Fahrplanauskunft







Erweiterte Suche
Sitemap Impressum

News - Stadtumbaugebiet Schöneberg - Südkreuz, neuer Motor im Süden Berlins

Viel Wirtschaft, viel Grün, viel Lebensqualität

14.08.2008

Martina Pirch, Leiterin des
Referats Städtebauliche
Entwicklungsmaßnahmen
und Stadtumbau.
Südkreuz, der zweitgrößte Bahnhof Berlins, liegt in einem zukunftsträchtigen Stadt-
umbaugebiet. Über die Pläne des Senats und der Bezirke für das Areal berichtet Martina Pirch.

Veränderungen in der Wirtschaftsstruktur und der demografische Wandel haben dazu geführt, dass sich Berlin seit 2002 am Bund-Länder-Programm „Stadtumbau“ beteiligt. Im Westteil der Stadt betrifft das fünf Gebiete, im Ostteil acht. Dabei geht es uns darum, fehl- oder schlecht genutzte Flächen oder Brachen so aufzubereiten, dass sie für Investoren interessant werden.

Die öffentliche Hand geht also in Vorleistung und löst damit private Investitionen aus.
Für die fünf Stadtumbaugebiete im Westteil Berlins werden im Jahr 2008 dazu 15 Millionen Euro bereitgestellt, für Schöneberg-Südkreuz sind es 3,56 Millionen. Viel Steuergeld!

Doch die Erfahrungen an anderer Stelle zeigen, es ist gut investiert. Auf den vorbereiteten Flächen lassen sich Unternehmen nieder, die ihre Chancen in der Hauptstadt suchen, die Geld und Arbeitsplätze nach Berlin bringen.

Ich bin sicher, dass das Gebiet um den Bahnhof Südkreuz – ist es erst einmal aus seinem Dornröschenschlaf geweckt – ein hervorragender Standort für diese sehr willkommenen neuen Nutzer ist. Das Areal hat eine exzellente Verkehrsanbin-
dung mit dem Bahnhof Südkreuz als den zweitgrößten Berliner Bahnhof, von dem zukünftig Shuttlezüge zum Flughafen BBI fahren werden, mit drei Anschlussstellen an die Stadtautobahn und mit der Citynähe. Nur 3 km sind es bis zum Potsdamer Platz.

Um den denkmalgeschützten Gasometer entsteht ein
„Europäisches Energieforum“.
Das ehemalige Gasag-Gelände, das zu großen Teilen unter Denkmalschutz steht, wurde bereits mit dem riesigen, weithin sichtbaren Gasometer verkauft.

Es ist an eine Nutzung als „Europäisches Energieforum“ gedacht. Ansiedeln sollen sich nach den Vorstellungen des Investors und der Stadt Fachbereiche von Universi-
täten, Betriebe der Energiewirtschaft und Hotels.

Direkt am Bahnhof Südkreuz und für Bahnfahrer gut sichtbar, steht der markante, ebenfalls denkmalgeschütz-
te Backsteinbau der ehemaligen „General-Pape-Kaserne“.

Hier stellen wir uns eine Nutzung als Gewerbe- und Kulturkaserne mit Ateliers, Werkstätten, Ausstellungs- und Veranstaltungsflächen vor. Über einen direkten Zugang zum Bahnhof besteht schon heute Anschluss an S-Bahn- und Fernverkehr.

Die sogenannte „Schöneberger Linse“ liegt zwischen den Bahnhöfen Südkreuz und Schöneberg, zwischen Stadt-
autobahn, Sachsendamm und Bahngleisen und ist somit optimal an den Verkehr angebunden.

Hier hat sich unlängst eine Interessengemeinschaft von Grundstückseigentümern gegründet, die „IG Südkreuz“. Deren Ziel ist es, mit gemeinsamen Maßnahmen die Entwicklungschancen des Areals zu erhöhen.

Wir unterstützen das nachdrücklich und fördern die Aktivitäten dieses freiwilligen Verbundes zwei Jahre lang. Geplant sind in enger Verbindung mit dem angrenzenden Bahnhof Südkreuz vielfältige Nutzungen – Dienstleistungen, Handel, Gastronomie, Wohnen. Der Tempelhofer Weg soll zwischen den Bahnhöfen Südkreuz und S-Bf. Schöneberg Boulevard-
charakter bekommen. Wir hoffen, dass Synergien genutzt werden. Der „Flaschenhals“, ein Gebiet zwischen Gleisdreieck, Yorck-, Duden- und Kolonnenstraße, wird vorwiegend von Wohngebieten begrenzt.

