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16.04.2018

Tausende Menschen ans Ziel bringen – das können wir

Die S-Bahn Berlin hat den Ansturm der knapp 75.000 Fans gut gemeistert

Beim Anpfiff tobt das Stadion. Die Jubelrufe der Fußballfans werden vom Wind über den Rand des Olympiastadions in die rund 400 Meter entfernte Leitstelle der S-Bahn Berlin getragen. Das Freundschaftsspiel Deutschland – Brasilien am 27. März ist ausverkauft, und besonders auf den öffentlichen Nahverkehr sind die Augen an diesem Abend gerichtet. Denn es gilt, Deutschlands größten S-Bahnhof unter Volllast zu testen.

Klappen An- und Abfahrt der vielen Menschen reibungslos? Kommen die Fans pünktlich zum Spiel? Sind die Wartezeiten kurz? Schließlich ist das Spiel im ausverkauften Olympiastadion das letzte vor der Entscheidung, ob die Fußball-Europameisterschaft 2024 in Deutschland oder der Türkei stattfindet. Im September gibt die UEFA den Austragungsort bekannt. Es ist also DIE Bewährungsprobe, ob Berlin und vor allem die rot-gelben Züge solchem Ansturm gewappnet sind. Und deshalb sind alle Einsatzkräfte hoch konzentriert bei der Sache.

 

Wie einzelne Rädchen eines Uhrwerks

Wer einmal einen Blick in die Zentrale wirft, wird feststellen, dass alle Bereiche wie einzelne Rädchen an einem Uhrwerk perfekt zusammenarbeiten, sodass der Verkehr fließt. Und bis zum Anpfiff haben die Kollegen der S-Bahn Berlin alles richtig gemacht.

Die Anreise der Fans lief jedenfalls nahezu problemlos: „Die meisten, nämlich mehr als 40.000 Fußballfans, sind mit S-Bahnen angekommen“, erklärt Peter Schön, Einsatzleiter Sonderverkehr. Das sei für das routinierte Einsatzteam, das rund 50 Großveranstaltungen wir Fußballspiele, Sportveranstaltungen oder Konzerte im Jahr begleitet, allerdings kein Problem gewesen. „Wir fahren normalerweise bei der Anreise der Fans mit zwölf S-Bahnen, bei der Abreise mit 24 Zügen pro Stunde“, erklärt S-Bahn-Pressesprecher Ingo Priegnitz. „Doch aufgrund des hohen Fahrgastaufkommens am Westkreuz musste nachjustiert werden. Die kurzen Dienstwege ermöglichen uns ein schnelles Handeln. So wurde die S 7 kurzfristig auf ihrem Weg nach Potsdam umgeleitet und die S 5 vom Westkreuz bis zum Stadion verlängert“, fügt er hinzu.

 

Während auf dem Hinweg die Fans über einen längeren Zeitraum zum Stadion kommen, wollen alle Stadionbesucher nach Spielende gleichzeitig nach Hause. Und so liegt das Augenmerk des Leitstellenteams auch auf der reibungslosen Abreise der Fahrgäste. „Alles unter einer Stunde ist gut“, sagt Schön. Doch dann, in der zweiten Halbzeit, bricht Hektik im S-Bahnteam aus. „Es gibt acht Minuten Verspätung“, ruft der Einsatzleiter. Und damit meint er nicht etwa eine S-Bahn, sondern das Fußballspiel. „Die ersten Sonderzüge sind gleich nach Ende des Spiels eingeplant, doch nun werden sie leer wegfahren“, erklärt Kollege Uwe Feiler.

Dennoch läuft alles gut. Die strömende Menschenmenge wird gezielt zum Bahnsteig gelenkt, an dem die nächste S-Bahn abfährt. Sie befördert dann nach wenigen Minuten bis zu 1.200 Menschen gleichzeitig in die Innenstadt. Nach etwas mehr als einer Stunde sind die Bahnsteige wieder leer, das Einsatzteam macht Feierabend – bis zum nächsten Großereignis. Und freut sich auf den nächsten Einsatz, möglicherweise bei der EM 2024.

 

Text: punkt3
Fotos: C. Flechtner