09.12.2010
Sofortprogramm der S-Bahn soll Fahrzeug-Engpass abbauen
Störungsbedingte Fahrplanänderungen seit 6. Dezember
Schneeverwehungen und Weichenstörungen durch Flugschnee führten in der Vorwoche zu Einschränkungen im Fahrplanangebot. „Wir erleben wie verletzlich die S-Bahn durch die vielen Zusatzarbeiten ist“, fasst S-Bahn- Geschäftsführer Peter Buchner die Geschehnisse zusammen. Vor allem aufgrund des erheblichen Rückstaus bei der Durchführung von zwingend vorgeschriebenen Prüfungen konnten Teile der S-Bahn-Fahrzeugflotte nicht eingesetzt werden.
Die S-Bahn Berlin kann aufgrund eines erheblichen Rückstaus bei der Durchführung der zwingend vorgeschriebenen Prüf-, Wartungs- und Instandhaltungsmaßnahmen derzeit Teile ihrer Fahrzeugflotte nicht einsetzen.
Das teilte S-Bahn- Geschäftsführer Peter Buchner am 6. Dezember im Rahmen einer Pressekonferenz mit.
Der Wintereinbruch am 2. Dezember hatte im gesamten Netz zu über 50 Weichenstörungen geführt. Als Folge kam es zu erheblichen Verspätungen und zu Fahrzeugausfällen. Folgenreich war insbesondere, dass dadurch Fahrzeuge den notwendigen Wartungs- und Prüfarbeiten nicht zugeführt werden konnten und deswegen am Folgetag nicht einsetzbar waren.
Die DB Netz AG hatte sich auf derartige Situationen vorbereitet und auch entsprechende Testläufe durchgeführt. Doch gegen den andauernden Schneefall und die Verwehungen konnten Weichenheizungen nichts mehr ausrichten. Personal war draußen im Einsatz, um die Weichen von Eis und Schnee zu befreien. In den folgenden Tagen verschlimmerte sich der Fahrzeugengpass, weil Antriebsstörungen an den S-Bahn-Zügen hinzu kamen. Am Wochenanfang konnte die S-Bahn nur ein eingeschränktes Betriebsprogramm mit 311 Viertelzügen anbieten.
So fahren die Züge in der Regel verkürzt und die Ringbahnzüge im 10-Minuten-Takt. Weiterhin kann nur ein 20-Minuten-Takt zwischen Charlottenburg und Potsdam Hbf (S 7) sowie zwischen Wartenberg und Warschauer Straße (S 75) angeboten werden. Für Fahrten in das Berliner Zentrum von Unterwegsbahnhöfen der S 3 zwischen Erkner und Friedrichshagen wird empfohlen, mit der S-Bahn nach Erkner zu fahren und von dort mit einem VBB-Fahrausweis Berlin AB die Züge des RE 1 in Richtung Innenstadt zu nutzen. „Wir haben eine Reihe von Sofortmaßnahmen eingeleitet, um den Fahrbetrieb täglich um rund 20 Fahrzeuge aufzustocken.
Unser Ziel ist es, Anfang nächster Woche wieder den derzeit regulären Fahrplan anbieten zu können. Wir bitten unsere Kunden für die derzeitigen Betriebseinschränkungen ausdrücklich um Entschuldigung“, ergänzte Buchner am Montag. Im Einzelnen wurden zusätzliche Werkstattkapazitäten im Werk Schöneweide und im Werkstandort Erkner geschaffen. Rund 40 Mitarbeiter stehen zusätzlich als Servicepersonal an den Bahnhöfen bereit, um die Kunden zu informieren. Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeiten in den Werkstätten liegt derzeit in der Beseitigung von Antriebsstörungen durch Elektronikschäden sowie dem Fahrmotorentausch. Mobile Enteisungsteams sind in Schöneweide, Potsdam Hauptbahnhof, Erkner, Königs Wusterhausen, Grünau, Flughafen Schönefeld, Oranienburg, Wannsee, Bernau und Friedrichsfelde zur Beseitigung von Türstörungen eingesetzt.
Das feststehende System, das die Züge für die notwendigen täglichen Besandungsprüfungen den Werkstätten zuführt, wurde durch witterungsbedingte Weichenstörungen unterbrochen. Dies führte zu Fahrzeugrückstau und damit zu einer verringerten Fahrzeugverfügbarkeit.
Die Vielzahl an täglich stattfindenden technischen Prüf-, Wartungs- und Instandhaltungsmaßnahmen macht das System S-Bahn fragil. Der heftige Wintereinbruch in Berlin verursachte an mehreren Brennpunkten des S-Bahn-Verkehrs netzbedingte Weichenstörungen. Eine Kettenreaktion sorgte dafür, dass u. a. innerhalb von 24 Stunden rund 100 Viertelzüge nicht einsetzbar waren:
❙ Am 2.12. verursachten Schnee und Verwehungen Störungen an über 50 Weichen (netzweite Weichenstörungen).
❙ Viele Züge konnten somit nicht den Frist- und Wartungsarbeiten laut EBA-Verpflichtung zugeführt werden.
❙ Da Sicherheit oberste Priorität hat, konnten nicht alle der 432 planmäßig bereitgestellten Viertelzüge eingesetzt werden.
❙ Am 3.12. gab es weitere Störungen an den Netzanlagen.
❙ Züge, die am Vortag nicht zu fälligen Frist- und Wartungsarbeiten kamen, durften nicht eingesetzt werden.
❙ Antriebsstörungen verursachten zusätzliche Werktstattarbeiten.
❙ Am 5.12. bestand noch bei über 90 Viertelzügen ein Werkstatt- Rückstau für Fristarbeiten.
Änderungen im Fahrplan auf unserer Homepage
Titelthema - Fahrplanänderungen:
Hier finden Sie alle störungsbedingten Fahrplanänderungen im S-Bahn-Verkehr seit dem 6. Dezember auf einen Blick.
Abweichende Betriebssituation:
Hier finden Sie alle Informationen
zur kurzfristig abweichenden
Betriebssituation, wie z.B. Änderungen
durch Notarzteinsätze,
Signalstörungen etc.
Fahrplanänderungen:
Hier finden Sie aktuelle störungsbedingte sowie zukünftig geplante Fahrplanänderungen. (Beachten Sie, dass die Fahrplanänderungen spätestens zehn Tage vor Beginn der Maßnahme bei der Auskunft berücksichtigt sind.)
Zusätzlich kann das Wochenfaltblatt „S-Bahn-Bauinfos“ hier jede Woche neu heruntergeladen werden.