Mitten hindurch verlaufen die Gleise von Fern-, Regional- und S-Bahn mit dem neuen S-Bahnhof Julius-Leber-Brücke. Ein großer Park soll das Gebiet bestimmen, was auch die angrenzenden Wohngebiete aufwertet. Der Park nimmt u.a. einen Abschnitt des Radfernweges Berlin-Leipzig auf und eine Museumsbahnstrecke, die ein neues Areal des Technikmuseums an der Monumentenbrücke mit dem Hauptstandort in der Trebbiner Straße verbindet. Auch der „Schwerbelastungskörper“ an der Kolonnenbrücke – ein Relikt aus NS-Zeiten – wird in die Planungen einbezogen, mit der vorgesehenen Aussichts-
plattform ist er Teil des Geschichtsparcours Papestraße.

Im Gewerbegebiet Naumannstraße schließlich wird derzeit eine neue Erschließungsstraße gebaut, die aus öffentlichen
und privaten Mitteln bezahlt wird. 2009 soll sie fertig sein und neue Baufelder und Grundstücke zugänglich machen. All das soll die Schöneberger Schleife verbinden. Dieser Rad-, Skate- und Fußweg wird sich vorwiegend am Bahndamm
entlang vom Potsdamer Platz vorbei an den Yorckbrücken und dem Bahnhof Südkreuz zum Naturpark Südgelände und weiter ins Umland ziehen.

Die farbigen Flächen östlich des Bahnhofs werden in den nächsten
Jahren auch weiter ausgebaut.
Ein anderer Teil soll in einer großen Schlaufe den Bahnhof Südkreuz, das Gasometer-
Gelände und den neuen Park Gleisdreieck mit dem Potsdamer Platz verbinden.

Als weiteres Verbindungsglied wird die Ost-
West-Spange entstehen. Sie wird für kürzere Wege zwischen den beiden Ortsteilen Schöne-
berg und Tempelhof sorgen, die derzeit noch von der Bahntrasse getrennt sind.

Alles in allem wird das Gebiet um den Bahnhof Südkreuz ein Areal, das gleichermaßen Wirt-
schafts-, Kultur und Erlebnisstandort werden soll und somit als neuer Motor Schwung in die Stadtentwicklung am Südkreuz bringen kann.

Die Deutsche Bahn baut den östlichen Bahnhofsvorplatz weiter aus. Dazu Dipl. Ing. Architekt Karl-Heinz Mitzon, Bau-
herrenvertreter und Projektleiter für den Bf. Südkreuz bei der DB Station&Service AG: Der Bahnhofsvorplatz Ost wird in den n ächsten zwei bis drei Jahren in die geplante bauliche Endfassung umgebaut. Hierzu ist es erforderlich, die bestehende General-Pape-Straße nach Osten zu „verschieben“, um den notwendigen Platz für die Ausdehnung des neuen Vorplatzes Ost zu schaffen. Dann erhält der Bahnhof auch eine direkte Zufahrt für Kurzparker („Kiss + Ride“). Vom Taxi bis in die Bahnhofshalle Ost sind es dann nur noch wenige Meter.

Alternativer Titel für BildDas Stadtumbaugebiet Schöneberg-Südkreuz
Auf dem Vorplatz Ost werden durch die DB AG begrünte Ruhe- und Sitzbereiche hergestellt. Es entstehen auch weitere Abstellanlagen für Fahrräder. Eine breitere Treppenanlage wird dann von der neuen General-Pape-Str. zum Vorplatz Ost führen. Im östlichen Bereich des Bahnhofs können sich weitere Geschäfte ansiedeln.

Der preisgekrönte städtebauliche Wettbewerbsentwurf des Berliner Planungsbüros "Topotek" für die Vorplätze am Bf. Südkreuz wird in Zusammenarbeit mit der Senatsverwaltung und dem Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg im Bereich des ehemaligen Bezirks Tempelhof weiterentwickelt.

Weitere Links im Internet

Foto: DU
Grafik (klein): Planwerk
Grafik (groß): Senatsverwaltung für Stadtentwicklung