Den Entwurf für den 1859 fertiggestellten Hafen schuf Peter Joseph Lenné. Das
trichterförmige Hafenbecken diente der Entlastung des Berlin-Spandauer-Schifffahrtskanal und hatte direkte Verbindungen zu den Güterbahnhöfen des
Hamburger und des Lehrter Bahnhofs sowie zum Neuen Packhof. Gleichzeitig
konnten hier 15 Schiffe von 65 m Länge oder 22 Finowkähne mit einer Länge
von 40,2 m abgefertigt werden. Der Hafen gehörte zu einem sehr stark durch
Gewerbe und Industrie geprägten Großstadtviertel.
Bis 1945 war er als Warenumschlagplatz,
Versorgungs- und Transportzentrum einer der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte
der Stadt. Dann wurde der Betrieb eingestellt.Jahrzehntelang verlief später mitten durch das Hafenbecken die Grenze zwischen
Berlin Ost und Berlin West. Nach dem Mauerfall war der Hafen Lagerplatz.
Erst mit dem Bau des Hauptbahnhofs rückte das Gelände wieder in den Blickpunkt
der Öffentlichkeit.
Noch ist der Lennésche Entwurf an den Straßenführungen, der charakteristischen
Form des Hafenbeckens, den Kalksteinufermauern, den befestigten Rampen
sowie vielen Wassertreppen erkennbar. Auch der einmündende Berlin-Spandauer-Schifffahrtskanal besitzt in diesem Abschnitt noch seine ursprünglichen
Ufermauern.
Vom Zug ins Wassertaxi
03.07.2008
Mit dem neuen Berliner
Hauptbahnhof rückte auch
seine Umgebung, der Humboldthafen,
ins Blickfeld. Stadtplaner
und Architekten, die sich mit der
Zukunft der Gegend beschäftigen,
kommen
zu Wort.
Eigentlich
ist uns Peter
Joseph Lenné
ja eher als
Schöpfer wunderschöner
Landschaftsparks
bekannt.
Doch auch als Stadtplaner
hat er sich einen Namen
gemacht. Berlin verdankt ihm
beispielsweise den Landwehrkanal,
den Berlin-Spandauer-Schifffahrtskanal und eben
den Humboldthafen. Und wer
genau hinschaut, sieht an Letzterem
noch heute ein durchgängiges
Schaffensprinzip
Lennés – Sichtachsen. Die ersten
Planungen für das Lehrter
Stadtquartier waren das Ergebnis
eines städtebaulichen
Wettbewerbs: ein Projekt mit
einer geschlossenen Umbauung
des Humboldthafens. Das
führte schon in dem Wettbewerb
selbst zu sehr kontroversen
Diskussionen.
Blick über den Humboldthafen zum Hauptbahnhof charismatische Adresse werden. Gäste und Anwohner sollen in das Hafenbecken blicken können, Mieter sollen
sich über ruhige, grüne Innenhöfe freuen. Fahrgastschiffe und Wassertaxis werden anlegen, Geschäfte und viele Restaurantplätze unter Arkaden laden zu Müßiggang und Genuss ein. Es soll ein Bauensemble entstehen, das der neuen
Berliner Mitte ein weiteres Juwel hinzufügt.
Annalie Schoen Leiterin des Hauptstadt-
referates Senatsverwaltung
für Stadtentwicklung
Das erste Baufeld ist verkauft, weitere Ausschreibungen des Liegenschaftsfonds, der die Flächen im Auftrag der Stadt anbietet, wird es noch in diesem Jahr geben.
Das Investoreninteresse an diesen Flächen in exzellenter Lage ist groß.
Auf der anderen Seite des Hauptbahnhofs plant bereits das Unternehmen Vivico ein weiteres, urbanes Stadtquartier mit zukunftsorientierten Nutzungsmischung mit Büros, Wohnungen und Geschäften, darunter ein 100-Meter-Hochhaus.
Seit dem Bau des neuen Hauptbahnhofs und der nahen Fanmeile zur Fußball-WM 2006 hat sich die Wahrnehmung dieses Lehrter Stadtquartiers ernorm verändert. Die Nähe des Regierungsviertels tut ein Übriges. Wann allerdings alles fertig sein wird, kann ich noch nicht sagen, das hängt auch von den Entscheidungen der Investoren ab und vom Bau der S 21.
Sie soll ja langfristig den nördlichen S-Bahn-Ring über den Hauptbahnhof und den Potsdamer Platz mit dem südlichen S-Bahn-Ring verbinden. Da der Teilabschnitt am Hauptbahnhof in offener Bauweise geplant ist, muss unter dem Europaplatz erst alles fertig sein, ehe auf der südwestlichen Seite des Humboldthafens gebaut werden kann.
Mobilität ist und bleibt eben eins der wichtigsten Argumente für Käufer und Mieter. Das wohl wichtigste Entwicklungsvorhaben Berlins der nächsten Jahre soll alle Wünsche erfüllen. Und das braucht auch seine Zeit.
Humboldthafen, städtebaulicher Entwurf Ungers/Winkens, 2008
Aus der Geschichte des Humboldthafens
Historischer Vogelschauplan, 1928
Weitere Links im Internet
- S-Bahn Berlin: Informationen zum Hauptbahnhof
- Senatsverwaltung für Stadtentwicklung
- Liegenschaftsfond Berlin - Humboldthafen Berlin
- Vivico - Immobiliengesellschaft
Foto: David Ulrich
Grafiken: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung


