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Aussteigen an S-Bahnhof Friedenau


Friedenaus kurzes Leben als Gemeinde
Entdecken Sie wieder einmal ein Berliner Dorf, zum Beispiel Friedenau!



Das ursprüngliche Bahnhofsgebäude dient heute als Veranstaltungssaal.
Das Fachwerkhaus wurde erst vor zwei Jahren saniert..
 

Friedenau besitzt wie so manche Station an der Wannseebahn einen interessanten Bahnhof – das einzig erhalten gebliebene Fachwerkgebäude der Alten Wannseebahn.

Schon 1874, als diese Strecke zwischen Berlin und Potsdam (entlang der Stammbahn) eröffnet wurde, gab es einen Halt. 1889 bis 91 wurde der Bahnhof umgebaut.

Die typische Fachwerkarchitektur im Stil eines Schweizerhäuschens gab es ursprünglich auch auf dem früheren Bahnhof Schöneberg (Kolonnenstraße) und in Zehlendorf. Erhalten blieb es nur in Friedenau.


Seit der originalgetreuen Wiederherstellung im August 2002 wird es als Veranstaltungssaal genutzt, z.B. für Jazzkonzerte. Das S-Bahn-Café von nebenan veranstaltet hier sonntags von 10 bis 15.30 Uhr ein großes Frühstücksbuffet mit Kinderspielecke. Erwachsene bezahlen 7 €, Kinder ab 3 Jahren die Hälfte. Vorbestellungen unter Tel.: 030/852 06 00.



So manch wunderbar restauriertes Bürgerhaus ist heute ein echter Blickfang.
 

Vom Bahnhof sind es gute fünf bis zehn Minuten zu Fuß ins alte Friedenauer Zentrum am Übergang Haupt-/Rheinstraße. Hier erhebt sich das gewaltige frühere Rathaus: Erst 1917 wurde es fertig, doch schon 1920 endete die kurze 49-jährige Geschichte als selbständige Landgemeinde im Kreis Teltow.

Bis 1871 war Friedenau ein zu Wilmersdorf gehörender Gutsbezirk zwischen Steglitz und Schöneberg. Die Gründerzeit hinterließ ihre Spuren. Gab es 1875 erst 1104 Einwohner, war es 1900 bereits die zehnfache Zahl. 1919 schließlich lebten hier - ein Jahr vor der Bildung Groß-Berlins - 43 833 Menschen.



Der seit Anfang des 20. Jahrhunderts sprunghaft ansteigende Mietwohnungsbau führte rasch zur Verstädterung Friedenaus. Doch sind bis heute die Spuren der Landhauskolonie zu finden.

Noch bleibt viel zu tun: Turmsanierung, Verfugen Außenmauerwerk, Restaurieren des Altars und der anderen Kirchenmobiliare, Farbanstrich, Heizungseinbau...
Für Spenden ist man deshalb dankbar.

M.-P. Jachmann


Weitere Links zu diesem Thema
--S-Bahn Ausflugsflyer
 

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