S-Bahn Berlin Deutsche Bahn S-Bahn Berlin

Fahrplanauskunft

Routenplaner Berlin & Brandenburg

Einen Tag später Einen Tag früher

Weiter zur vollen Stunde Zurück zur vollen Stunde

Deutschland / EU www.bahn.de

20.9.2011

Vier Jahre lang: Endstation Ostkreuz

Die S 3 Erkner – Spandau wird ab 11. Dezember 2011 für voraussichtlich vier Jahre am Ostkreuz enden. Das ist die Folge der neuen Bauphase, die dann auf der Großbaustelle beginnt. Drei Experten begründen diese Entscheidung.

Künftig alles neu: Ru = Regionalbahnsteig an der Strecke Berlin–Frankfurt (Oder), Gleis 1+2 Rn1 und Rn2 = Regionalbahnsteige Richtung Lichtenberg (Ostbahn), Gleis 7+8 D = S-Bahnen stadteinwärts, Gleis 5+6 E = S-Bahnen stadtauswärts, Gleis 3+4

 


Das ist für die Fahrgäste der S 3, vor allem für die Pendler, eine sehr einschneidende Maßnahme.
Gibt es keine andere Lösung?
Mario Wand,
Projektleiter Ostkreuz

Mario Wand: Leider nein. Die Überprüfung möglicher Alternativen hat diese Lösung als die Günstigste identifiziert. Im Dezember beginnen die Arbeiten auf der Stadtbahnebene, also zwischen Ostbahnhof und dem östlichen Gleisbereich am Ostkreuz und der komplette Umbau des Bahnhofs Warschauer Straße. Das heißt: Baufreiheit wird gebraucht für die Arbeiten zum Neubau der unteren Bahnsteige D und E in Ostkreuz, die sich am Ende in völlig neuer Lage befinden.

Gleise und Unterbau werden komplett neu aufgebaut, zudem entstehen der Regionalbahnsteig für den RE 1 sowie die Gleise und Bahnsteige für die Ostbahn völlig neu. In Richtung Lichtenberg müssen die Brücken über die Karlshorster Straße neugebaut werden. Die Einbindung der Strecke von und nach Erkner muss komplett verändert werden. Da diese komplexen Baumaßnahmen unter Aufrechterhaltung des Betriebs erfolgen müssen, brauchen wir für diese Bauetappe etwa vier Jahre.

Michael Baufeld: Zwei S-Bahn- und zwei Fernbahngleise müssen in Betrieb bleiben, denn sonst ginge ja gar nichts mehr in Ost-West-Richtung. Diese benutzbaren Gleise werden je nach Baufortschritt von Nord nach Süd verschoben. Senat und Fahrgäste wünschen den Verkehr der S 3 über die Stadtbahn, also müssen die Voraussetzungen dafür geschaffen werden.

Jens Hebbe: Allen Beteiligten ist bewusst, dass den täglich 50 000 Fahrgästen der S 3 sehr viel abverlangt wird. Und diese Entscheidung haben wir uns wirklich nicht leicht gemacht. Mehrere Szenarien wurden fahrplantechnisch durchgerechnet und im Computer simuliert, um vielleicht doch eine Variante für eine, wenn auch eingeschränkte, Weiterfahrt der S 3 zu finden.

Doch keines dieser Planspiele führte zu dem angestrebten, für die Fahrgäste berechenbaren (!) Fahrplan. Zudem hätte das Bauen noch länger gedauert und wäre wesentlich teurer geworden. Außerdem hätten zusätzlich Fahrten von und nach Lichtenberg ausfallen müssen. In Abstimmung mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und dem VBB haben wir uns daher für den Inselbetrieb der S 3 entschieden.

 

Wie kommen die Kunden der S 3 nun aber ab Dezember in die Innenstadt und zurück?
Jens Hebbe, Leiter
Betriebsplanung
S-Bahn Berlin

Jens Hebbe: Von und zur S 3 wird am Ostkreuz ein Umstieg erforderlich sein, wobei jener in Richtung Erkner noch vergleichweise günstig ist, denn die Kunden kommen mit der S 5, S 7 oder S 75 auf dem Gleis 4 des Bahnsteigs E Richtung Erkner an und fahren vom anderen Gleis desselben Bahnsteigs weiter. Schwieriger ist der Übergang stadteinwärts.

Hier müssen alle von Gleis 3 über die bauzeitliche Fußgängerbrücke (diese erhält hier noch einen zweiten Treppenzugang) oder den Ringbahnsteig zum Gleis 5 des Bahnsteigs D, um hier mit S 5, S 7 oder S 75 zur Stadtbahn weiterzufahren.

