Was wird wann
und wo bei dem Großprojekt gebaut?
Eine in letzter Zeit immer wieder häufig
gestellte Frage. Wir wollen an dieser Stelle versuchen, etwas
Licht ins Dunkel zu bringen - auch wenn verbindliche Termine nach
wie vor nicht in Sicht sind.

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Der Ausgangspunkt für den Beginn
der Umbauarbeiten ist der erwartete Planfeststellungsbeschluss
des Eisenbahn Bundesamtes. Dieser ist für den Herbst
2006 vorgesehen.
Nach Eingang des Beschlusses können die Arbeiten
nach den kaufmännischen Procederen ausgeschrieben
und Aufträge vergeben werden. Bis dahin werden vor
allem bauvorbereitende Arbeiten ausgeführt. Dazu
gehören noch in diesem Jahr (2006) unter anderem
der Neubau einer provisorischen Fußgängerbrücke
parallel zur bestehenden Brücke, die Verlegung aller
im Baufeld befindlichen Kabel mit dem Bau der dazu notwendigen
Kabelschächte und -wege, der Einbau einer Gleisverbindung
mit zwei Bauweichen westlich des Erkner- Bahnsteiges sowie
die Errichtung eines Containerstellwerkes als Ersatz für
das alte östliche Stellwerk.
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Das Container wird auf dem westlichen Ende des Bahnsteiges D aufgebaut,
voraussichtlich im März des kommenden Jahres in Betrieb gehen.
Von dort aus werden dann alle wesentlichen Bauphasen in unmittelbarer
Nähe des Ostkreuzes gesteuert.
Abriss und Neubau der Kynastbrücke

| Die Kynastbrücke ist als
erstes fällig: Sie wird abgerissen und neu aufgebaut |
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Die eigentlichen Arbeiten werden mit dem
Abriss und Neubau der Kynastbrücke östlich der
Ringgleise beginnen. Die Straßenbrücke muss
für den Neubau der Ringbahnsteige in östliche
Richtung verschoben werden.
Diese Arbeiten wird der Senat von Berlin ab 2007 ausführen.
Parallel dazu werden die alten Ringbahnbrücken der
Fernbahn ausgehoben, um Platz für den Neubau des
Regionalbahnsteiges zu bekommen. Für diese Arbeiten
müssen insgesamt nur kurze Betriebseinschränkungen
in Kauf genommen werden - nämlich immer dann, wenn
alte Brücken ausgehoben, beziehungsweise neue Brücken
eingesetzt werden.
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Ebenfalls parallel zu diesen Arbeiten wird zwischen dem S-Bahngleis
nach und dem Fernbahngleis von Erkner eine erste Stützwand
für die künftigen Ringbahnbrücken errichtet. Dazu
wird der S-Bahnverkehr von und nach Erkner im Bahnhof Ostkreuz
etwa ab April 2007 eingleisig geführt.
Ringzüge ab 2009 auf Fernbahnseite
Da gleichzeitig das Bauvorhaben Schlichtallee in Rummelsburg läuft
(Abschluss voraussichtlich Mitte 2007) sowie in verschiedenen
Baustufen die Bahnbögen zwischen Ostkreuz und Rummelsburg
saniert werden, müssen sich die Kunden ab dem kommenden Jahr
für die Betriebsführung von und nach Erkner auf verschiedene,
eingleisige Streckenabschnitte zwischen Ostkreuz und Betriebsbahnhof
Rummelsburg einstellen.
Der Neubau des oberen Regionalbahnsteiges wird nach dem jetzigen
Zeitplan im Jahre 2009 so weit fortgeschritten sein, dass die
Ringzüge der S-Bahn bauzeitlich an diesem Bahnsteig halten
können. Zu diesem Zeitpunkt beginnen die wesentlichen Einschränkungen
für die S-Bahn:
Die Ringgleise müssen nördlich vom Ostkreuz (in Höhe
des Stellwerkes) an die provisorische Gleisführung auf die
Fernbahnseite verlegt werden. Da mit dieser Gleislage der bestehende
Tunnel für das Ringgleis Ostkreuz- Treptower Park nicht mehr
erreicht werden kann, muss die Gleislage der Fernbahn bis zur
Spreebrücke genutzt werden.
Die Ringzüge der S-Bahn werden also ab etwa 2009 zwischen
Ostkreuz und Treptower Park auf der Fernbahnseite fahren. In der
Folge kann die Verbindung Treptower Park-Warschauer Straße
(die sogenannte Südkurve) nicht mehr bedient werden.
Es entsteht also Baufreiheit für den Neubau des Ringbahnsteiges
S-Bahn, den Neubau der Südkurve und die Sanierung des Tunnels
Ringbahngleis
unter der Südkurve. Der Bauzustand wird bis Ende 2011 andauern
- dann können die Ringzüge am neuen Bahnsteig halten
und ihre angestammte Trasse wieder nutzen. Die Südkurve wird
jedoch erst zwei Jahre später - also mit Beendigung der wesentlichen
Umbauten im Ostwest-Bereich fertig.
Vom Linien- zum Richtungsbetrieb

| Während der gesamten Bauzeit
der Ost-West-Achse müssen die Züge von und
nach Erkner am jetzigen Gleis 3 in Ostkreuz enden |
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Die Arbeiten in der Ost-West- Ebene mit
der Umgestaltung des derzeitigen Linienbetriebs auf einen
Richtungsbetrieb analog des Bahnhofs Westkreuz (alle Züge
stadtauswärts benutzen den derzeitigen Erkner-Bahnsteig;
alle Züge stadteinwärts benutzen den derzeitigen
Lichtenberg- Bahnsteig) werden kompakt in den Jahren 2009
bis 2013 ausgeführt.
Es werden zwei Hauptbauphasen auf der südlichen beziehungsweise
nördlichen Gleisachse der Strecke Warschauer Straße
- Ostkreuz eingerichtet. Je nach Bauphase fahren die Züge
der Stadtbahn auf der baufreien Gleisachse. Dazu sind
vor allem beim Übergang einer in eine weitere Bauphase
erhebliche Betriebsbeeinflussungen zu erwarten, die wir
vor allem auf Wochenenden konzentrieren wollen.
Das gesamte Zugangebot der Strecke ab Lichtenberg bis
zur Stadtbahn kann jedoch in wesentlichen Teilen bestehen
bleiben. Der durchgehende, zweigleisige Betrieb wird zwischen
Ostkreuz und Ostbahnhof stets gewährleistet. Baubedingt
stehen die Wendegleise in Warschauer Straße und
teilweise auch in Ostbahnhof nicht zur Verfügung.
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Einschränkung auf der Strecke
nach Erkner
Eine große Einschränkung muss leider erneut die S 3
hinnehmen. Während der gesamten Bauzeit der Ost-West-Achse
müssen die Züge von und nach Erkner am jetzigen Gleis
3 in Ostkreuz enden. Die Querverbindung während der verschiedenen
Bauphasen zu den Streckengleisen von und nach Lichtenberg würde
mitten durch das Baufeld führen und ist daher nicht möglich.
Eine Verbindung zum Netz der S-Bahn bleibt gewährleistet.
Text: Christian Morgenroth
Fotos: Sven Trojanowski