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Welche historische S-Bahn-Baureihe ist Trumpf?

Vom Bernauer über den Stadtbahner zum Rundkopf – S-Bahn-Züge der Vorkriegszeit

Die aktuellen Baureihen 480, 481 und 485 erleben S-Bahn-Fahrgäste täglich im Einsatz. Das abgebildete „Sextett“ stellt die Baureihen aus der früheren Phase der Berliner S-Bahn vor. Es zeigt, wie sich Grundzüge, die bis heute Bestand haben, herauskristallisierten. Von Serie zu Serie lässt sich die Entwicklung des Fahrzeugparks nachvollziehen.

Zur Geburtsstunde der S-Bahn,

als die elektrischen Versuchswagen über die Teststrecke nach Bernau fuhren, war der Antrieb die große Innovation. Der Durchbruch beim Zuschnitt der Fahrzeuge auf den S-Bahn-Verkehr ließ nur ein Jahr auf sich warten. Die erste Bauart Bernau 1924 war mit schlechten Laufeigenschaften und geringer Anfahrbeschleunigung bereits bei ihrer Auslieferung überholt, die Zugbildung aus zwei langen Triebwagen und drei Beiwagen zu unflexibel.

Der S-Bahn-Betrieb mit dichten Zugfolgen, kurzen Haltezeiten, schnellem Fahrgastwechsel und unterschiedlichem Verkehrsaufkommen je nach Tageszeit stellte andere Anforderungen an Fahrzeuge als der Fernverkehr. Schon 1925 war mit dem Oranienburger die Antwort gefunden. Alle nachfolgenden Baureihen für die S-Bahn Berlin basieren auf der hier erstmals angewendeten Aufteilung in Viertelzüge als kleinste Einheit. Sie erlaubt es, die Zuglänge je nach Bedarf flexibel anzupassen.

Zur Legende wurden die ab 1927 gelieferten „Stadtbahner“

Die größte, nach einheitlichen Grundsätzen in kurzer Zeit hergestellte Baureihe in Deutschland prägte das Berliner Stadtbild für sieben Jahrzehnte. Natürlich hat sich der Fahrzeugpark der S-Bahn Berlin über die Zeit verändert. Ein Zug hat zwar eine relativ lange Lebenserwartung, in den 90 Jahren seit der Elektrisierung haben dennoch einige Generationenwechsel stattgefunden. Auch wurden Baureihen teilweise mehrfach aufgearbeitet und modernisiert.

Immer wieder flossen neue technische Entwicklungen und veränderte Vorstellungen von Design ein. Gerade die „Stadtbahn“- Bauart verdankte den Ruf als zuverlässigstes und unverwüstliches Flaggschiff zahlreichen Ertüchtigungen und Anpassungen, die die einmalige Langlebigkeit ermöglichten.

Nachdem die Grundform gefunden war, traten in den 30er Jahren Geschwindigkeitsversuche – wie beim Bankierzug – und moderne, windschnittige Gestaltung sowie Details in der Ausstattung in den Vordergrund.

Heute steht die nächste Fahrzeug- Generation bereits in den Startlöchern. Wie die S-Bahn-Züge der Zukunft aussehen könnten, wird derzeit verhandelt.

 

Bauart 1924 • ET/EB 169
„Bernau“
Baujahr: 1924 / geliefert 1925
Anzahl: 34 Triebwagen,
51 Beiwagen (17 Halbzüge)
Eigenmasse: Triebwagen 46,4 t,
Beiwagen 15,9 t
Anzahl Fahrmotore: 2 (nach Umbau*: 4)
Stundenleistung: 2x170 kW,(nach Umbau*: 4x90 kW)
Höchstgeschwindigkeit: 70 km/h, (nach Umbau*: 80 km/h)
Plätze Triebwagen: 66 Sitzplätze, 90 Stehplätze
Plätze Beiwagen: 36 Sitzplätze, 50 Stehplätze
Ausmusterung: ab 1962
Trumpf: Erste S-Bahn-Fahrzeugserie
* 1956/57
Bauart 1925 • ET/EB 168
„Oranienburg“
Baujahr: 1926
Anzahl: 50 Triebwagen,
50 Steuerwagen
Eigenmasse: Triebwagen 44,5 t,
Steuerwagen 33,5 t
Anzahl Fahrmotore: 4
Stundenleistung: 4x95 kW
Höchstgeschwindigkeit: 80 km/h
Plätze Triebwagen: 54 Sitzplätze, 100 Stehplätze
Plätze Beiwagen: 58 Sitzplätze, 90 Stehplätze
Ausmusterung: ca. 1962
Trumpf: Konzeptioneller Durchbruch

 

Bauart 1927 • ET/ES/EB 165
„Stadtbahn“
Baujahr: 1927 / geliefert bis 1931
Anzahl: 638 Triebwagen,
465 Steuerwagen,
173 Beiwagen (ab 1929)
Eigenmasse: Triebwagen 38 t,
Steuerwagen 27,1 t
Beiwagen 27,2 t
Anzahl Fahrmotore: 4
Stundenleistung: 4x90 kW
Höchstgeschwindigkeit: 80 km/h
Plätze Triebwagen: 54 Sitzplätze, 100 Stehplätze
Plätze Beiwagen: 65 Sitzplätze, 85 Stehplätze
Plätze Steuerwagen: 58 Sitzplätze, 90 Stehplätze
Ausgemustert: ca. 1997
Trumpf: Eine Legende
Bauart 1934 • ET/EB 125*/277**/477***
„Bankierzug“
Baujahr: 1935 / 1936 / 1938
Anzahl: 18 Triebwagen,
18 Beiwagen

Eigenmasse: Triebwagen 39,3-41,5 t,
Beiwagen ca. 30 t

Anzahl Fahrmotore: 4
Stundenleistung: 4x140 kW (nach Umbau 4x90 kW)
Höchstgeschwindigkeit: 120 km/h (nach Umbau 80 km/h)
Plätze Triebwagen: 56 Sitzplätze, 90 Stehplätze
Plätze Beiwagen: 64 Sitzplätze, 75 Stehplätze
Ausmusterung: bis 2003
Trumpf: Schnellster S-Bahn-Zug
*ab 1941, **ab 1970, *** ab 1991

 

Bauart 1935 • ET/EB 166*/276 **/477***
„Olympiazug“
Baujahr: 1936
Anzahl: 34 Triebwagen,
34 Beiwagen
Eigenmasse: Triebwagen 39 t,
Beiwagen 29,5 t
Anzahl Fahrmotore: 4
Stundenleistung: 4x90 kW
Höchstgeschwindigkeit: 80 km/h
Plätze Triebwagen: 56 Sitzplätze, 90 Stehplätze
Plätze Beiwagen: 63 Sitzplätze, 75 Stehplätze
Ausmusterung: bis 2003
Trumpf: Elegante Wagenstirnpartie
*ab 1941, **ab 1970, *** ab 1991
Bauart 1938 •
ET/EB 167*/277**/477***
Baujahr: 1938 bis 1944
Anzahl: 283 Triebwagen,
261 Beiwagen
Eigenmasse: Triebwagen 38 t,
Beiwagen 29 t
Anzahl Fahrmotore: 4
Stundenleistung: 4x90 kW
Höchstgeschwindigkeit: 80 km/h
Plätze Triebwagen: 56 Sitzplätze, 90 Stehplätze
Plätze Beiwagen: 63 Sitzplätze, 75 Stehplätze
Ausmusterung: bis 2003
Trumpf: Modernste Vorkriegsbauart
*ab 1941, **ab 1970, *** ab 1991

 

 

Text: nd/Foto: M. Gewiss