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Interview mit den Musical-Stars von „Der Schuh des Manitu“
20.11.2008
Ab dem 7. Dezember feiert das Musical "Der Schuh des Manitu" nach dem Kinoerfolg von Bully Herbig im Theater des "wilden" Westen Premiere. Eintrittskarten sind im S-Bahn-Kundenzentrum des Bahnhof Zoologischer Garten erhältlich.
Den Kinofilm „Der Schuh des Manitu“ mit Michael Bully Herbig als Abahachi und Christian Tramitz als Ranger in den Hauptrollen sahen rund zwölf Millionen Zuschauer. Nun kommen Sie mit der Musical-Variante. In wenigen Wochen stehen Mathias Schlung als Abahachi und Mark Seibert als Ranger im Musical „Der Schuh des Manitu“ auf der Bühne. Vor der Weltpremiere am 7. Dezember sprach punkt 3 mit ihnen.
Mark Seibert als Ranger und Mathias Schlung als Abahachi
Haben Sie Angst davor, dass die Zuschauer noch stark an der Filmvorlage hängen und sich nur schwer auf eine neue Interpretation einlassen können?
Mathias Schlung: Angst ist in dem Zusammenhang der falsche Begriff! Wir sind uns bewusst, dass wir uns natürlich dem direkten Vergleich mit dem Film aussetzen. Aber wir denken, dass das Publikum zu uns kommt, um ein Musical zu sehen, in dem es viel Neues zu entdecken gibt. Außerdem haben wir den Vorteil einer sehr lebendigen Live-Show! Wir werden dem Bully-Humor treu bleiben, ohne den Film eins zu eins zu kopieren. Sonst könnte man sich ja auch einen gemütlichen DVD-Abend auf dem heimischen Sofa machen.
Mark Seibert: Nein, Angst habe ich auf keinen Fall, denn eine neue Interpretation wollen und werden wir nicht finden. Ranger und Abahachi sind immer noch dieselben. Ich bin davon überzeugt, dass selbst eingefleischte „Manitu“-Film-Fans voll auf ihre Kosten kommen werden.
Wie haben Sie sich auf Ihre Rollen vorbereitet? Gehörten Lasso-Werfen, Indianergeheul und Reiten dazu?
Mathias Schlung: Wichtiger als Reiten oder Lasso-Werfen war eher, ein Gefühl für das Western-Genre zu bekommen. Bully hat in seinem Film viele Western-Klischees karikiert, ohne sie lächerlich zu machen. Insofern habe ich mir unzählige Western angesehen, natürlich auch alle Karl-May-Filme.
Die größte Herausforderung allerdings war der bayerische Dialekt, aus dem die Filmvorlage ja einen großen Teil ihrer Komik zieht. Ich komme aus Göttingen, wo man nun so überhaupt keinen Dialekt spricht, mein „Ranger“ kommt aus Bad Homburg. So mussten wir uns in mühsamer Kleinarbeit zusammen mit einer bayerischen Eingeborenen Wort für Wort den Text aneignen.
Mark Seibert: Reiten, auf alle Fälle, wenn auch in einer nicht ganz so „klassischen“ Art und Weise. Natürlich haben wir uns immer wieder am Film orientiert und viel über die Geschichte und die Hintergründe diskutiert und gesprochen. Die wichtigste Vorbereitung sind die drei Monate Proben.
Bully Herbig stand der Musical-Produktion beratend zur Seite. Wie war die Zusammenarbeit?
Mathias Schlung: Bully arbeitete eher im Hintergrund, vor allem an der Bühnenkonzeption und hat uns Schauspielern alle Freiheiten einer eigenen Interpretation gelassen. Das fand ich persönlich auch sehr wichtig. Auf Fragen ging Bully immer sehr offen ein. Das alles ist nicht selbstverständlich, denn ich weiß, wieviel von Bullys Herzblut in seinem Film steckt und es gehört viel Mut dazu, sein Baby so vertrauensvoll in andere Hände zu geben.
Mark Seibert: Wunderbar! Er oder einer aus seinem Team war immer wieder zu Besuch, um den Stand der Dinge zu sehen. Auch, wenn er nicht allzu oft da war, empfand ich ihn immer als sehr inspirierend und angenehm.
Spaßig wird darauf hingewiesen, dass das Musical das Theater des Westens in ein „Theater des wilden Westens“ verwandelt. Wie dürfen wir uns das vorstellen?
Mathias Schlung: Eine Vorstellung dessen kann sich ja jeder Besucher ab dem 7. Dezember selber machen! Wir versuchen, unser Publikum auf eine Reise in die Weiten der Prärie und in eine Zeit, in der der Westen zwar wild aber golden war, zu entführen. In der es noch echte Abenteuer und echte Männerfreundschaften gab, in der das Pferd ein treuer Begleiter war und echte Männer echtes bayerisch sprachen und sogar auf bayerisch sangen!
Marc Seibert: Wir haben bei der Inszenierung kein Klischee des Wilden Westens vergessen. Reitszenen, Saloon-Schlägereien, endlose Prärien und Lagerfeuer-Romantik sind bei uns zu sehen. Und nicht zuletzt bringt die wunderbare Musik von Martin Lingnau die perfekte Wild-Western-Stimmung.
Auf einem Werbebild für das Musical sind Sie hoch zu Ross vor der Siegessäule zu sehen. Nutzen Sie, wenn Sie Ihre Pferde nicht gesattelt haben, auch die
S-Bahn Berlin?
Mathias Schlung: Da ich kein Auto habe, weil sich das für eine Stadt wie Berlin nicht lohnt, fahre ich jeden Tag mit S- und U-Bahn. Dabei kann ich nach den Vorstellungen Musicalbesucher belauschen und hören, was man vielleicht verbessern kann.
Mark Seibert: Ich wohne sehr nah am Theater, daher ist mein täglicher Weg zur Arbeit ein kurzer Fußmarsch. Aber Berlin ist eine sehr aufregende und große Stadt, die ich in meiner Freizeit – natürlich gerne auch mit der S-Bahn – entdecke. Das öffentliche Verkehrsnetz trägt für mich entscheidend zur Lebensqualität bei.
Foto: David Ulrich




