S-Bahn Berlin Deutsche Bahn S-Bahn Berlin

Fahrplanauskunft

Routenplaner Berlin & Brandenburg

Einen Tag später Einen Tag früher

Weiter zur vollen Stunde Zurück zur vollen Stunde

Deutschland / EU www.bahn.de

Deutlich mehr Fahrgäste als vor der Krise

Nachfrage und Verkehrsleistung sind 2012 gestiegen. Als wichtiger Partner trägt die S-Bahn Berlin zum attraktiven Nahverkehrsangebot der Hauptstadtregion bei.

Positive Botschaften hatten VBB-Geschäftsführer Hans-Werner Franz und S-Bahn-Chef Peter Buchner (Dritter von links) im gemeinsamen Pressegespräch zu verkünden. Die Zahlen zur Verkehrsnachfrage der S-Bahn Berlin wurden vorgestellt. „Wir haben Grund, optimistischer in die Zukunft zu blicken als noch vor einem Jahr“, so Hans-Werner Franz (Zweiter von links), „Es ist ein gewisser Stabilisierungsgrad erreicht. Dieser ist auch notwendig, denn ein gutes ÖPNV-Angebot ist Voraussetzung für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung der Hauptstadtregion.“ Er bedankte sich ausdrücklich bei Peter Buchner, seinen Kollegen in der Geschäftsführung und der gesamten Belegschaft der S-Bahn Berlin, die mit ihrem Engagement zur Überwindung der Krise beigetragen haben.

 

S-Bahn Chef Peter Buchner im Gespräch über den Konsolidierungskurs.

Herr Buchner, die S-Bahn Berlin lockt wieder mehr Fahrgäste an. Ist die Krise beendet?

Peter Buchner: Das Tal ist durchschritten. Die Krise ist aufgearbeitet. Wir konnten Vertrauen zurückgewinnen. Die S-Bahn Berlin hat in den drei Krisenjahren 2009 bis 2011 ein trauriges Bild abgegeben. Herstellerbedingte Fahrzeugmängel und Managementfehler haben der S-Bahn einen Imageschaden zugefügt, der verheerend war.

Aber wir haben Verantwortung übernommen, im Unternehmen aufgeräumt, neue Strukturen geschaffen, und wir haben die Fahrzeugtechnik grundüberholt. Nur mit dem Einsatz hoher Investitionsmittel – wir sprechen hier von über 100 Millionen Euro – und dem großen Einsatz der Belegschaft konnte das gelingen. Die aktuellen Fahrgastzahlen belegen, dass sich die Kraftanstrengungen gelohnt haben.

Die Verkehrsleistung der S-Bahn Berlin liegt mittlerweile deutlich über dem Stand vor der Krise. Ein Zeugnis, über das ich mich persönlich besonders gefreut habe, war die Verlängerung der Betriebsgenehmigung für die S-Bahn Berlin durch das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) um weitere 15 Jahre. Aussage des EBA: Die S-Bahn Berlin hat einen Großteil ihrer Hausaufgaben erledigt!

 

Wie sieht die Bilanz für das vergangene Jahr aus?

Peter Buchner: Wir konnten das S-Bahn-Angebot 2012 mehrfach erweitern. Vor Beginn der Krise hatte die S-Bahn 546 Viertelzüge in der Berufsspitze im Linieneinsatz, derzeit sind es durchschnittlich 511 Viertelzüge.

Alle Linien bis auf die S 45 fahren mit den vorgesehenen Zuglängen. Durch zusätzliche Bestellungen von Zugfahrten auf den Linien S 25, S 45 und S 75 werden mehr Zugkilometer als je zuvor gefahren.

 

Was sind die Ziele für das laufende Jahr 2013?

Peter Buchner: Ein Hauptziel der S-Bahn Berlin ist es, 2013 die Pünktlichkeit nach Verkehrsvertrag wieder auf das Niveau von mindestens 96 Prozent zu heben. In den letzten Monaten haben wir die Zielmarke leider unterschritten. Es gibt dafür keine einzelne Ursache, die sich fokussiert abstellen ließe.

Zur Vielzahl einander überlagernder Einzelthemen gehören Fahrzeug- und Infrastrukturstörungen oder Eingriffe Dritter, zum Beispiel Kabeldiebstähle in der Signaltechnik. Wir arbeiten mit Hochdruck an den Themen, die wir als S-Bahn Berlin selbst beeinflussen können. 2012 waren auch fehlende Triebfahrzeugführer ein Problem. Mit einer Ausbildungsoffensive konnten wir die Personallücke schließen.

 

Die verfügbare Fahrzeugtechnik hat ihre Tücken. Wie gehen Sie mit dieser Realität um?

Peter Buchner: Für die Baureihe 481 haben wir gute Ansatzpunkte zur Stabilisierung der Fahrzeuge gefunden. Bei der Baureihe 485 ist die Situation schwieriger und sind die Störeinflüsse sehr vielschichtig. Im letzten Winter hat sich gezeigt, dass sie unzuverlässiger sind als von einem S-Bahn-Fahrzeug zu erwarten ist.

Das ist ein Fakt, der mittlerweile allen Beteiligten bekannt ist, vom Expertenkreis des Senats bestätigt wurde und auf den wir uns alle einstellen müssen. Der Expertenkreis wird im Auftrag der S-Bahn Berlin und des Berliner Senats nochmals zusammentreten, um alle technischen Überarbeitungen zu bewerten und nach weiteren Ideen zu suchen, um die Altbaureihen für die nächsten Einsatzjahre zu stabilisieren.

 

Welche Rolle spielt die S-Bahn Berlin im Verbund?

Peter Buchner: Die S-Bahn Berlin erbringt rund ein Drittel der Verkehrsleistungen im Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg und bildet damit das Rückgrat des Nahverkehrs in der Region. Die Kombination der vielen Linien von S- und U-Bahn, Straßenbahn und Bussen macht die Stärke des Berliner Verkehrsnetzes aus.

Die Berliner spüren, wenn es im Netz mal hakt. Aber sie profitieren davon, dass sie auf andere Verbindungen ausweichen können. Wir leisten inzwischen wieder unseren Beitrag als wichtiger Partner in diesem System. Wir werden der Stadt und ihren Menschen unter den beschriebenen Bedingungen keine perfekte S-Bahn hinstellen können.

Aber eine, die zumindest praktisch ist. Die sich anstrengt, die immer mit dabei ist, wenn in der Stadt was los ist, und die zur Lebensqualität in Berlin und Brandenburg beiträgt.

 

Information

Ergebnisse der Verkehrserhebung 2012

Die S-Bahn Berlin ist wieder mit deutlich mehr Fahrgästen als vor der Krise unterwegs. 2012 nutzten rund 395 Millionen Fahrgäste die rot-gelben Züge. Dies sind 1,8 Prozent mehr als vor den Krisenjahren 2009 bis 2011 und rund 3,1 Prozent mehr als im Vorjahr.

Die Verkehrsleistung liegt mit 4,1 Milliarden Personenkilometern aktuell sogar um fünf Prozent höher als vor den Krisenjahren und um 13 Prozent höher als im Jahr 2011.