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22.02.2018

Bahn baut täglich auf 100 Baustellen in der Region

Die wichtigsten Vorhaben 2018 – von Brücken bis ZBS

550 Millionen Euro will die Deutsche Bahn in diesem Jahr in der Region Berlin/Brandenburg in Schienen, Netz und Bahnhöfe investieren. Das teilte Alexander Kaczmarek, Konzernbevollmächtigter der DB für das Land Berlin, mit, der gemeinsam mit den zuständigen Projektleitern die Baumaßnahmen vorstellte. Vor allem die Qualität soll in diesem Jahr im Vordergrund stehen: „Wir konzentrieren uns jetzt darauf, dass unsere Bauvorhaben wie geplant umgesetzt werden und der Nutzen schnell wirksam wird. Dafür stellen wir dieses Jahr 210 Ingenieure, Planer, Bauüberwacher, Mechatroniker und Gleisbauer ein. Insgesamt sind dann bei uns 2.165 ,Bau‘-Mitarbeiter tätig. Ingenieure, die gerade ihren Abschluss in der Tasche haben, können sich gern bei uns bewerben“, so Kaczmarek weiter. Bundesweit sollen über 2.000 neue Mitarbeiter in Bauberufen eingestellt und die Rekordsumme von 9,3 Milliarden Euro in die Infrastruktur investiert werden.

Allein in Berlin und Brandenburg gilt es bis zu 100 Baustellen täglich zu überwachen und zu koordinieren. Auch die Dichte an Baustellen im Großraum Berlin bleibt mit fünf Großprojekten besonders hoch. Gleichzeitig müssen Gleise, Weichen und viele andere für den Bahnbetrieb wichtige Anlagen instand gehalten werden. Dieses Jahr werden 33 Bahnbrücken wieder „in Schuss“ gebracht. Trotz der Aktivitäten blieben die S- und Regionalzüge mit 97 beziehungsweise 94 Prozent pünktlich. 2017 wurden bundesweit die durch Baustellen verursachten Verspätungen um 10 Prozent reduziert.

 

Die wichtigsten Bauprojekte im Überblick:

Ostkreuz

„Wir können stolz darauf sein, was schon alles geschafft worden ist“, konstatiert Alexander Kazcmarek. Doch noch sind nicht alle Vorhaben beendet: Im November geht das vierte S-Bahn-Gleis zwischen Ostkreuz und Ostbahnhof in Betrieb, das erlaubt mehr Züge und wirkt sich auch auf die Pünktlichkeit aus. Außerdem soll am Ostkreuz bis Ende Mai die Tunneldecke für die Bundesautobahn A 100 fertig werden. Das ist Voraussetzung, damit im Dezember der zweite Teil der Fußgängerbrücke in Betrieb gehen und die Ostbahn (RB 12, 25, 26) nach Ostkreuz, Gleis 7 und 8, eröffnet werden kann.

 

Warschauer Straße

Im November geht der Bahnsteig B in Betrieb, wofür aktuell der Rückbau läuft. Wie Jan Ebering von DB Station & Service mitteilt, wird der Halt mit dem neuen Zugangsbauwerk komplett neu gestaltet. An den neuen Bahnsteigen halten die S-Bahnen im Richtungsverkehr, wie auch am Ostkreuz. In Zukunft sind sie barrierefrei erreichbar. Nach Fertigstellung besteht die Station dann aus zwei Dritteln Verkehrsfläche und einem Drittel Verkaufsflächen, die Anfang September den Mietern übergeben werden. Des Weiteren laufen derzeit Arbeiten an Dach und Fassade.

 

Bahnhof Schöneweide

Vom 9. bis 30. April werden die letzten Überbauten für die S-Bahn eingesetzt, so dass die Sperrung des Sterndamms für Autofahrer im Juni aufgehoben werden kann. Im August beginnt dann die Grunderneuerung des Bahnhofs und des Personentunnels. Zeitgleich beginnt die Umrüstung des Stellwerks. Denn die Technik vor Ort sei arg in die Jahre gekommen, wie Projektleiter Olaf Schroeder von der DB Netz AG erklärte. Ebenfalls in diesem Jahr beginnt der Abriss des Zwischengebäudes. 2021 soll der gesamte Bahnhofsumbau abgeschlossen sein. Nicht in Bahnverantwortung entsteht ein Tunnel für die Tram.

