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Was wird wann und wo bei dem Großprojekt gebaut?

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20.10.2006

Eine in letzter Zeit immer wieder häufig gestellte Frage. Wir wollen an dieser Stelle versuchen, etwas Licht ins Dunkel zu bringen - auch wenn verbindliche Termine nach wie vor nicht in Sicht sind.

Der Ausgangspunkt für den Beginn der Umbauarbeiten ist der erwartete Planfeststellungsbeschluss des Eisenbahn Bundesamtes. Dieser ist für den Herbst 2006 vorgesehen.

Nach Eingang des Beschlusses können die Arbeiten nach den kaufmännischen Procederen ausgeschrieben und Aufträge vergeben werden. Bis dahin werden vor allem bauvorbereitende Arbeiten ausgeführt. Dazu gehören noch in diesem Jahr (2006) unter anderem der Neubau einer provisorischen Fußgängerbrücke parallel zur bestehenden Brücke, die Verlegung aller im Baufeld befindlichen Kabel mit dem Bau der dazu notwendigen Kabelschächte und -wege, der Einbau einer Gleisverbindung mit zwei Bauweichen westlich des Erkner- Bahnsteiges sowie die Errichtung eines Containerstellwerkes als Ersatz für das alte östliche Stellwerk.

Das Container wird auf dem westlichen Ende des Bahnsteiges D aufgebaut, voraussichtlich im März des kommenden Jahres in Betrieb gehen. Von dort aus werden dann alle wesentlichen Bauphasen in unmittelbarer Nähe des Ostkreuzes gesteuert.

Abriss und Neubau der Kynastbrücke
Die eigentlichen Arbeiten werden mit dem Abriss und Neubau der Kynastbrücke östlich der Ringgleise beginnen. Die Straßenbrücke muss für den Neubau der Ringbahnsteige in östliche Richtung verschoben werden.

Diese Arbeiten wird der Senat von Berlin ab 2007 ausführen. Parallel dazu werden die alten Ringbahnbrücken der Fernbahn ausgehoben, um Platz für den Neubau des Regionalbahnsteiges zu bekommen. Für diese Arbeiten müssen insgesamt nur kurze Betriebseinschränkungen in Kauf genommen werden - nämlich immer dann, wenn alte Brücken ausgehoben, beziehungsweise neue Brücken eingesetzt werden.

Ebenfalls parallel zu diesen Arbeiten wird zwischen dem S-Bahngleis nach und dem Fernbahngleis von Erkner eine erste Stützwand für die künftigen Ringbahnbrücken errichtet. Dazu wird der S-Bahnverkehr von und nach Erkner im Bahnhof Ostkreuz etwa ab April 2007 eingleisig geführt.

Ringzüge ab 2009 auf Fernbahnseite

Da gleichzeitig das Bauvorhaben Schlichtallee in Rummelsburg läuft (Abschluss voraussichtlich Mitte 2007) sowie in verschiedenen Baustufen die Bahnbögen zwischen Ostkreuz und Rummelsburg saniert werden, müssen sich die Kunden ab dem kommenden Jahr für die Betriebsführung von und nach Erkner auf verschiedene, eingleisige Streckenabschnitte zwischen Ostkreuz und Betriebsbahnhof Rummelsburg einstellen.

Der Neubau des oberen Regionalbahnsteiges wird nach dem jetzigen Zeitplan im Jahre 2009 so weit fortgeschritten sein, dass die Ringzüge der S-Bahn bauzeitlich an diesem Bahnsteig halten können. Zu diesem Zeitpunkt beginnen die wesentlichen Einschränkungen für die S-Bahn:

Die Ringgleise müssen nördlich vom Ostkreuz (in Höhe des Stellwerkes) an die provisorische Gleisführung auf die Fernbahnseite verlegt werden. Da mit dieser Gleislage der bestehende Tunnel für das Ringgleis Ostkreuz- Treptower Park nicht mehr erreicht werden kann, muss die Gleislage der Fernbahn bis zur Spreebrücke genutzt werden.

Die Ringzüge der S-Bahn werden also ab etwa 2009 zwischen Ostkreuz und Treptower Park auf der Fernbahnseite fahren. In der Folge kann die Verbindung Treptower Park-Warschauer Straße (die sogenannte Südkurve) nicht mehr bedient werden.

Es entsteht also Baufreiheit für den Neubau des Ringbahnsteiges S-Bahn, den Neubau der Südkurve und die Sanierung des Tunnels Ringbahngleis unter der Südkurve. Der Bauzustand wird bis Ende 2011 andauern - dann können die Ringzüge am neuen Bahnsteig halten und ihre angestammte Trasse wieder nutzen. Die Südkurve wird jedoch erst zwei Jahre später - also mit Beendigung der wesentlichen Umbauten im Ostwest-Bereich fertig.

Vom Linien- zum Richtungsbetrieb

Die Arbeiten in der Ost-West- Ebene mit der Umgestaltung des derzeitigen Linienbetriebs auf einen Richtungsbetrieb analog des Bahnhofs Westkreuz (alle Züge stadtauswärts benutzen den derzeitigen Erkner-Bahnsteig; alle Züge stadteinwärts benutzen den derzeitigen Lichtenberg- Bahnsteig) werden kompakt in den Jahren 2009 bis 2013 ausgeführt.

Es werden zwei Hauptbauphasen auf der südlichen beziehungsweise nördlichen Gleisachse der Strecke Warschauer Straße - Ostkreuz eingerichtet. Je nach Bauphase fahren die Züge der Stadtbahn auf der baufreien Gleisachse. Dazu sind vor allem beim Übergang einer in eine weitere Bauphase erhebliche Betriebsbeeinflussungen zu erwarten, die wir vor allem auf Wochenenden konzentrieren wollen.

Das gesamte Zugangebot der Strecke ab Lichtenberg bis zur Stadtbahn kann jedoch in wesentlichen Teilen bestehen bleiben. Der durchgehende, zweigleisige Betrieb wird zwischen Ostkreuz und Ostbahnhof stets gewährleistet. Baubedingt stehen die Wendegleise in Warschauer Straße und teilweise auch in Ostbahnhof nicht zur Verfügung.

Einschränkung auf der Strecke nach Erkner

Eine große Einschränkung muss leider erneut die S 3 hinnehmen. Während der gesamten Bauzeit der Ost-West-Achse müssen die Züge von und nach Erkner am jetzigen Gleis 3 in Ostkreuz enden. Die Querverbindung während der verschiedenen Bauphasen zu den Streckengleisen von und nach Lichtenberg würde mitten durch das Baufeld führen und ist daher nicht möglich. Eine Verbindung zum Netz der S-Bahn bleibt gewährleistet.

Text: Christian Morgenroth
Fotos: Sven Trojanowski