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Mit Farbpatronen gegen Diebe

DB setzt auf neue Technik zur Automatensicherung

Für ein paar hundert Euro Beute einen Sachschaden von rund 133 000 Euro angerichtet und dafür eine Haftstrafe von gemeinsam zehn Jahren kassiert: Was zwei Automatensprengern in Hessen passiert ist, zeigt besonders deutlich, dass Diebstahl sich nicht lohnt.

Da allein im vergangenen Jahr der Deutschen Bahn ein Schaden von 6,7 Millionen Euro durch derartige Diebstähle entstanden ist, setzt sie nun auf Farbe. DB-Sicherheitschef Professor Gerd Neubeck erklärt: „Wird die Geldkassette gekippt oder geschüttelt, platzt eine Farbpatrone und spritzt mit hohem Druck eine nicht ablösbare Farbe auf die Geldscheine. Das Geld ist wertlos, der Aufbruch damit sinnlos.“

Rund 390 Mal wurden im Jahr 2014 Fahrausweisautomaten der DB aufgebrochen. Dabei sind wegen häufiger Leerung und der überwiegend genutzten Kartenzahlungsverfahren meist nur geringe Geldbeträge im Automaten enthalten. Für die DB wiegt damit der hohe Sachschaden sehr viel schwerer: ein Automat kostet mit Aufbau und Zuleitungen etwa 30 000 Euro.

Farbkasetten wurden neu entwickelt

Schwerpunkte der Angriffe auf Automaten sind Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und das Rhein-Main-Gebiet. „Es ist uns wichtig, dass die Automaten unseren Kunden rund um die Uhr zur Verfügung stehen. Die Folgen von Vandalismus oder Diebstahl wollen wir nicht länger hinnehmen“, begründet Bernd Rattey, Leiter Automatenvertrieb der DB, die Investition von mehreren hunderttausend Euro. Die Farbkassetten hat die Deutsche Bahn zusammen mit einem Hersteller neu entwickelt. Bisher gab es keine Produkte, die den besonderen Anforderungen – etwa besonderer Erschütterungsschutz bei vorbeifahrenden Zügen – entsprachen.

Rückgang der Automatenaufbrüche

Gegenüber 2013 (560 Fälle) konnten DB und Bundespolizei 2014 bereits einen Rückgang der Automatenaufbrüche um über 30 Prozent erzielen. Einen wesentlichen Beitrag dazu leisteten die seit 2012 gebildeten besonderen Ermittlungsgruppen der Bundespolizei, die ihre Ermittlungen gegen mehrere Tätergruppen im Jahr 2014 erfolgreich abschließen konnten.

Die Verurteilung der Haupttäter zu hohen Freiheitsstrafen hatte wesentlichen Einfluss auf die Reduzierung der Fallzahlen. „Geldeinfärbesysteme haben sich bereits als ein geeignetes Mittel zur Verhinderung von Automatenaufbrüchen bewährt. Dies und die Festnahme mehrerer Aufbruchsbanden durch die Bundespolizei haben bereits zu einem signifikanten Rückgang der Zahlen gegenüber dem Vorjahr geführt“, sagt der Präsident des Bundespolizeipräsidiums Dr. Dieter Romann.

 

Foto: DB/Bajohra
Text: Claudia Braun