Der ehemalige Rangierbahnhof Schöneweide wird künftig zum Gewerbegebiet. Der denkmalgeschützte Lokschuppen, der vom Verein „Berlin macht Dampf“ genutzt wird, und der Wasserturm bleiben erhalten. Bis Ende 2019 werden, in Kooperation von Bahn und dem Land Berlin, neue Straßen und ein neuer Zugang zum Betriebsbahnhof Schöneweide geschaffen. Zuvor wurden für die Bauarbeiten Zauneidechsen in den Landschaftspark Herzberge sowie nach Staaken und Pankow umgesiedelt.

 

Neue City-S-Bahn (S 21)

„Die Bezeichnung S 21 ist negativ belegt“, findet Alexander Kaczmarek, so dass er nun den Begriff City-S-Bahn für die geplante Verbindung vom Hauptbahnhof zum nördlichen S-Bahnring etablieren möchte. 2018 wird am Trog- und Tunnelbauwerk weiter gearbeitet. Zudem werden die Pfeiler für die Eisenbahnbrücke über den Spandauer Schifffahrtskanal hergestellt. Weil unter anderem Grundwasser in die Baugruben lief, entsteht 2020 zunächst ein vorläufiger Bahnsteig am Hauptbahnhof.

 

Dresdener Bahn

Weitgehend unberührt bleibt der S-Bahn-Betrieb von den bauvorbereitenden Arbeiten für die Dresdener Bahn, wie Projektleiter Holger Ludewig von der DB Netz AG mitteilt. Bis März entsteht die neue Fußgängerbrücke an der Säntisstraße, die Bahnüberführung wird geschlossen. Das Freimachen des Baufeldes – etwa das Fällen von Bäumen und der Rückbau von Gleisanlagen – geht weiter. Weitere Hintergründe zum Projekt gibt es dienstags von 14 bis 16 Uhr im Infopunkt am S-Bahnhof Lichtenrade.

 

Vegetationsmanagement

Nach den Stürmen Friederike und Xavier im vergangenen Jahr sorgten rund 50 umgestürzte Pappeln dafür, dass der Bahnverkehr mehrere Tage unterbrochen werden musste. Forstingenieur Stephan Landrock von der DB Fahrwegdienste GmbH und seine Kollegen haben nun vorbeugende Maßnahmen ergriffen und etwa 400 Schwarzpappeln vorsorglich gefällt. Des Weiteren laufen Gespräche mit privaten Eigentümern, auf deren an Bahnstrecken grenzenden Grundstücken ebenfalls „Problembäume“ stehen. Weitere Fällungen plant Landrock im Herbst.

 

Zugbeeinflussungssystem

Der Ausbau mit dem Zugbeeinflussungssystem S-Bahn (ZBS) geht weiter. Die Technik löst die mechanischen Fahrsperren ab und leitet eine Zwangsbremsung ein, wenn eine S-Bahn ein rotes Signal ignoriert oder die Geschwindigkeit überschreitet. Projektleiter Olaf Schroeder informierte, dass bis Ende des Jahres 35 Prozent der S-Bahn-Strecken mit der neuen Technik ausgerüstet sein sollen (jetzt 20 Prozent). In diesem Jahr sind die südlichen Abschnitte der Linien S 1 und S 2 sowie die westliche S 5 an der Reihe. Damit verbunden sind Streckensperrungen und Ersatzverkehr mit Bussen, punkt 3 wird rechtzeitig informieren.

 

 

 

Übersicht der S-Bahn-Bauschwerpunkte 2018:
 

 

Text: Claudia Braun
Foto: André Groth