Die Monatskarte bezahlt der Chef

Seit einiger Zeit lese ich gespannt die Artikel in punkt 3 über die S-Bahn- Stammkunden. Ich bin selbst auch einer. Täglich fahre ich von meiner Wohnung im Bezirk Köpenick bis zum Büro im Prenzlauer Berg zur Arbeit.



Das ist das schon mal ein ganz schöner Weg, den ich umweltfreundlich, schnell und preiswert zurücklege. Bis zum S-Bahnhof Prenzlauer Allee bin ich mit der S-Bahn unterwegs, dann noch ein Stück mit der Straßenbahn.

In dem Punkt unterscheide ich mich sicher nicht von den anderen Fahrgästen. Bei mir ist es aber so, dass ein Teil meiner Tätigkeit mit Außendienst zu tun hat. Da ziehe ich dann mit einer Ausrüstung los - immerhin 3,5 Kilogramm schwer, kreuz und quer durch die Stadt, bis nach Frohnau,Spandau oder Reinickendorf.

Wenn ich dann irgendwo hinkomme, wundern sich die Leute immer: "Wie denn, Sie sind mit den Öffentlichen gekommen?" Da sage ich selbstbewusst: "Selbstverständlich, und ich bin nicht langsamer als mit dem Auto. Da kann ich sogar nebenher noch etwas arbeiten, Entspannung gibt's gratis dazu." Die Antwort lautet dann meistens: "Da haben Sie eigentlich recht."
Patrick Tietz


Mein Chef hätte mir für meinen Außendienst sogar ein Auto zur Verfügung gestellt, er fragt mich auch ab und zu, ob alles o.k. ist. Nun hat er mir einen guten Trolly für mein Equipment gekauft und bezahlt mir die Monatskarte AB. Habe ich nicht einen tollen Chef?

Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln kommt man schnell überall hin. Die Netzspinne habe ich sowieso im Kopf. Zur Not trage ich den Stadtplan mit allen Bus- und Bahn-Linien bei mir, dass ich mich orientieren kann. Und selbst wenn mal Bauarbeiten auf einer Strecke stattfinden oder Pendelverkehr, gibt's immer eine Möglichkeit, auf anderem Weg an sein Ziel zu kommen. In einer Stadt wie Berlin ist das kein Problem.

Als ich vor ein paar Jahren von Brandenburg nach Berlin zog, habe ich mein Auto verkauft. Meinen Führerschein nutze ich seitdem nicht mehr. Wozu auch?

Man liest immer, dass sich das Klima verändert, dass unsere Umwelt kaputtgeht durch den Energieverbrauch der Menschen. Man kann doch selbst ein wenig dazu beitragen, dass es nicht noch schlimmer wird. Der Umweltgedanke spielt schon eine große Rolle bei mir.

Aber es ist auch so, dass mir der Gedanke an eine Autofahrt die Schweißperlen auf die Stirn treibt. Diesen ganzen Stress muss ich mir nicht antun. Wenn ich von der Bahn aus die Menschen in den Autos beobachte, kommen sie mir vor wie in Käfige eingesperrt. Ich kann dagegen während der Fahrt entspannen, etwas lesen.

Diese Vorteile möchte ich nicht mehr missen. Auch im Urlaub reise ich so viel stressfreier. Ich plane zum Beispiel im Mai eine Reise nach Nizza. Selbstverständlich mit dem Zug.


Weitere Links zu diesem Thema
-- Informationen zum Fahrplan und Netz der S-Bahn Berlin
28.12.05 Stammkunde Jörg Reuter
14.12.05 Stammkunde Marcel Wagner
03.12.05 Stammkunde Andreas Hahn
03.11.05 Stammkundin Erika Angelbeck

Text:Michael-Peter Jachmann
Foto: D. Ulrich
  17.01.2006

Stammkunde Patrick Tietz: Immer umweltfreundlich unterwegs

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