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Die unterirdische S-Bahn- Verbindung im Herzen der Stadt

Einige Gleise im Nordsüd-S-Bahntunnel hatten 20 Jahre „auf dem Buckel“

Eines der bedeutenden S-Bahn-Bauwerke Berlins war im Herbst 2013 Schauplatz einer umfangreichen Baumaßnahme. Die Schienen im Nordsüd- Tunnel der S-Bahn wurden nach gut 20 Jahren erneuert.

Bau der Nordsüd-S-Bahn: Potsdamer Platz; Kreuztreppe, Fahrtreppe zum westl. Bahnsteig in der Verkehrshalle

 

6 Kilometer Tunnel - die Nordsüdverbindung der Hauptstadt

Metertief unter der Erde, zwischen Nordbahnhof und Anhalter Bahnhof, verläuft die sechs Kilometer lange Tunnelstrecke. Die wichtigsten S-Bahn- Linien des Netzes sind erst durch diesen Bau miteinander verbunden und ermöglichen ein bequemes Umsteigen. Dazu zählen die im Tunnel verlaufenden Nordsüd-Strecken, die nördlich bis Oranienburg beziehungsweise Bernau und südlich bis Wannsee führen, sowie die überirdisch verlaufende Stadtbahn als Verbindung von Ost und West und die Ringbahn.

Der Bahnhof Friedrichstraße stellt den Umsteigepunkt zwischen den Tunnel- und den Stadtbahn-Linien dar. Dass S-Bahn-Nutzer heute bequem an ihre Ziele gelangen, geht auf Überlegungen im 19. Jahrhundert zurück. An der 1882 eröffneten Stadtbahn auf den Viaduktbögen endeten die Strecken von Osten (damals Schlesischer Bahnhof) und Westen (Charlottenburg- Zoo), die außerhalb des Stadtgebiets lagen, und wurden miteinander verbunden. Nun sollten die nördlichen mit den südlichen Vorortstrecken sowie die Fernbahnhöfe Anhalter Bahnhof und Potsdamer Bahnhof an die Stadtbahn angebunden werden.

Durch die dichte Bebauung kam eine Hochbahnstrecke nicht in Frage, so dass die Idee eines unterirdischen Bauwerks geboren war. Doch lange Zeit fehlt einfach das Geld, um die Ideen umzusetzen. Im Jahr 1933 wurde mit dem Tunnelprojekt begonnen. Zur Eröffnung der Olympischen Spiele 1936 fuhr die S-Bahn bis ins Stadtzentrum, zum Bahnhof Unter den Linden, 1939 folgte die unterirdische Gleisanlage bis zum Anhalter Bahnhof. Im Zweiten Weltkrieg – u.a. durch Flutungen – stark beschädigt, konnte der Tunnel wieder repariert werden.

Durch die innerdeutsche Teilung verlor der überwiegend Ostberlin unterquerende Bau seine Bedeutung und fungierte als bizarre „Transitstrecke“. So fuhren die S-Bahnen aus dem Westteil der Stadt an Geisterbahnhöfen ohne Halt vorbei. Mit Ausnahme des Bahnhofs Friedrichstraße, der als Grenzübergang diente. Der Fall der Mauer vereinigte auch die getrennten Netze der Berliner S-Bahn. Die Bahnhöfe Oranienburger Straße, Nordbahnhof, Unter den Linden und Bornholmer Straße konnten allesamt 1990 wiedereröffnet werden.

So wurde die Strecke im Nordsüd-Tunnel der S-Bahn wieder zu dem was sie heute ist: in Kombination mit Stadt- und Ringbahn eine der wichtigsten Verbindungen des Berliner Netzes. Eine erste unumgängliche Sanierung des Tunnels startete 1991. Durch hohe Staubentwicklung musste die Tunnelstrecke zwischen Gesundbrunnen und Anhalter Bahnhof gesperrt werden, um einen kompletten Austausch der Anlagen und Materialien vornehmen zu können.

Ausgetauscht wurden alle Oberbaustoffe, wie Schwellen, Schienen und Weichenanlagen, und die bahntechnische Infrastruktur, wie Stromschienen, Beleuchtung sowie Signal- und Fernmeldeanlagen. Lediglich der Schotter konnte nach seiner Reinigung wieder verwendet werden.

 

 

 

Ihr Vorteil/Rabatt

Michael Braun: Nordsüd-S-Bahn Berlin
75 Jahre Eisenbahn im Untergrund

GVE-Verlag, Berlin 2008 - 288 Seiten, 19,80 Euro
ISBN 978-3-89218-112-5
www.nordsued-s-bahn.de