berlin oder Brandenburg macht
sich Moderator Andreas Hahn bis zu 90 Minuten auf die Suche
nach einem Reiselustigen, der bereit ist, sofort eine geschenkte
Reise anzutreten und in den Süden zu fliegen - der
Sonne entgegen. Eine simple Spielidee, die 1997 vom Start
weg zum überraschenden Fernsehhit beim ORB wurde und
Moderator Andreas Hahn avancierte binnen kurzem zum Fernsehliebling.
"Es muss 1999 oder 2000 gewesen sein, als wir in der
S-Bahn zwischen Wannsee und Potsdam versuchten, einen reiselustigen
jungen Menschen zu finden", erzählt Andreas Hahn,
der die Sendung auch erfand. "Aber das ging damals
leider schief, die hatten alle gerade Prüfung oder
eine ganz wichtige Vorlesung oder die Diplomarbeit am Wickel..."
Dennoch lässt sich sein Verhältnis zur S-Bahn
als ungetrübt bezeichnen. |
Text, Foto: Michael-Peter Jachmann
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03.12.2005 |