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Seit 1924 die Antwort auf den steigenden Mobilitätsbedarf

 

Mobil in Stadt und Umland – das zukunftsweisende Konzept S-Bahn

Die S-Bahn mag über 90 Jahre alt sein, zum alten Eisen gehört sie aber keineswegs. Ganz im Gegenteil: Mit der gesamten Schienenverkehrsfamilie erlebt sie seit Beginn des 21. Jahrhunderts eine Renaissance. Nie fuhren in Deutschland mehr Menschen mit der Bahn, die Fahrgastzahlen der S-Bahn Berlin steigen stetig.

Die Gründe liegen auf der Hand: Die S-Bahn ist schnell, günstig und umweltfreundlich – das macht sie nach wie vor zum idealen Verkehrsmittel im Ballungsraum. Sie ist 1924 wie heute und auch in Zukunft die richtige Antwort auf eine der entscheidenden Fragen der Moderne:

Wie lässt sich der steigende Mobilitätsbedarf in der Metropolregion auf umweltverträgliche Weise bedienen?

Rußende Dampfzüge sollten verschwinden, schnellere Beschleunigung für dichtere Takte wurde benötigt. Hätten die Ingenieure den elektrischen Antrieb für Schienenfahrzeuge nicht damals erfunden, wäre die Innovation spätestens jetzt fällig. In unseren Zeiten der Feinstaubbelastung, steigender Ölpreise und Pendlerströme aus dem Speckgürtel ist Elektromobilität (wieder!) die Technologie der Zukunft.

Zum Glück ist die Erfindung längst gemacht. Deren Einsatz 1924 war der Beginn der Elektrisierung: die Geburtsstunde der S-Bahn Berlin und damit aller S-Bahnen. Dieses Verkehrsmittel ist wie kein anderes und weltweit definiert: die Verbindung von Stadt und Umland, Taktdichte, Fahrzeugart, Infrastruktur sowie Nutzung durch die Fahrgäste unterscheiden sie vom Fern- genauso wie vom Stadtverkehr. Die mit Gleichstrom betriebenen Züge sind eine Berliner Besonderheit. Zum Jubiläum beleuchtet eine Serie diese guten Eigenschaften.

 

Ringbahn, Stadtbahn, Nord-Süd-Strecken – das Grundgerüst für das Berliner S-Bahn-Netz


Anfang der 20er Jahre waren die Voraussetzungen günstig für die Entwicklung eines S-Bahn-Systems. Berlin und die Region hatten bereits ein umfangreiches Schienenverkehrsnetz für den Nahverkehr.

Es war über die vorangegangenen Jahrzehnte schrittweise gewachsen. Auf die erste Eisenbahn in Preußen (Berlin – Potsdam) folgten weitere Radialstrecken.

So konnten Güter und Fahrgäste von vielen Städten aus nach Berlin gelangen, allerdings immer nur bis zum jeweiligen Berliner Kopfbahnhof, der damals noch häufig vor den Toren der Stadt lag.

 

Wer aus Potsdam kam und nach Stettin weiterfahren wollte, musste zu Fuß oder per Droschke die Strecke vom Potsdamer Bahnhof am Potsdamer Platz zum Stettiner Bahnhof (dem heutigen Nordbahnhof) überbrücken, Güter wurden auf Pferdefuhrwerke umgeladen. Ein unmittelbares Umsteigen von Zug zu Zug gab es nicht. Die Lösung für diese umständliche Transportlücke brachte schließlich die Ringbahn. Deren Strecke legt sich in der berühmten Hundekopfform rund um Berlin.

Die Ringbahn ist bis Heute die Lösung.

Bis heute macht der Ring als Verbindung der ehemaligen Kopfbahnhöfe Anschlüsse und Umsteigemöglichkeiten zu U- und S-Bahn-Linien in alle Bezirke und Himmelsrichtungen praktikabel und entlastet die Bahnknotenpunkte der City. Es folgte der Bau der Stadtbahn. Das knapp zwölf Kilometer lange Viadukt mit den markanten Backsteinbögen verläuft von Ostbahnhof bis Charlottenburg. Mit der Eröffnung dieser Ost-West-Verbindung 1881 konnte man schon von einem Netz sprechen. Fehlte nur noch der Nord-Süd-Tunnel, der in den 30er Jahren gebaut wurde und das Stadtzentrum unterquert.

Und das Grundgerüst für das S-Bahn- Netz stand. Aus der Verflechtung und dem Zusammenspiel von Ring- und Radialstrecken ergab sich nach und nach das einzigartige Nahverkehrssystem, das den gesamten Großraum der Stadt erschließt. Der nächste Schritt auf dem Weg zur Herausbildung des spezifischen S-Bahn-Betriebs war die Trennung von Fern- und Nahverkehr.

Ab 1891 erhielten die Vorortbahnen eigene Gleise und entlang der Stadt- und Vorortstrecken entstanden viele zusätzliche Stationen. Der geringere Haltestellenabstand wurde zu einem weiteren Merkmal. Diese Entwicklung aus dem klassischen Eisenbahnverkehr heraus geschah zuerst in Berlin und wurde zum weltweiten Modell.

Text: cb