S-Bahn Berlin Deutsche Bahn S-Bahn Berlin

Fahrplanauskunft

Routenplaner Berlin & Brandenburg

Einen Tag später Einen Tag früher

Weiter zur vollen Stunde Zurück zur vollen Stunde

Deutschland / EU www.bahn.de

10.11.2011

Mit Hochdruck gegen Graffiti

Nachts beseitigen zwei mobile Teams Schmierereien im S-Bahn-Netz


Tagsüber ist es „der Mann mit dem Koffer“, der mit wasserfesten Stiften aufgetragene Namenskürzel – Tags – verschwinden lässt. Nachts übernehmen sie: zwei mobile Teams, die für die großflächige Graffitibeseitigung im gesamten S-Bahn-Netz unterwegs sind.

„Rund um die Uhr gehen wir gegen Schmierereien vor. Das wird von den Fahrgästen honoriert. Innerhalb eines Jahres konnten wir so die Zufriedenheitswerte in Bezug auf die Graffitireinigung um 19 Prozent verbessern“, sagt S-Bahn-Geschäftsführer Peter Buchner.

 

Das neue Graffitimobil ist nachts im Einsatz.

Dazu beigetragen hat die im April erfolgte Aufstockung von einem auf zwei Nachtteams. Da gleichzeitig das Gesamtbudget für Reinigungsleistungen bei der S-Bahn Berlin um 14 Prozent erhöht wurde, konnten außerdem weitere Mitarbeiter eingestellt und leistungsstärkere Geräte angeschafft werden.

Davon profitieren die Teams zur Graffitibeseitigung. Unter anderem wurde ein zweites Mobil angeschafft und mit Hochdrucktechnik ausgestattet. „Bei den Reinigungsmitteln müssen wir ohnehin auf dem neuesten Stand sein“, erklärt Matthias Paul, Bereichsleiter bei DB Services. Er zeigt auf ein ganzes Arsenal von Lösungen und Gelen, die in dem kleinen Fahrzeug ganze Kanister füllen.

 

„Die von uns intern als ,Männer mit den Koffern‘ bezeichneten Mitarbeiter, die zu den Hauptverkehrszeiten allein unterwegs sind und kleinere Tags entfernen, haben natürlich nicht so viele Mittel dabei“, sagt Dirk Schumacher, gelernter Gebäudereiniger und seit zwei Jahren bei DB Services beschäftigt.

Er kennt sowohl die Tag- als auch die Nachteinsätze und ist inzwischen ein Profi in Sachen Graffitibeseitigung. „Manchmal wissen unsere Mitarbeiter sogar mehr, als die Vertreter der Herstellerfirmen für die Spezialmittel“, bestätigt Matthias Paul.

In dieser Nacht sind Dirk Schumacher und sein Kollege mit dem neuen Fahrzeug unterwegs. „Vorher erfahren wir aus dem Einsatzplan, welche Bahnhöfe von großflächigen Schmierereien betroffen sind“, erklärt der mit Mundschutz und Brille versehene 30-Jährige im Vollschutzanzug.

 

An manchen Stellen geht‘s nicht ohne Hochdruckreiniger

„Um ein Graffiti beseitigen zu können, muss zunächst die Chemie ran, dann der Hochdruckreiniger“, so der Fachmann weiter. 300 bar Druck können theoretisch mit dem Gerät erreicht werden. „Doch das ist für die meisten Materialien, wie etwa bestimmte Fliesen, viel zu heftig. Damit lässt sich schließlich eine kleine Birke fällen“, scherzt Schumacher.

Er habe es mittlerweile im Gefühl, wie viel Druck er einsetzen kann. Um wirklich in alle Winkel der Bahnhöfe zu gelangen, sind die Wasserschläuche beider Graffitimobile jeweils 200 Meter lang.

 

25 von insgesamt 110 Reinigungskräften haben spezielle Schulungen für die Beseitigung von Graffiti absolviert. Mit Ausnahme von Freitag- und Samstagnacht, wo die S-Bahn-Züge durchfahren, sind sie im Wechsel in den mobilen Teams von 20.30 bis 5 Uhr früh im Einsatz. In einer Schicht schaffen es zwei Mitarbeiter, rund 100 Quadratmeter Fläche von Schmierereien zu befreien. Eintönig wird das laut Dirk Schumacher nicht: „Wir sind immer woanders und mit den verschiedensten Anforderungen konfrontiert. Das ist eine tägliche Herausforderng.“

 

Reinigungsoffensive für Berliner S-Bahnhöfe
Die vor rund einem Jahr gestartete Reinigungsoffensive der S-Bahn Berlin hat das Ziel, die Sauberkeit in den Fahrzeugen und auf den Stationen deutlich zu verbessern. Neben dem Einsatz eines weiteren mobilen Teams zur Graffitibeseitigung wurden
  • die Nassreinigungen auf 15 S-Bahnhöfen – vor allem Ringstationen –, die von Fahrgästen als besonders verschmutzt empfunden wurden, intensiviert
  • zusätzliche Hochdruckreinigungen veranlasst
  • rund 100 Sonderaufträge, wie die Beseitigung von Taubenkot und die Verbesserung des Graffitischutzes, ausgeführt
  • der Winterdienst an den Stationen neu strukturiert sowie u.a. neue Schneefräsen angeschafft
Begleitet wird die Reinigungsoffensive durch regelmäßige Kundenbefragungen. Dabei nahm die Zufriedenheit mit den Reinigungsleistungen zu: In Schulnoten von 1 bis 5 ausgedrückt wurde die Sauberkeit im August mit 2,47 (im Vorjahr 2,67) bewertet.


Fotos: David Ullrich