S-Bahn Berlin Deutsche Bahn S-Bahn Berlin

Fahrplanauskunft

Routenplaner Berlin & Brandenburg

Einen Tag später Einen Tag früher

Weiter zur vollen Stunde Zurück zur vollen Stunde

Deutschland / EU www.bahn.de

24.2.2011

Wer baut am Ostkreuz?: Deutsche Bahn - DB Netz AG informiert

Teil 3: Unterwegs zwischen Treppenauge und Tunnelmund

Karin Kamitz – Expertin im Kreise der Experten

Der Bauherr ist eine Frau und heißt Karin Kamitz. Sie vertritt die Bauauftraggeber, die DB Netz AG und die DB Station&Service AG, auf der Großbaustelle Ostkreuz.

Regelmäßig ist sie – wie an diesem Donnerstag im Februar – mit einem kleinen Trupp von Experten und den beteiligten Firmen zwischen Kränen, Moniereisen, Tunnelmund und Treppenauge unterwegs, begutachtet den Stand der Arbeiten.

„Sekundäre Bauüberwachung“ ist eine ihrer Aufgaben. Die „primäre“ Bauüberwachung übernehmen Spezialfirmen, die Tag und Nacht jede einzelne Bauphase, jede Schraube, jede Betonmischung auf ihre Qualität hin prüfen.

Karin Kamitz und ihre Kollegen prüfen also die Prüfer? „Ja, genau. Wir kontrollieren stichprobenartig, ob alle Anforderungen der DB AG erfüllt werden, ob alles sach-, termin- und budgetgerecht ausgeführt wird, alle Sicherheitsauflagen eingehalten werden und Ordnung auf der Baustelle herrscht. Es gilt, die komplette Baustelle im Blick zu behalten. Das geschieht in sehr enger Abstimmung mit dem Projektleiter Mario Wand“.

Zum Inspektionsrundgang gehört auch jedes Mal die Kontrolle des Bautagebuchs. Das fasst die Bautagesberichte aller Gewerke zusammen und enthält nicht nur die Antworten auf die Fragen: Was wurde an diesem Tag geschafft? Gab es Besonderheiten? Wie viele Mitarbeiter waren vor Ort? Es verzeichnet sogar: Wie war das Wetter, wie die Windgeschwindigkeit? Alles wichtige Angaben, um Abläufe auch später nachvollziehen zu können.

Seit 1998 trifft Karin Kamitz für die Bahn Entscheidungen, sichert die Finanzierung von Großprojekten, bearbeitet Anträge, kümmert sich um Abläufe – von der Planung bis zur Übergabe. Neben dem Ostkreuz und den damit verbunden Projekten wie dem Bahnhof Warschauer Straße fällt die Ausbaustrecke Berlin – Frankfurt (Oder) in ihr Verantwortungsgebiet. Hinter das Großprojekt Nord-Süd- Verbindung, also die Strecke quer durch Berlin von Gesundbrunnen über Hauptbahnhof bis Südkreuz, konnte sie schon den „erledigt“-Haken machen.

„Alles in allem hatten wir heute wieder einen guten Eindruck“, resümiert die Diplombauingenieurin am Ende des Tages. „Trotz des frühen Wintereinbruchs ist alles im Plan. Ein wichtiges Kriterium ist für uns immer, dass die sehr langfristig geplanten Gleissperrungen auch so für das Bauen genutzt werden können wie vorgesehen. Die Fahrgäste sind von diesen Einschränkungen ja unmittelbar betroffen und müssen sich auf die Ankündigungen wenigstens verlassen können.“

Seit zwölf Jahren Bauherrenvertreterin! Macht der Job noch Spaß? „Sehr viel sogar. Er ist abwechslungsreich, man lernt mit jeder Baustelle neue Aufgaben und Leute kennen, löst Probleme, die anfangs unlösbar erschienen. Und vor allem: Man bewegt etwas, sieht, wie etwas wächst und schließlich fertig wird. Das ist ein tolles Gefühl und macht fast ein bisschen süchtig.“ Vielleicht sollte man bei soviel Begeisterung für den Beruf dann doch endlich den Begriff „Baufrau“ in die deutsche Sprache einführen?

Foto: E. HAHM