Prominente fahren
S-Bahn: Jörg Reuter, Redaktionsleiter des Mosaik
"Die Fahrt mit dem Auto ist viel zu unberechenbar. An der
einen Ecke wird gebaut, an der anderen sind einfach zu viele Autos
unterwegs, so dass es zum großen Teil nur sehr zäh
vorangeht. Das ist einfach verschenkte Lebenszeit und damit auch
Lebensqualität." So begründet Jörg Reuter
seine Entscheidung für die S-Bahn.
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In Hellersdorf
steigt Jörg Reuter erst einmal in die U-Bahn ein und
fährt bis zum S-Bahnhof Frankfurter Allee, wo er in
die Ringbahn umsteigt. Auf dem Nordring noch einmal 25 Minuten
Fahrzeit bis Westend, dazu sieben Minuten Fußweg zur
Mosaik-Redaktion in der Lindenallee so ist er in
knapp einer Stunde am Ziel.
"Während der Fahrt lese ich morgens meistens Zeitungen
und abends ein Buch, sonst würde ich gar nicht dazu
kommen. Dabei vergeht die Zeit wie im Fluge und ich komme
ganz entspannt in der Redaktion an. Nicht auszudenken, ich
hätte schon 70, 80, 90 Minuten Stress im Auto hinter
mir."
Doch für Jörg Reuter gibt es auch handfeste ökologische
Gründe, S-Bahn zu fahren: "Das Auto lebt von fossilen
Brennstoffen, die wir verbrauchen und die der Natur damit
verlorengehen, unwiederbringlich. Sie sollten besser in
der Erde bleiben. Leider kann ich privat wegen der Familie
nicht völlig auf ein Auto verzichten, aber ich habe
extra einen Kleinwagen mit möglichst geringem Verbrauch
gekauft." |
| Jörg
Reuter wartet am S-Bahnhof Frankfurter Allee auf den
Zug nach Westend. |
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Für den Mosaik-Chef gibt es neben solchen handfesten Vernunfts-Gründen
auch andere, sich für die S-Bahn zu entscheiden: "Das
Fahrgefühl in der S-Bahn ist sehr angenehm, gerade in den
neuen Zügen. Ich genieße es und wäre sehr frustriert,
müsste ich den bequemen S-Bahn-Sitz mit dem Autosteuer tauschen."
Für die Dauerhaftigkeit seiner Entscheidung spricht auch,
dass Jörg Reuter per Jahreskarte unterwegs ist. "Ich
bin übrigens nicht der einzige S-Bahn-Stammfahrer beim Mosaik.
Die halbe Redaktion kommt tagtäglich mit der S-Bahn zur Arbeit."
Information
Mosaik-Jubiläen: 50. Geburtstag
und 30 Jahre Abrafaxe

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Das Mosaik ist bis heute das
erfolgreichste, periodisch veröffentlichte deutsche
Comic mit der höchsten Auflage. Es erschien erstmals
am 23. Dezember 1955 mit den drei Kobolden Dig, Dag und
Digedag die Digedags.
Ihr Erfinder Hannes Hegen (eigentlich Johannes Hegenbarth)
beendete 1975 die Zusammenarbeit mit dem DDR-Verlag Junge
Welt und zog sich zurück. Seine ehemaligen Mitarbeiter
unter dem neuen künstlerischen Leiter Lothar Dräger
entwickelten im Herbst 1975 ein neues Konzept für die
Bilderzeitschrift. Er entwarf die Abrafaxe (Abrax, Brabax
und Califax) als neue Helden. Lona Rietschel lieferte die
entscheidenden zeichnerischen Entwürfe.
Seit Januar 1976 bestehen allmonatlich die Abrafaxe neue
Abenteuer, das Dezemberheft (Nr. 360 der Abrafaxe-Reihe)
liegt als Jubiläumsheft vor. Die aktuelle Serie, die
erst im Herbst begann, führt ins Mittelalter. |
Text, Foto: Michael-Peter Jachmann
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