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17.2.2011

Wer baut am Ostkreuz?: Deutsche Bahn - DB Netz AG informiert

Teil 2: Die ARGE Ostkreuz

S-Bahn-Fahrgäste, die am Ostkreuz umsteigen, erleben hier fast wöchentlich so viele Veränderungen, dass sie manche wohl kaum wahrnehmen. Doch dann geschehen Dinge, die nicht zu übersehen sind.

Da liegt am Montag plötzlich ein monströser Träger, wo am Freitag noch ein leerer Gleistrog war. Die Aussicht vom Ringbahnsteig auf die untere Gleisebene ist versperrt.

Jene zwei gigantischen, 150 Meter langen Stahlträger, die derzeit aus 11 Einzelteilen zusammengeschweißt und im März in ihre endgültige Lage gebracht werden, bilden die Streifenfundamente der Ringbahnhalle für die S-Bahn.

Doch was von den Fahrgästen zwischen zwei Zügen vielleicht im Kurzzeitgedächtnis gespeichert wird und über das Wochenende wie aus dem Nichts zu kommen scheint, erfordert minutiöse, oft jahrelange Planungen vieler Beteiligter. Mike Heinze ist Diplombauingenieur beim Konzern HOCHTIEF und am Ostkreuz Oberbauleiter der „AG Ostkreuz VP 10“, was aufgelöst „Arbeitsgemeinschaft Ostkreuz Vergabepaket 10“ heißt. Diesem Zusammenschluss gehören neben HOCHTIEF der Stahlbau Dessau und der Gleisbauspezialist NTG-BAU an. Die drei Firmen haben das Ausschreibungsverfahren VP10 der DB AG am Ostkreuz gewonnen.

Mike Heinze erläutert: „Mit den Planungsarbeiten für diesen Bauabschnitt haben wir im Juli 2009 begonnen. Das heißt, schon vor eineinhalb Jahren haben sich die drei beteiligten Unternehmen unter anderem damit beschäftigt, wann die Trägersegmente aus dem Stahlbau Dessau zum Einbau angeliefert werden müssen, damit die weiteren Bauabläufe stimmen, über welche Straßen der Schwerlasttransport fahren kann, zu welcher Stunde er hier ankommt und wer zum Abladen gebraucht wird. Ich will damit nur sagen – eine Großbaustelle wie das Ostkreuz ist eine ingenieurtechnische Herausforderung und ein planerisches Puzzle, das unendlich viele Teile hat und sich darauf verlassen muss, dass alle Beteiligten hundertprozentig genau arbeiten.“

Und Lothar Kwapinski, der Projektleiter der NTG-BAU ergänzt: „Wenn wir als mittelständisches Unternehmen bei solch einem Großauftrag mitbauen wollen und vielleicht auch am VP 11 – den Arbeiten auf der Stadtbahnebene, an der Südkurve und den Anschlüssen nach Lichtenberg und Warschauer Straße – dann verlässt sich die DB AG als Bauherr nicht nur auf unser Preisangebot, sondern auf unsere Fachkompetenz und absolute Zuverlässigkeit. Bauen bei rollendem Betrieb setzt selbst für ein erfahrenes Gleisbauunternehmen sehr hohe Maßstäbe.“

Beide Bauingenieure wissen wiederum, dass die Baustelle Ostkreuz für ihre Unternehmen auch ein wichtiges Referenzobjekt ist.

Hochtief

ist mit mehr als 66 000 Mitarbeitern als Dienstleister für Infrastrukturprojekten, Immobilien und Anlagen auf allen wichtigen Märkten der Welt präsent. Am Ostkreuz realisiert HOCHTIEF bis Ostern 2012 alle Stahlbau-, Beton- und viele Erdarbeiten, baut die Bahnsteigplatte und die Ringbahnhalle für den künftigen S-Bahnsteig. Gleichzeitig werden Vorleistungen für den Wiederaufbau der Südkurve erbracht. In Spitzenzeiten sind bis zu 100 Mitarbeiter auf der Baustelle.

Hochtief-Construction

Stahlbau Dessau GmbH & Co. KG

beschäftigt sich mit der Herstellung von schwerem Stahlbau. Kernstück dabei ist die Fertigung von Stahlbrücken jeglicher Art. Neben dem Brücken -, Kran- und Stahlbau werden auch Sonderkomponenten für den Schiff- und Yachtbau gefertigt. Für die Baustelle Ostkreuz hat die Firma alle Brückensegmente in Dessau vorgefertigt und vor Ort montiert, ebenso den Stahlrahmen für die Unterkonstruktion der Ringbahnsteigplatte.

Stahlbau-Dessau

NTG-BAU GmbH

setzt ihre Schwerpunkte in den Bereichen des Gleisbaus, des Tiefbaus, des Bahnsteigbaus und des Kabelbaus. Projekte bei der Deutschen Bahn AG in Thüringen, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Sachsen- Anhalt, Hessen und bei Straßenbahnverkehrsbetrieben gehören ebenso zum Tagesgeschäft wie das Aufrüsten von Bahnübergängen auf einheitliche Bahnübergangstechnik. Am Ostkreuz verantwortet NTGBAU Gleisbau, Ober- und Unterbau sowie den Bau der Signaltechnik.

NTG-Bau

Foto: Philipp Görs