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25.01.2012

Transportleitung steuert Abläufe für den S-Bahn-Verkehr

Fahrzeug- und Personaldisposition erfolgt nun von Schöneweide aus

Von hier aus steuert die Transportleitung das operative
Geschehen des S-Bahn-Verkehrs. Foto: David Ulrich

Seit 1. Dezember arbeitet die Transportleitung der S-Bahn Berlin vom neuen Standort in Schöneweide aus. Während die Betriebszentrale in Halensee für alle Netz-Komponenten wie Schienen, Weichen und Signale zuständig ist, disponiert die Transportleitung Fahrzeuge und Personal.

Inzwischen hat sich das Team in den frisch renovierten Räumlichkeiten eingewöhnt, und auch die Kommunikation mit allen Beteiligten funktioniert. „Die Umstellung läuft sehr gut, in ein paar Wochen haben wir unsere vollständige Leistungskraft erreicht“, berichtet Peter Schön, Referent Bereitstellung und Ressourcendisposition.


Wichtigste Arbeitswerkzeuge sind Computer und Telefone. Ständig sind Schichtleiter, Mobilitätskoordinator, System- und Personaldisponenten in Kontakt mit Triebfahrzeugführern, Werkstätten, Rangierfahrern und der Betriebszentrale. Dabei wird auf Monitoren gleichzeitig der aktuelle Verkehrsablauf überwacht. Hier in der Transportleitung laufen alle Informationen über Verspätungen und Störungen an den Fahrzeugen zusammen. Kommt es zu Abweichungen vom Fahrplan, wird die Transportleitung aktiv.

Hauptziel der Kollegen ist es, Störungen im S-Bahn-Verkehr frühzeitig zu erfassen und dann in Abstimmung mit der Betriebszentrale so zu reagieren, dass der Fahrgast möglichst wenig davon beeinträchtigt wird. Umplanung von Fahrten, außerplanmäßiges Wenden, Einsetzen von Zügen und Umläufen gehören zu den Maßnahmen, genauso die Organisation von Ersatzverkehr und die Reisendeninformation bei Störungen. Zusätzlich zum Management der Störungsfälle planen die Systemdisponenten in der neuen Transportleitung auch die Bereitstellung der Züge. Dazu gehören Reinigung sowie die Befüllung der Züge mit Bremssand, ebenso müssen Instandhaltungszeiten berücksichtigt werden.

Tür an Tür mit den Disponenten für die aktuellen Betriebsabläufe sitzt die Personaleinsatzplanung. Sie erstellt die Schichtpläne für die Triebfahrzeugführer. Die sieben Personalplaner betreuen je zwei Tf-Teams, auf die sie die anstehenden Schichten gleichmäßig verteilen. Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter hat einen festen Ansprechpartner. Auch die Durchführung der Ausbildungfahrten für die derzeit 96 Anwärter zum Lokführer bei der S-Bahn, wird hier geplant.

 

Information
Arbeiten unter erschwerten Bedingungen

Vor besonderen Herausforderungen steht die Transportleitung dadurch, dass die Verfügbarkeit der Fahrzeuge schwankt und nicht genügend Lokführer einsetzbar sind.

Fahrzeugverfügbarkeit

Seit Beginn des Jahres stehen täglich ca. 500 Viertelzüge (Doppelwagen) für die Fahrgastfahrten zur Verfügung, 546 müssen es für einen Normalbetrieb sein. Das Hauptproblem bei der Verfügbarkeit der Wagen – nicht dauerfeste Radscheiben bei der BR 481 – ist durch den Einbau neuer Radsätze vollständig gelöst. Von 2400 Fahrmotoren wurden bisher 2240 ausgetauscht. Vom Fortgang der Inbetriebsetzung weiterer 40 Viertelzüge der BR 485 – vierzig sind aktuell im Einsatz – hängt entscheidend ab, wann die S-Bahn Berlin wieder zum vollen Fahrplanangebot zurückkehren kann.

Triebfahrzeugführer

Aktuell kann der aus verschiedenen Gründen mehrfach gestiegene Bedarf an Triebfahrzeugführern (Tf) nicht gedeckt werden, obwohl seit über einem Jahr mit voller Kapazität neue Tf ausgebildet werden. Engpässe sind dabei die Kapazität im S-Bahn- Fahrsimulator und die praktische Ausbildung im Führerstand. Im Vergleich zu Lokführern anderer Bahnen benötigen Tf der S-Bahn Berlin wegen technischer Besonderheiten eine umfangreiche Zusatzausbildung. Um künftig ausreichend Tf einsetzen zu können, hat die S-Bahn Berlin neue Mitarbeiter gesucht. Sämtliche Ausbildungsplätze für 2012 sind jetzt vergeben.

 

Text: Nina Dennert