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Wo Brücken und Kreuzungen am Ostkreuz entstehen

Baustellenrundgang mit Wilfried Lorenz – Info-Tag im Container

Blick auf die Südkurve am Ostkreuz, die es später ermöglicht, umsteigefrei von der City zum Flughafen Schönefeld zu fahren.

 

Als König Friedrich Wilhelm IV. 1850 befahl, eine Verbindungsbahn zwischen den Kopfbahnhöfen Berlins auf Staatskosten zu schaffen, war nach einer Rekordzeit von einem Jahr der Bau fertig. Eine Anekdote, die Wilfried Lorenz, Bürgerbetreuer der Deutschen Bahn AG, seinen Gästen gern erzählt. Immer mit dem Zusatz versehen, dass es „so schnell heute nicht mehr geht“. Schließlich wird am Ostkreuz nicht wie damals einfach nur eine Bahn auf die Straße gebaut. Bei laufendem Betrieb und begleitet von einem immensen Planungs- und Logistikaufwand und allerhand Bürokratie, wird hier seit 2006 einer der wichtigsten Umsteigepunkte umgebaut. Lorenz erklärt Interessierten und Anwohnern bei Führungen über die Baustelle, welcher der mehr als 50 Bauzustände geschafft und was als nächstes zu realisieren ist.

Am 9. Mai hatten seine Besucher ihm zufolge besonderes Glück: „Das ist eines der wichtigsten Bauwochenenden!“ Denn zum einen war der zweite Brückeneinschub der Südkurve zu sehen, zum anderen das Anschwenken der Fernbahngleise.

Was konnten die Besucher beobachten?

Der Reihe nach: Im Vorlauf wurde der Brückenkörper für die Südkurve – bestehend aus insgesamt 22 Einzelteilen – am Ostkreuz zusammengeschweißt und konserviert. Der 220 Meter lange und 344 Tonnen schwere Brückenzug wurde mit einer Geschwindigkeit von zehn Metern pro Stunde Millimeter für Millimeter mittels vier Hydrauligaggregaten bis in die Endlage verschoben. Die Südkurve am Ostkreuz verbindet später den Südring und die Stadtbahn miteinander. Das heißt, dass ab Ende 2017 die Fahrgäste wieder mit der S 9 ohne Umsteigen von der Innenstadt nach Schönefeld fahren können. Die Brücken sind noch abzusenken und werden mit einer Betonkonstruktion versehen. 2016 beginnt der Bau der Brücke für das stadteinwärts führende Gleis.

344 Tonnen wiegt ein Brückenzug, ein Teil wiegt mehr als ein S-Bahntriebwagen.

 

Auch am neuen Kreuzungsbauwerk, das zwischen dem Bahnhof Ostkreuz und der Karlshorster Straße entsteht, konnten sich die Besucher vom Baufortschritt überzeugen. Das Bauwerk sorgt künftig für die einfache Orientierung beim Umsteigen. Hielten früher die Züge von und nach Lichtenberg am Bahnsteig „D“ und die Züge von und nach Erkner am Bahnsteig „E“, war das Umsteigen vom Ring zur Stadtbahn ein Ratespiel. Künftig wird es einfach: Am nördlichen Bahnsteig (D) fahren alle Züge stadteinwärts, am südlichen (E) alle Züge stadtauswärts. Ermöglicht wird dies dadurch, dass sich die Züge östlich des Ostkreuzes in die Strecken nach Lichtenberg und Rummelsburg aus- oder auf die Stadtbahn einfädeln – mit Hilfe des Kreuzungsbauwerks. Im Sommer 2016 soll es fertig sein.

Fünf neue Gleise werden verlegt.

Übrigens, zum Fahrplanwechsel im Dezember halten erstmals Regionalzüge am oberen Regionalbahnsteig Ostkreuz, so Lorenz, der seinen Besuchern verdeutlichte, wo zwischen Ostkreuz und Rummelsburg die fünf Gleise – zwei für die S-Bahn, zwei Fernbahngleise und ein Gleis zum Betriebsbahnhof Rummelsburg – neu verlegt werden. Das sind längst nicht alle Aktivitäten auf der Baustelle. Auch auf die Vorsorgemaßnahme für die Verlängerung der Bundesautobahn A 100, die in einem Tunnel unterm Ostkreuz hindurchführen soll, verwies er. Darüber hinaus sind im Rahmen der fünfzig Bauzustände zahlreiche Kabel zu verlegen, Gleisanlagen und Anlagen der Signal-, der Sicherungstechnik und der Telekommunikation immer wieder neu zu gestalten.

 

Fotos (Titelbild): Stjepan Sedlar
Text: Claudia Braun

Information

Weitere Infos

S-Bhf Ostkreuz

Umbau Bahnhof Ostkreuz

Info-Tag:

Jeden Dienstag von 14 bis 19 Uhr im roten Infocontainer
am Bahnhof Ostkreuz mit Wilfried Lorenz

Führung zur Baustelle:

Gelegentlich werden Führungen über
das Gelände angeboten.
Tel.: 030 2971 2973
deutschebahn.com/ostkreuz