Besonders mobilitätseingeschränkten Reisenden der S 3, aber auch jedem, der zehn Minuten mehr Fahrzeit in Kauf nehmen kann, sei empfohlen, mit S 5, S 7 oder S 75 vom bahnsteiggleichen Gleis 5 eine Station nach Nöldnerplatz zu fahren und hier ebenso bahnsteiggleich umzusteigen. Das erhöht vor allem im Berufsverkehr auch die Wahrscheinlichkeit, mit einem nicht ganz so vollen Zug weiterfahren zu können.

 

Gibt es andere Fahralternativen für S 3-Nutzer?
Michael Baufeld,
Leiter Kommuni-
kation DB-Projekte

Michael Baufeld: Es gibt die Möglichkeit, nach Erkner zu fahren und in den RE 1 zu steigen.
Man kann auch ab Karlshorst mit RE 7 oder RB 14 in die City gelangen. Auch die Variante, ab Karlshorst mit Straßenbahn und U 5 zum Alex zu fahren, sollten S 3-Nutzer einkalkulieren. Im Berufsverkehr dauert das auch nur zehn Minuten länger.

Werden die Bedingungen mit den Baufortschritten für die S 3-Kunden wieder besser oder hält der Zustand wirklich vier Jahre lang an?

Mario Wand: Erst im Dezember 2015 wird die S 3 wieder ungestört in die Innenstadt durchfahren können. Im Juli 2013 soll dann zumindest das Umsteigen am Ostkreuz komfortabler werden. Dann soll der neue Regionalbahnsteig des RE 1 fertiggestellt sein, an dem zunächst die S 3 verkehrt.

Dieser wird über Aufzüge mit dem Ringbahnsteig und von dort mit den von den von den Zügen der S 5, S 7 und S 75 genutzten Bahnsteigen sowie beiden Ausgängen verbunden. Ab diesem Zeitpunkt besteht dann Baufreiheit für den Wiederaufbau der Südkurve sowie den Neubau des Bahnsteigs E. Im Dezember 2014 soll die Südkurve wieder in Betrieb sein, so dass die Fahrgäste aus dem Südosten mit dem Ziel City nicht mehr in Ostkreuz umsteigen müssen.

Jens Hebbe: Wenn im Dezember 2014 die Bahnsteige E und D am Ostkreuz und die Richtungsbahnsteige im Bahnhof Warschauer Straße sowie alle Gleise und die Signal- und Sicherungstechnik fertig sind, wird die S-Bahn in einer neuen Fahrplanstudie prüfen, ob man die S 3 vielleicht wieder zunächst bis Ostbahnhof durchbinden kann. Das Ergebnis der Studie werden wir wieder mit dem Senat und dem VBB diskutieren und dann eine Entscheidung treffen.

 

Auf welche Situation müssen sich die Fahrgäste am S-Bahnhof Warschauer Straße in dieser Zeit einstellen?

Mario Wand: Der Bahnhof wird in der Zeit des verkürzten Fahrbetriebs der S 3 vollständig neugebaut. Von der Warschauer Brücke und von der O2World führen die Wege dann durch einen neugestalteten, barrierefreien Eingangsbereich zu den zwei S-Bahnsteigen. Wie am Ostbahnhof und künftig am Ostkreuz werden alle S-Bahnen stadteinwärts vom nördlichen Bahnsteig (Gleis 3/4) sowie alle S-Bahnen stadtauswärts vom südlichen Bahnsteig (Gleis 1/2) fahren. Erwartet werden nach dem Umbau 85 000 Ein-, Aus- und Umsteiger pro Tag. Vorkehrungen für einen späteren direkten Zugang zur U-Bahn werden getroffen.

Jens Hebbe: Ab Dezember 2011 wird zunächst der nördliche Bahnsteig B neu entstehen und die Züge der S 5, S 7 und S 75 halten am südlichen Bahnsteig stadtein- wie stadtauswärts. Dann folgt der Neubau des südlichen Bahnsteigs A. Die Fahrgäste, die an der Warschauer Straße ein- oder aussteigen, nutzen bis zum Ende der Bauarbeiten weiterhin die Behelfsbrücke und weil es zeitweilig nur einen Bahnsteig gibt, entfällt zumindest die alte Frage: Wo kommt denn nun die nächste S-Bahn stadteinwärts? Na gut, ein Scherz! Aber er macht deutlich, dass hier Umsteigen längst nicht so dramatisch ist wie am Ostkreuz.

So steigen S 3-Fahrgäste ab 11. Dezember um







 

 

Information
Das neue Ostkreuz – Berlins größter Nahverkehrsknoten

OK-Telefon (030) 2971 2973
Infopunkt Ostkreuz: geöffnet jeden Dienstag 14-19 Uhr

Die nächsten Baustellenführungen: 8. und 22. Oktober. Treffpunkt Infobox, Anmeldung erforderlich!

Simulation/Grafik: DB AG