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24.03.2016

Konzept für Express-S-Bahn im Havelland diskutiert

Anschluss an S-Bahn-Netz könnte Taktlücken schließen und mehr Fahrten bringen

 

Das Havelland boomt. Laut Schätzungen darf allein Falkensee mit einem Bevölkerungszuwachs von zwölf Prozent bis 2030 rechnen. Schon heute pendeln werktags etwa 25 000 Menschen aus dem Landkreis nach Berlin. Das Regionalbahnangebot – zwischen Nauen und Berlin verkehren heute zwei RB- und eine RE-Linie – wird „den Herausforderungen der Zukunft nicht gerecht werden können“, so auch die Einschätzung von Havellands Landrat Dr. Burkhard Schröder.

Aus diesem Grund lud er Peter Buchner, Vorsitzender der Geschäftsführung der S-Bahn Berlin, am 14. März ein, im Rahmen einer öffentlichen Diskussionsveranstaltung das Konzept für eine Express- S-Bahn vorzustellen. Dieses sieht vor, die S-Bahn von Spandau über Falkensee bis nach Nauen zu verlängern (m siehe Grafik oben) – mit drei Stopps zwischen Westkreuz und Falkensee. Die Vorteile: So können zusätzliche Fahrten angeboten, Taktlücken geschlossen und ein glatter 20-Minuten-Takt gewährleistet werden. Welche Kosten für Bau und Unterhaltung entstehen würden, ist noch nicht kalkuliert.

Aufgeschlossene Diskussionsteilnehmer und zahlreiche Fragen

Landrat Dr. Burkhard Schröder (links) und S-Bahn Chef Peter Buchner bei der Diskussionsveranstaltung in Falkensee.


Die rund 100 Diskussionsteilnehmer standen dem Konzept aufgeschlossen gegenüber und hatten zahlreiche Nachfragen.

Einige, wie auch Falkensees Bürgermeister Heiko Müller, forderten, zunächst alle möglichen Varianten zu prüfen, bevor Entscheidungen gefällt werden. Andere favorisierten statt der S-Bahn ein drittes Regionalbahngleis, um mehr Kapazitäten zu schaffen.

Allerdings gibt es bei dieser Variante zwei Hürden. Zum einen ist der Spandauer Bahnhof bereits jetzt überlastet.

Zum anderen wird im jüngsten Entwurf zum neuen Bundesverkehrswegeplan bis 2030, der am 16. März vorgestellt wurde, der beantragte Bau eines dritten Gleises zwischen Nauen und Berlin nicht berücksichtigt.

 

Aufschluss darüber, wie zukunftsträchtig ein S-Bahn-Ausbau ist, sollen die derzeit laufenden Korridoruntersuchungen vom Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg geben. Brandenburgs Verkehrsministerin Kathrin Schneider hatte am 17. März die Kommunen über den Zwischenstand der Untersuchungen informiert. Aus dieser Bestandsaufnahme werden dann unter Berücksichtigung der Finanzierbarkeit Konzepte für die weitere Entwicklung des öffentlichen Personennahverkehrs im Land erarbeitet.

 

Integriertes Konzept Express-S-Bahn

  • NEU: Durchbindung der S 5 X als Express-S-Bahn im 20-Minuten-Takt über Falkensee bis Nauen mit nur drei Zwischenhalten zwischen Westkreuz und Falkensee
  • NEU: Durchbindung S5 im 20 Minuten-Takt nach Albrechtshof mit zwei neuen Halten (z.B. Hackbuschstraße und Nauener Straße)
  • 10-Minuten-Takt bis Spandau bleibt erhalten, Express-S-Bahn verkehrt im 20-Minuten-Takt anstatt RB 10/14 im 30-Minuten-Takt, RE 2 und RE 6 bleiben unverändert bestehen
  • Höhere Kapazitäten, größeres Sitzplatzangebot mit S-Bahnen (ca. 150 Sitzplätze mehr je Stunde und Richtung)
  • Deutlich höhere Pünktlichkeit durch eigene S-Bahn Infrastruktur, Infrastrukturausbau realistisch

 

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Text: Claudia Braun
Foto: privat / Grafik:S-Bahn Berlin