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News - Ostkreuz der Zukunft – jetzt mit Erschwernissen

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Bauen mit weitreichenden Folgen für alle Beteiligten

26.06.2008

Bei laufendem Bahn-Betrieb entsteht in den kommenden Jahren ein praktisch völlig neuer Bahnhof als wichtigster
Umsteigepunkt im S-Bahn- und dann auch Regionalverkehr. Kein Gleis liegt später dort, wo es heute zu finden ist. Wenn 2016 alles fertig ist, steht den mehr als 100 000 Fahrgästen, die hier werktäglich ein-, aus- oder umsteigen, eine moderne Verkehrsstation mit mehr Komfort, besseren Anschlüssen und einfacherer Orientierung zur Verfügung.

Künftig halten neben Zügen diverser S-Bahn- Linien hier auch Züge der RE-Linien – auf der Ringbahn und der Stadtbahn. Optional - also vorbehaltlich der Bestellung durch die Länder - auch auf der Ostbahn (Lichtenberg/Kostrzyn). Ebenfalls als Option ist eine Straßenbahnanbindung nördlich des Bahnhofs vorgesehen.

Die S-Bahnen halten künftig im „Richtungsbetrieb“, das heißt: von einem Bahnsteig immer in Richtung Innenstadt, von einem anderen immer stadtauswärts.

 

Bauen am Bahnhof Ostkreuz:
Alle haben darauf gewartet, jetzt müssen alle damit leben.
Damit sind die Fahrgastströme besser kanali- sierbar und die Orientierung für die Fahrgäste wird leichter.

Kein Lauern mehr, wo die nächste Bahn Richtung Ostbahnhof abfährt.

Zehn Aufzüge und 13 Fahrtreppen erhöhen den
Komfort und machen den Bahnhof barrierefrei.

Die Bauarbeiten bedingen die komplette Umge- staltung der Bahnanlagen zwischen Rummelsburg und Nöldnerplatz im Osten, Ostbahnhof im Westen sowie Frankfurter Allee und Treptower Park in der Nord-Süd- Richtung.

Aktuelle u. zukünftige Bauarbeiten am Ostkreuz - Gespräch mit Projektleiter Mario Wand

Wer regelmäßig mit einer S-Bahn unterwegs ist, die am Ostkreuz hält, sieht beträchtliche Veränderungen rund um den Bahnhof. Bisher wird nur abgerissen, oder?

Mario Wand: Jein. Alles was am Ostkreuz geschieht, hat weitreichende Folgen auch für die Umgebung. Das erleben wir gerade während der Totalsperrung der Hauptstraße und der Umleitung des Autoverkehrs, und das wird sich fortsetzen mit Änderungen für den S-Bahn-Verkehr.

Doch unsere wichtigste Prämisse ist: Die S-Bahn muss während der gesamten Bauzeit rollen! Dazu verschwenken wir während der gesamten Bauzeit rund 50 Mal Gleise, verlegen Stromschienen, versetzen Signale, bauen Weichen ein- und aus. Deshalb die lange Bauzeit von 10 Jahren.

Zunächst mussten wir natürlich sehr umfangreiche bauvorbereitende Maßnahmen durchführen. Dabei wurden auch ganze Straßenzüge verändert.

Daneben haben wir aber auch zeitgleich Neues integriert, zum Beispiel zwei unterirdische Rückhaltebecken mit Pumpanlagen an der Marktstraße, die 800 Kubikmeter Regenwasser von den Bahnhofsdächern auffangen können, ehe es in den hier unterirdischen Ruschegraben geleitet wird.

78 Bäume haben wir derweil an anderer Stelle als Ersatz für gefällte gepflanzt. Wir haben auch 80 Kilometer Kabel für Signale und Energieversorgung umgelegt.

Das Land Berlin hat die „Untere Kynaststraße“, also die neue Verbindung zwischen Kynast- und Hauptstraße, gebaut.

Zurückgebaut wurden u. a. Werkstattgebäude, die Straßenrampe Hauptstraße – Kynastbrücke, die Fernbahngleise auf den Ringbahnbrücken und die Fernbahnbrücken der Ringbahn selbst, Teile der S-Bahnsteigdächer und das Zugangsgebäude an der Hauptstraße.

Warum ist nun die Totalsperrung der Hauptstraße nötig geworden? Bei den Autofahrern sorgt das für Unmut.


Mario Wand: Wir mussten Baufreiheit schaffen für den Abbruch und Neubau der alten Ringbahnbrücken (Gewölbe), der Fernbahn sowie der Kynaststraße. Diese Brücken führen bekanntlich direkt über die Hauptstraße.

Parallel zu den Brückenbauarbeiten sind mehrere Leitungsumverlegungen in der Hauptstraße erforderlich. Bis zum 30. Oktober sollen die Arbeiten für dieses Jahr beendet sein.

Doch auch die Autofahrer werden profitieren: Die Hauptstraße wird letztendlich aufgeweitet und vierspurig ausgebaut. Es verschwindet also ein Nadelöhr.

Für den Neubau der Kynastbrücke und des künftigen Regionalbahnsteigs müssen mehrere neue, sogenannte Wandscheiben– die Pfeiler der Brücken– errichtet werden. Die geplanten Bohrpfähle zur Gründung reichen bis in
30 Meter Tiefe. Zum Teil wird sehr dicht an den Gleisen gebaut. Dann muss das betreffende Gleis gesperrt werden.

Was bedeutet das für die S-Bahn-Fahrer?

Mario Wand: Die S 3 nach Erkner fährt innerhalb des Bahnhofs Ostkreuz vom 17. Juli bis zum 1. Dezember 2008 auf nur
einem Gleis, die Fahrgäste müssen dann mit einer Bahnsteigkante vorlieb nehmen. Aber die Taktfolge der Züge
wird nicht beeinträchtigt. Zusätzlich muss allerdings in einigen Nächten und an den Wochenenden gebaut werden. In
dieser Zeit wird Schienenersatzverkehr mit Bussen gefahren.

Die Fahrgäste der S 3 müssen also den Bahnsteig erst mal nicht wechseln, um weiter in die Innenstadt zu kommen. Das ist doch aber immer noch im Gespräch?

Mario Wand: Ja, aber das passiert nicht vor Februar 2011. Dann werden die Gleise zwischen Ostbahnhof und Ostkreuz
neu gebaut und die S 3 fährt für knapp 4 Jahre nur zwischen Erkner und Ostkreuz. Da aber die Linien S 5, S 7 und S 75 jeweils im 10-Minutentakt über die Stadtbahn bis Charlottenburg bzw. Westkreuz fahren, besteht am Ostkreuz alle drei bis vier Minuten ein Anschluss Richtung City.

Und was passiert mit der S 9 in Richtung Schönefeld?

Mario Wand: Ab Herbst 2009 wird die Ring-S-Bahn vorübergehend am neuen Regionalbahnsteig halten. Damit muss
die Verbindung zwischen Warschauer Straße und Treptower Park, die Südringkurve, unterbrochen werden. Auch sie wird neugebaut. Vom Flughafen Schönefeld geht es dann über den Ostring und zurück.

Wer aus der Innenstadt kommt, muss am Ostkreuz umsteigen. Damit aber der 10-Minuten- Takt über die Stadtbahn nach Spandau trotz fehlender S 9 erhalten bleibt, fährt vsl. die S 75 im 10-Minuten-Takt. Nach Ende der Bauarbeiten ist wieder alles wie gehabt. Nur den Bahnsteig A wird es nicht mehr geben. Die Züge aus dem Südosten fahren künftig ohne Halt über die Südkurve des Bahnhofs Ostkreuz zum Bahnhof Warschauer Straße.

Welche weiteren Bauetappen sind geplant?

Mario Wand: Zwischen 2010 und 2016 werden wir den Ringbahnsteig der S-Bahn mit der neuen Halle bauen, die Südringkurve neu errichten und die gesamte Stadtbahnstrecke zwischen Ostbahnhof und Nöldnerplatz bzw. Rummelsburg mit neuen Bahnsteigen für S-Bahn und Regionalverkehr umbauen.

Und Warschauer Straße?

Mario Wand: Auch dieser S-Bahnhof wird erneuert und mit Richtungsbahnsteigen versehen. Wir planen perspektivisch auch die Heranführung der U 1 an den S-Bahnhof ein.

 

Beeinträchtigungen im Fahrverkehr am Ostkreuz im Jahr 2008

S 3
17.7. bis 1.12.2008: Die Züge fahren in beiden Richtungen nur noch vom Gleis 4. Zusätzliche Komplettsperrungen
an einigen Wochenenden und in mehreren Nächten mit SEV

Regionalverkehr
Beeinträchtigungen der Regionalzüge, die im Abschnitt Ostbahnhof – Rummelsburg fahren, vom 25. Juli bis 4. August überwiegend in den Nächten sowie 22./23. November

Fernverkehr
Änderungen für Züge, die im Abschnitt Ostbahnhof – Rummelsburg fahren, vom 25. Juli bis 4. August und 18. August bis 28. September überwiegend in den Nächten sowie 22./23. November.

Foto Ostkreuz: David Ulrich