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21.09.2017

S-Bahn modernisiert die gesamte Flotte

Langlebige und zuverlässige Fahrzeuge für die wachsende Stadt

 

Im Fahrzeugpark der S-Bahn Berlin tut sich einiges. Die Produktion einer neuen Generation von S-Bahn-Zügen ist angelaufen. Parallel arbeitet das Unternehmen weiterhin an der Sanierung der aktuellen Baureihen. Die „Neue S-Bahn für Berlin“ nennt S-Bahnchef Peter Buchner schon jetzt eine Erfolgsstory. 106 neue Triebzüge sind beim Herstellerkonsortium der Stadler Pankow GmbH und der Siemens AG bestellt.

„Die neue Baureihe 483/484 setzt einen Meilenstein für die Qualität. Das werden die stabilsten S-Bahnen, die je in Berlin gefahren sind. Denn die neue Baureihe hat von den alten gelernt“,

verspricht Peter Buchner, Vorsitzender der Geschäftsführung der S-Bahn Berlin.

 

Im Oktober werden die ersten Wagenkästen aus Ungarn zur Montage bei Stadler in Pankow angeliefert. Der erste rollfähige Zug wird 2018 fertiggestellt sein, 2019 folgt der Testbetrieb im Prüfcenter von Siemens, 2020 finden Testfahrten im zukünftigen Einsatzgebiet – dem Teilnetz Ring – statt. Ab dem Betriebsstart am 1. Januar 2021 können sich die Fahrgäste von der Qualität der neuen S-Bahn im Alltag überzeugen. Der S-Bahn-Chef ist es jetzt schon. Denn mit dem Ziel, ein absolut stabiles Fahrzeug zu konzipieren, haben die Ingenieure ausführlich in den Werkstätten recherchiert. Dabei ließen sie sich von Mitarbeitern genau berichten, was die Probleme und Knackpunkte der aktuellen Baureihen sind. All diese Erfahrung ist in die Konstruktion der neuen Züge geflossen.

Das Projekt ist genau im Zeitplan. Das ist bei einem Neubau nicht selbstverständlich, aber umso wichtiger, da die Züge pünktlich benötigt werden. Ab 2023 dürfen nur noch die Baureihen fahren, die mit der neuen Sicherungstechnik ZBS ausgestattet sind. Deshalb wird aktuell auf Wunsch des Senats auch geprüft, ob die Altbaureihe 480 doch noch mit dieser neuen Zugsicherung ausgestattet werden könnte, um sie über 2023 hinaus einsetzen zu können. Mit der Stadt wächst schließlich auch der Bedarf an Fahrzeugkapazität. Ob es zur Nachrüstung kommt, hängt davon ab, wie das Eisenbahnbundesamt über das vorgeschlagene Konzept entscheidet.

Weitere Infos zur neuen Baureihe

 

Sanierung der Altbaureihen – Projekt Langlebigkeit

Alle drei „Altbaureihen“ werden gerade umfangreich fit gemacht. Beim aktuellen Radsatztausch für die Baureihe 481 gibt es leider nach wie vor Verzögerungen aufgrund von Lieferengpässen bei den Ersatzteilen. Das wirkt sich auf die Fahrzeugverfügbarkeit aus, weshalb die S1, S2 und S7 teilweise mit kürzeren Zügen fahren und die Verstärkerzüge im Berufsverkehr auf den Linien S1 und S5 vorläufig ausfallen. Es wird alles getan, um schnellstmöglich wieder in den Zeitplan zu kommen.

Die Baureihen 480 und 485 erhalten ein technisches 50-Maßnahmen-Paket, mit dem ein zuverlässiger Weiterbetrieb im Teilnetz Ring bis 2023 gewährleistet wird. Das Ertüchtigungsprogramm im Auftrag der Länder kostet insgesamt 150 Millionen Euro. Bei der Baureihe 480 werden Ende des Jahres 60 der insgesamt 70 Viertelzüge umgerüstet sein. Die restlichen zehn werden im 1. Quartal 2018 aufgearbeitet, die Maßnahmen betreffen unter anderem den Antriebsstrang, das Radsatzgetriebe und die Drehgestellrahmen.

Die Maßnahmen für die Baureihe 485 werden bis Ende 2019 umgesetzt. Hier wird neben vielen kleinen Arbeiten ein geringfügiger Umbau im Innenraum erforderlich, um das Fahrzeug leichter zu machen. Denn die hinzugefügte neue Technik, wie das Fahrerassistenzsystem FASSI, haben die Fahrzeugmasse stetig steigen lassen. Die S-Bahn hat außerdem ein Programm zur Erhöhung der Langlebigkeit der Baureihe 481 aufgelegt. Sie soll bis in das nächste Jahrzehnt das Rückgrat der Fahrzeugflotte sein und könnte sogar bis 2035 in Betrieb bleiben. „Wir haben die 481 bis aufs letzte Blech auseinandergenommen und geprüft. Es ist nichts aufgetaucht, das dagegen spricht“, so Peter Buchner.

 

 

Text: Nina Dennert
Foto: Stadler Pankow GmbH/ Design: büro+staubach