S-Bahn Berlin Deutsche Bahn S-Bahn Berlin

Fahrplanauskunft

Routenplaner Berlin & Brandenburg

Einen Tag später Einen Tag früher

Weiter zur vollen Stunde Zurück zur vollen Stunde

Deutschland / EU www.bahn.de

10.11.2011

Fahrzeugflotte wird für die kalte Jahreszeit fit gemacht

Wintervorbereitungen für zuverlässigeren S-Bahn-Betrieb liegen im Zeitplan


Der nächste Winter steht vor der Tür. Extreme Witterungsverhältnisse und besonders die Kombination aus Kälte und anhaltendem Schneefall haben in den vergangenen Jahren zu vielen Zugausfällen und Verspätungen bei der S-Bahn geführt. In diesem Winter soll das deutlich besser werden.

Ein umfangreiches Maßnahmenbündel verbessert die Wintertauglichkeit der Flotte, so Peter Buchner, Vorsitzender der Geschäftsführung der S-Bahn Berlin GmbH: „Wir sind ein gutes Stück vorangekommen und sind zuversichtlich, in der kommenden Wintersaison eine bessere Leistung anbieten zu können als in den Vorjahren.“

Die S-Bahn Berlin arbeitet mit hohem personellen, technischen und finanziellen Aufwand an dem Ziel, ihren Fahrzeugpark für einen zuver-lässigen Winterbetrieb zu ertüchtigen. Dazu hat das Unternehmen mit Unterstützung der Industrie und externen Experten ein umfassendes Maßnahmenpaket entwickelt, mit dem Schwachstellen in der sensiblen Fahrzeugtechnik begrenzt oder beseitigt werden können. Die Gesamtkosten belaufen sich auf über 20 Millionen Euro.

 

Sicher mit 80 km/h unterwegs:
Das beheizte Auswurfrohr lässt den
Bremssand zuverlässig rieseln.

Die Schwerpunkte des Pakets liegen im Bereich der Fahrmotoren und Antriebstechnik sowie der Besandungsanlagen der Züge. Ein von den Ländern Berlin und Brandenburg beauftragter Expertenkreis hat die von der S-Bahn Berlin getroffenen Maßnahmen „bezüglich Umfang und Inhalt“ als angemessen bewertet.

Um die Werkstattaufenthalte der Züge effektiv für die betriebsnahe Instandhaltung nutzen zu können, wird kurzfristig zusätzliche im Winter notwendige Hallenkapazität geschaffen. Bei Frosttemperaturen werden Züge an drei Standorten in temporär aufgestellten Auftauzelten enteist.

 

Kein genereller 60 km/h-Winterfahrplan

Auf Grund extremer Witterungssituationen können die Besandungsanlagen einfrieren, die noch nicht mit den neuen Heizungen ausgestattet sind. Die betroffenen Züge dürfen dann nur noch mit maximal 60 statt 80 Stundenkilometern verkehren. Daher werden auf Linien, auf denen Geschwindigkeitsreduzierungen zu besonders gravierenden Einschränkungen führen würden, zum Beispiel S 7 und S 25, ausschließlich Züge mit bereits ertüchtigten Besandungsanlagen eingesetzt.

Für die anderen Linien liegt eine vorbereitete Lösung in der Schublade. Bei entsprechender Wettervorhersage kann diese in Absprache mit den Bestellern binnen zwei Tagen in Kraft treten. Die Züge verkehren dann langsamer, jedoch zuverlässiger. Die Kunden werden auf den Bahnhöfen und durch die regionalen Medien informiert. Auf diese Weise kann flexibel auf die Witterungsbedingungen reagiert werden.

„Dies erkaufen wir uns durch Verzicht auf die bei der S-Bahn Berlin sonst übliche tagesaktuelle Planung. So können beispielsweise Baumaßnahmen nicht in die Fahrplanauskunft eingearbeitet werden. Außerdem können die geänderten Fahrplandaten wegen der Kurzfristigkeit nur in die Auskunftssysteme der S-Bahn Berlin und des VBB übernommen werden“, so Peter Buchner.

 

S-Bahn-Chef Peter Buchner:
„Wir sind zuversichtlich, dass wir in diesem Winter eine bessere Leistung anbieten können als in den Vorjahren.“

Helge Schreinert von DB Netz:
„Die Zahl der Mitarbeiter, die den Schnee aus Weichen und Zugsicherungen fegen, ist von 93 auf 600 aufgestockt worden.“

 

 

 

Fahrmotoren

Das Tauschprogramm mit aufgearbeiteten Motoren läuft auf Hochtouren. Über 85 Prozent der Fahrmotoren werden ausgebaut, demontiert, aufgearbeitet, montiert und wieder eingebaut.

Bei den betroffenen Motoren wird unter anderem die verschlissene Isolierung, durch die es bei Flugschnee zu Kurzschlüssen kam, durch eine komplette Neuwicklung des Motors ersetzt.

Mit Stand 31. Oktober 2011 wurden bereits über 1900 Motoren aufgearbeitet.

Rollkuren machen Komponenten stabil (05/2011)

Bremssandanlagen

Um die Bremsleistung von Stahlrad auf Stahlschiene zu verbessern, kommt Bremssand zum Einsatz. Wie ein Sektkorken hatte in den vergangenen Wintern Eis die Ausgangsrohre verschlossen.

Deshalb wurde gemeinsam mit der Industrie eine Kombination aus Heizung und Funktionskontrolle konstruiert. Das Zufrieren wird verhindert und ein Sensor zeigt dem Zugführer mittels Magnetresonanztechnik an, ob der Füllstand stimmt, die aufwendige Sichtkontrolle entfällt damit.

Zum Fahrplanwechsel im Dezember werden bereits über 200 der Züge umgerüstet sein.

Damit allzeit Sandkörnchen rieseln (05/2011)

Filter für Antriebscontainer

Angesaugter Flugschnee und eindringende Feuchtigkeit führten bei den Antriebs- containern der Baureihe 481 zu Störungen. Technische Lösungsvorschläge des Fahrzeugherstellers zeigten bei Tests in der Klimakammer bisher keine entscheidenden Verbesserungen.

Daher werden alle 481er zum Schutz der Elektronik für den kommenden Winter mit Filtermatten ausgerüstet, die in kurzen Abständen getauscht werden müssen.

 

Neue Trittbleche

Durch Frosteinwirkung an Türdichtungen und Eisbildung im Trittbereich der Einstiege kam es in der Vergangenheit in der Wintersaison vermehrt zu Türstörungen an den Fahrzeugen.

Neue gelochte und beschichtete Trittbleche ersetzen die bisherige geschlossene Türstufe. Sie sollen die Bildung von Eis-Barrieren verhindern.

Damit Eis und Schnee gar nicht erst haften bleiben, werden die Türen außerdem mit Frostschutzmitteln behandelt und einem speziellen Gel imprägniert.

 


Fotos: David Ullrich