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22.10.2015

Bienenstadt mit eigener S-Bahn

Zugtaufe auf Hohen Neuendorf mit Schnaps und Wasser

S-Bahn-Geschäftsführer Peter Buchner (rechts) überreicht Bürgermeister Klaus-Dieter Hartung eine Modell-S-Bahn zur Erinnerung an die Zugtaufe. Hartung: „Die Hohen Neuendorfer Stadtverordneten hatten vor einem Jahr den Beschluss gefasst, sich als Namenspaten für einen S-Bahn-Zug zu bewerben. Vielen herzlichen Dank, dass dies nun geklappt hat. Der S-Bahn-Anschluss ist für uns eine Lebensader und macht es den Menschen möglich, einen ökologischen Beitrag zu leisten.“

 

Das passiert nicht alle Tage: Triebfahrzeugführer Bernhard Guder, der seit 1983 S-Bahnen steuert, chauffierte am 12. Oktober über 40 Fahrgäste einmal nicht zur nächsten Station, sondern direkt ins Werk Oranienburg. Dort wurden sie mit Musik und von freundlichen Mitarbeitern empfangen. Mit dabei waren auch S-Bahn-Geschäftsführer Peter Buchner, Hohen Neuendorfs Bürgermeister Klaus-Dieter Hartung und einige Stadtverordnete, die allesamt als Taufzeugen fungierten – für eine S-Bahn der Baureihe 481, die nun den Namen Hohen Neuendorf trägt.

Übersichtsseite der Zugtaufen

Zur Taufe hatte Hartung Bürgermeisterschnaps aus Fürstenau und AlemannenWasser aus Müllheimer Tieflage, den beiden Partnerstädten, mitgebracht. Nach dem Taufspruch „Allzeit gute Fahrt in rot-gelb an 750 Volt!“ von Peter Buchner wurde der frisch lackierte Zug damit übergossen.

Mit dem Schriftzug Hohen Neuendorf wirbt der Zug (Zugnr. 481 211) im gesamten Netz für die grüne und sehr gut erreichbare Stadt im Norden. Mit zwei S-Bahn- Anschlüssen durch die Linien S 1 und S 8 sowie zwölf Zugabfahrten pro Stunde nimmt Hohen Neuendorf einen Spitzenplatz unter den Brandenburger Umlandgemeinden ein.

 

Eine Führung hinter die Kulissen war für die Gewinner inklusive

„Ich bin als junge Frau, da hieß ich noch Fandrey, früher selbst Triebfahrzeugführerin gewesen. Deshalb ist es für mich sehr interessant, die modernen S-Bahnen zu sehen.“ Herta Mahlo
„Der Blick hinter die Kulissen gefällt mir. Als Fahrgast sieht man sonst nicht, was alles nötig ist. Was mich schockiert, sind die hohen Kosten, die der Vandalismus verursacht.“ Beate Liebmann
„Wir hatten durch die Verlosung zum ersten Mal die Möglichkeit, in ein Werk der S-Bahn zu schauen. Für uns war alles neu und spannend.“ Vera Schmidt und Helga Gumprich

 

Komplettiert wurde die feierliche Zugtaufe mit Führungen durchs S-Bahn-Werk, wo sich die Gäste, die ihre Teilnahme über Verlosungen zweier Lokalzeitungen gewonnen hatten, über die Arbeit hinter den Kulissen informieren konnten. Exakt um 12.11 Uhr machte sich der Zug namens Hohen Neuendorf, der vor kurzem im großen S-Bahn-Werk in Schöneweide komplett erneuert wurde, auf den Weg von Oranienburg über Hohen Neuendorf nach Wannsee. Mit an Bord war das Maskottchen von Hohen Neuendorf: eine Stoffbiene, die an die Stadt mit 25 000 Einwohnern und 25 Millionen Bienen erinnert.

 

Hinter den Kulissen des Oranienburger Werks

Ca. alle zehn Tage muss jeder Zug gewartet werden. Zunächst wird er sichtgeprüft. Die Mitarbeiter bearbeiten rund 10 Viertelzüge pro Tag.
Nach 40 000 Kilometern Laufzeit findet eine Instandhaltung im Werk statt. Hier wird im Hilfsbetriebecontainer gemessen, ob Licht und Heizung funktionieren.
Nach 20 000 Kilometern müssen die Wellen der ersten und zweiten Achse einer Ultraschallprüfung unterzogen werden. Alle anderen sind nach 60 000 Kilometern an der Reihe.

 

 

Fotos: Stjepan Sedlar
Text: Claudia Braun