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15.05.2017

Qualitätsoffensive: Ring soll pünktlicher werden

DB Netz und S-Bahn schnüren Paket mit Investitionen in Mensch und Technik

 

„Wenn eine Ringbahn störungsfrei durchkommt, sollte auf dem Zugschild ‚Home-Run‘ *stehen“, schlug vor einiger Zeit ein Fahrgast per Zettel am Bahnhof Landsberger Allee vor. Die Berliner lieben eben ihre S-Bahn und gehen auch mit den Fehlern der ganz besonderen Ringlinie humorvoll um. Natürlich ist die Aussage völlig überspitzt, dennoch trifft sie einen wahren Kern:

Die Ringbahn ist das Sorgenkind der S-Bahn, sie zieht die Pünktlichkeitsstatistik nach unten. Damit sich das ändert, haben DB Netz und die S-Bahn gemeinsam das „Ringbahn PLUS Berlin“-Projekt gestartet. Die Initiative läuft über einen Zeitraum von drei Jahren und umfasst ein Investitionsvolumen von rund vier Millionen Euro. Sie ist Teil des konzernweiten Qualitätsprogramms „Zukunft Bahn“.

*Home-Run: Wenn es dem Schlagmann im Baseball gelingt, nach seinem eigenen Schlag eine ganze Runde zu laufen und so einen Punkt zu erzielen.

 

Die Herausforderung erklärt Peter Buchner, Vorsitzender der Geschäftsführung der S-Bahn Berlin, so:

„Eine Strecke ohne Endstationen und mit zahlreichen ein- und ausfädelnden Linien ist extrem anfällig für Störungen. Die daraus resultierenden Auswirkungen sind gravierender als anderswo.“ Dichter Takt und wenig Wendemöglichkeiten an der Strecke sind der Grund, dass kleine Störungen den gesamten Betrieb schnell durcheinanderbringen können.

 

Was ist das Ziel des Projektes „Ringbahn PLUS Berlin“?

Ziel ist es, die Anzahl der netzbedingten Störungen von 350 im Jahr 2016 schrittweise deutlich zu verringern – auf 190 im Jahr 2019. Die Partner haben sich die verschiedenen Einflussfaktoren vorgenommen:

DB Netz verbessert mit vier Maßnahmeblöcken die Infrastruktur. Stromversorgung sowie Rechnertechnik in den Stellwerken werden modernisiert, Kabel werden frühzeitig erneuert und die Gleisfreimeldetechnik auf den neuesten Stand gebracht. Den Grund „Weichenstörung“ hat jeder Fahrgast schon einmal gehört, neue Weichenverschlüsse, Zungenheizungen, Zungenrollvorrichtungen und Verschlussfachabdeckungen sollen dafür sorgen, dass die Weichen zuverlässiger arbeiten.

Mehr Fahrzeugverfügbarkeit und kürzere Reaktionszeit

Die S-Bahn arbeitet intensiv an der Fahrzeugverfügbarkeit. Eine Ausbildungsoffensive bei den Triebfahrzeugführern schafft mehr Flexibilität. Ein zusätzlicher Disponent in der Transportleitung kümmert sich darum, dass im Fall des Falles der Regelbetrieb schneller wieder hergestellt ist. „Zwar werden sich Störungen auch in der Zukunft nicht gänzlich vermeiden lassen, da allein rund ein Drittel aller Behinderungen auf die Einflüsse Dritter zurück zu führen sind. Im Ernstfall aber wird unsere Reaktionszeit künftig kürzer“, so Peter Buchner.

Zum Ausbau der Schieneninfrastruktur ist die Deutsche Bahn im Gespräch mit den Aufgabenträgern. Damit die Ringbahn nachhaltig pünktlicher wird, müssen eingleisige Abschnitte auf den Zulaufstrecken beseitigt sowie zusätzliche Bahnsteiggleise auf der Ringbahn zum Tausch von Zügen geschaffen werden. Dann klappt es noch zuverlässiger mit dem Home-Run.

 

 

Text: Nina Dennert
Fotos: André Groth