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10.10.2013

Ich könnte auch Ingenieurin werden

Kübra Han ist erste Praktikantin des Programms von EnterTechnik bei der S-Bahn Berlin

Löten, elektrische Verbindungen herstellen und Rahmen für Stromabnehmer vorbereiten – Tätigkeiten, von denen Kübra Han bislang nur theoretisch eine Vorstellung hatte, erledigt die 18-Jährige inzwischen routiniert. Sie ist die Erste von rund 30 Teilnehmerinnen, die im Rahmen des neuen Programms EnterTechnik bei der S-Bahn Berlin ein Praktikum im Werk Schöneweide absolviert.

Anfang September gestartet, ermöglicht die Initiative jungen Frauen ein technisches Jahr bei verschiedenen Unternehmen der Stadt. Jeweils zwei Monate „schnuppern“ die Schulabgängerinnen in die Arbeitsbereiche hinein, um sich im Idealfall danach für ein technisches Studium oder eine Ausbildung zu entscheiden.

Kübra Han, die in diesem Jahr ihr Abitur gemacht hat, kam durch eine Berufsberaterin auf die Idee, bei EnterTechnik mitzumachen. „Ich hatte in der Schule den Leistungskurs Physik belegt und überlegt, Architektur zu studieren“, sagt sie. „Praktische Erfahrungen hatte ich keine“, fügt sie hinzu. Bei der S-Bahn Berlin hat sie Stationen bei DB Training und in der Juniorwerkstatt durchlaufen. „Mädchen sind in den technischen Berufen tatsächlich noch in der Minderheit. Bisher habe ich hier nur sieben junge Frauen kennengelernt, die in dem Bereich eine Ausbildung machen.“ Dennoch habe sie sich sofort wohl gefühlt. Besonders in der Juniorwerkstatt, wo angehende Mechatroniker, Elektroniker sowie Industriemechaniker und -elektriker mit der Option auf die Zusatzausbildung zum Lokführer praktisch lernen und arbeiten, gefällt es Kübra Han.

„Wenn ich mir vorstelle, dass dieser Stromabnehmer wirklich einmal an einen S-Bahn-Zug montiert wird, finde ich das schon toll.“ Dass sie die erste Frau im Werk Schöneweide ist, die aus religiösen Gründen ein Kopftuch trägt, grenze sie nicht aus. „Viele Azubis waren neugierig und haben mich nach meinem Glauben gefragt“, so Kübra Han.

Ansonsten sei ihre Kopfbedeckung nur aus Gründen des Arbeitsschutzes ein Thema gewesen: „Ich muss es feststecken, damit ich nicht irgendwo hängen bleibe.“ Inzwischen haben sich ihre Berufswünsche erweitert: „Ich denke, ich könnte auch Ingenieurin werden.“ Vielleicht entscheidet sie sich für ein duales Studium bei der Deutschen Bahn.