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06.01.2012

Der Ostbahnhof bekommt ein neues Dach

Der erste Bauabschnitt ist fast abgeschlossen / Weiter geht es im Sommer 2012

Unter dem Dach der Nordhalle des Ostbahnhofs wird es im kommenden Jahr – wenn man es so ausdrücken möchte – ordentlich rappeln. Ab Mitte des Jahres 2012 beginnt der zweite Teil der Grunderneuerung der Gleishalle. Dabei werden die Oberlichter komplett durch liegende Verglasungen ersetzt und das Dach mit Aluminium-Trapezblechen neu eingedeckt.

Neues Dach OstkreuzIm Sommer 2012 wird in der Halle eine Zwischendecke eingezogen, um auch bei laufendem
Betrieb arbeiten zu können: Lamellen, der graue Farbton Eisenglimmer und viel Glas
bestimmen das Bild des Bahnhofs.
Fotos: David Ulrich

Um den oberen Teil der Hallenträger instandsetzen zu können, wird dann eine Zwischendecke in der nördlichen Bahnhofshalle eingezogen. „Das ermöglicht uns, die Arbeiten bei laufendem Bahnbetrieb auszuführen. Diese Zwischendecke verhindert, dass Fahrgäste gefährdet werden können“, erklärt Bauherrenvertreter und Architekt Karl-Heinz Mitzon von DB Station & Service.

Wer derzeit aus den Fern-, Nah- und S-Bahn-Zügen am Ostbahnhof steigt, bemerkt, dass die Beleuchtung auf den Bahnsteigen tiefer gehängt und bereits fertiggestellt ist, damit die Arbeiten im oberen Hallenschiff stattfinden können. „Das derzeit noch gesperrte S-Bahn-Gleis wird im Frühjahr 2012 wieder für den Verkehr geöffnet“, so Mitzon weiter.

Im Rahmen des ersten Teils der Bauarbeiten, der im Frühjahr planmäßig abgeschlossen wird, sind alte Farbe und Rost von den Blechbogenträgern entfernt und ein mehrschichtiger Korrossionschutz sowie eine Brandschutzbeschichtung aufgetragen worden. Der graue Korrosions-Schutzlack trägt den Namen Eisenglimmer und prägt farblich das Bild der Halle. Ein erneuertes Entwässerungssystem sorgt dafür, dass das Regenwasser vom Dach zuverlässig abfließen kann.

Die neue Verglasung der Fassade an der Erich-Steinfurth-Straße besitzt Jalousien mit Brandschutz- und Belüftungsfunktionen. Voraussichtlich im Dezember 2015 sollen die Arbeiten in der Süd- und Nordhalle komplett abgeschlossen sein. Die Kosten für die gesamte Maßnahme, einschließlich der Planungskosten, betragen über 40 Millionen Euro.


Zur Baugeschichte des Berliner Ostbahnhofs

1882:
Die erste Gleishalle wird auf einer Brückenkonstruktion auf der Ebene der Stadtbahn errichtet.

1926 bis 1932:
Erstmals werden beide Hallentragwerke vollständig erneuert.

Mitte der 1980er-Jahre:
Die Hallentragwerke werden saniert. Dabei kommt es zu einigen „Bausünden“, u.a. können die Brückenlager kaum überprüft werden.

Mitte 2009:
Sachverständige nehmen den Baubestand auf. Dabei wird der Bahnhof mit Hilfe von Laserscannern auf den Zentimeter genau vermessen. Das allein dauert rund drei Monate. Die Gutachter kommen zu dem Schluss, dass die Gleishallen von Grund auf erneuert werden müssen.

März 2010:
Die Grunderneuerung startet. Schwerpunkte sind der Korrosionsschutz, die Dach- und Fassadenerneuerung sowie der Austausch der technischen Infrastruktur und die Freilegung der Brückenlager.

2012:
In einem zweiten Bauabschnitt werden die Oberlichter ersetzt, das Dach neu eingedeckt und die Hallenträger weiter bearbeitet.

Autorin: Claudia Braun