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01.06.2017

Mit Training und Rücksichtnahme mobil

S-Bahn fahren mit Rollator, Rollstuhl oder Blindenhund

 

Diesmal haben Lisa Groll und Mogli den ganzen S-Bahn-Zug für sich. Ohne Gedränge an den Türen und im Weg stehende Fahrgäste können sie in aller Ruhe die einzelnen Abteile erkunden. Triebfahrzeugführer Tino Becker zeigt, wo sich die Notbremse befindet und wie sie ausgelöst wird. „Das ist neu für mich“, sagt die blinde 31-Jährige, die von ihrem Blindenführhund begleitet wird. Wie weitere Interessierte nutzte sie das Mobilitätstraining der S-Bahn Berlin im Mai, um mehr Sicherheit im öffentlichen Nahverkehr zu erlangen. Das Unternehmen hatte einen S-Bahn-Zug im Nordbahnhof für praktische Übungen zur Verfügung gestellt. Neben dem Triebfahrzeugführer waren Mitarbeiter des Kundendialogs, mobile Aufsichten und Beschäftigte des VBB-Begleitservice vor Ort, um hilfreich zur Seite zu stehen.

 

Das Training hat viele wichtige Aspekte für die Teilnehmer als auch für die Mitarbeiter hervorgebracht:

„Ich bin oft mit der S-Bahn unterwegs und möchte zum Beispiel gern wissen, wo es Sitze für Menschen mit Handicap gibt“, sagt Lisa Groll, die lediglich hell und dunkel unterscheiden kann. Das Schwierigste für sie sei es, die Türen der Bahn zu finden. „Zwar kann Mogli mich zu ihnen führen, aber wenn ihn Einkaufstaschen ins Gesicht schlagen oder alle drängeln, klappt das nicht. Ich wünsche mir von Mitreisenden einfach, dass sie auf meine Fragen antworten, mich nicht ungefragt anfassen und Mogli nicht ablenken“, erklärt Lisa Groll, die Jugendbeauftragte des Allgemeinen Blinden- und Sehbehindertenvereins in Berlin ist.

Für Christl Bacher ist es noch ungewohnt, mit ihrem Rollator unterwegs zu sein. „Ich habe den erst seit einem Monat. Jetzt muss ich testen, wie alltagstauglich er ist“, sagt die Rentnerin in Begleitung ihres Schwiegersohns. Eine halbe Stunde Probe genügen, dann hat sie den Dreh raus: „Jetzt weiß ich, wie ich einfach über die Kante rollen kann.“

Mario Plotka, der auf einen Rollstuhl angewiesen ist, nutzt ein Handbike, um einfacher in die S-Bahn zu kommen. Der 18-Jährige ist begeisterter Fan der Öffentlichen und möchte anderen Mut machen, sie zu nutzen – egal, ob mit Blindenführhund, Rollstuhl oder Rollator.

 

Informationen zur Barrierefreiheit finden Sie auch online

Die Fahrgäste erfahren online unter anderem, wie sie am günstigsten ans Ziel kommen, ob die Bahnhöfe, die sie während ihrer Fahrt frequentieren, barrierefrei sind und ob sie über Aufzug oder eine Rampe verfügen. Betriebsstörungen und Bauarbeiten werden ebenfalls angezeigt.

Generell empfiehlt es sich, Fahrten mit der Fahrplanauskunft auf unserer Webseite, die Sie direkt auf der Startseite finden oder der S-Bahn-App zu planen. Dort haben Sie die Möglichkeit bei der erweiterten Suche unter "Optionen für eine barrierefreie Reisekette" eine Auswahl zur Barrierefreiheit zu treffen (siehe Bild).

Weitere Informationen finden Sie unter: sbahn.berlin/barrierefrei

 

Text: Claudia Braun
Fotos (2): Santiago Engelhardt