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26.07.2013

Ein richtiger Feger am Südring

S-Bahn-Südring zwischen Bundesplatz und Südkreuz ab 5. August wieder befahrbar

Wenn andere Urlaub machen, wird bei der Deutschen Bahn (DB) kräftig gebaut. „Wir nutzen ganz gezielt die Sommerferien, um größere Arbeiten zu erledigen, weil dann erfahrungsgemäß weniger Menschen in die Ersatzbusse umsteigen müssen“, erklärt Ingulf Leuschel, Konzernbevollmächtigter der DB für das Land Berlin. Das gilt auch für die Erneuerung der Gleise zwischen Bundesplatz und Südkreuz.

Trotz des Einsatzes modernster Maschinen ist bei Gleisarbeiten auch Handarbeit gefragt: beim Austausch der Platzhalter-Schwellen für die künftige Fahrsperre vor dem Bahnhof Schöneberg (links), ebenso wie beim Einfetten der Schrauben für die neue Stromschiene.


Auf dem S-Bahn-Südring werden innerhalb von sechs Wochen auf einer Strecke von insgesamt 4,2 Kilometern Schienen, Schotter, Schwellen und Stromschienen ausgetauscht. Immerhin sind diese Anlagen rund 20 Jahre alt. „Da wird es Zeit für eine Erneuerung. Die Weichen im Baufeld sind bereits ausgetauscht worden“, sagt Projektleiterin Gabriele Neumann von DB Netz.

„Nachdem der Schotter ausgebaut wurde, haben wir festgestellt, dass wir auch die Unterschottermatten erneuern müssen“, so Christian Hahn, von der Firma PUS Projekt- und  Servicegesellschaft für Verkehrswesen mbH, die die Bauüberwachung übernommen hat. Die Spezialmatten werden überall dort verlegt, wo zusätzlicher Lärm- und Erschütterungsschutz gefragt ist. Auf dem S-Bahn-Südring sind das beispielsweise die Brückenbereiche und das Kreuzungsbauwerk in Schöneberg.

Eingebaut wird eine neue Generation der dämpfenden Unterschottermatten, was messbar zur Lärmreduzierung beiträgt. Auch die Fahrschiene entspricht dem neusten europäischen Standard und ist fünf Millimeter höher als die alte Schiene. Ebenfalls auf dem aktuellen Stand ist die Stromschienenanlage.

„Bei den neuen Stromschienenträgern besteht die Möglichkeit der Höhenregulierung“, so Gabriele Neumann. In zwei Schichten sind die Gleis-arbeiter von 6 bis 22 Uhr auf dem gesperrten Abschnitt des S-Bahn-Südrings im Einsatz. Stopf- und Schotterplaniermaschine bestimmen zur Halbzeit der Arbeiten das Bild. Während Erstgenannte für eine stabile Gleislage sorgt, bringt die zweitgenannte Maschine – intern als „Feger“ bezeichnet, den Schotter in die richtige Lage.

Die Stopfmaschine bei der Arbeit (links). Die Schotterplaniermaschine, kurz „Feger“ (mitte). Ein neues Gleis mit Holzschwellenoberbau (rechts).

 

Nächtliche Bauarbeiten sind aus Rücksicht auf die Anwohner, deren Wohnungen teilweise nur wenige Meter von der S-Bahn-Strecke entfernt liegen, weitgehend ausgeschlossen. Lediglich für Schweißarbeiten gab es eine Sondergenehmigung. „Wir liegen mit den Bauarbeiten im Plan“, bekräftigt Ingulf Leuschel. „Am 5. August ist der Südring wieder voll befahrbar. Das gilt auch für den nördlichen Streckenabschnitt der S 1, die zweite große Ferienbaustelle.“ Zwischen Schönholz und Frohnau laufen in mehreren Etappen ähnliche Arbeiten, so dass die Fahrgäste dort eine veränderte Routenführung mit längeren Fahrzeiten erwartet.     

Allein in diesem Jahr werden rund 266 Millionen Euro in die Infrastruktur des Netzes in Berlin investiert, so Ingulf Leuschel.

 

Text: Claudia Braun
Fotos: David Ulrich