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Die Gegenwart - aktuelles Leistungsvermögen


S-Bahn Berlin auf Allzeithoch im Fahrgastmarkt

Zweitbestes Ergebnis der halbjährlichen VBB-Kundenzufriedenheitsbefragungen erreicht - S-Bahn-Chef Buchner plädiert für weiteren Ausbau des S-Bahn-Netzes.

Mit 414 Millionen Fahrgästen im Jahr 2014 hat die S-Bahn Berlin erneut einen Fahrgastrekord seit Gründung der Gesellschaft erzielt und das Vorjahresergebnis von 402 Millionen um rund 3 Prozent übertroffen. Im Jahr 2012 lag das Ergebnis noch bei 395 Millionen. Damit setzte sich der Trend der vergangenen Jahre kontinuierlich fort. Bei der jüngsten Kundenzufriedenheitsbefragung des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg (VBB) erzielte das Unternehmen im November 2014 das zweitbeste Ergebnis seit Erhebungsbeginn 1996. Der ermittelte Fahrgastzufriedenheitswert liegt bei 2,46 (Schulnotensystem von 1 = sehr zufrieden bis 5 = sehr unzufrieden).

Insbesondere in den Bereichen Sauberkeit und Fahrgastinformation konnte die S-Bahn Berlin punkten. Mit einer Reinigungsoffensive und dem breiten Einstieg in die digitalisierte Fahrgastinformation bietet das Unternehmen jetzt den guten Service, den die Kunden erwarten. Bei der Verkehrsleistung, den Fahrgelderlösen und dem Jahresergebnis setzt sich die positive Entwicklung der Vorjahre ebenfalls fort. Die Verkehrsleistung stieg im Jahresvergleich 2013 / 2014 von 4,14 Milliarden auf 4,26 Milliarden Personenkilometer. Die Fahrgelderlöse wuchsen von 374,6 Millionen Euro auf 393,4 Millionen Euro.

Die Zahl der Abonnenten beträgt aktuell 206.000. Das Jahresergebnis des Unternehmens bewegt sich nach 2013 zum zweiten Mal im schwarzen Bereich. Es liegt für 2014 bei 54,2 Millionen Euro (in 2013 bei 43,3 Millionen Euro). Über die fünfzehnjährige Gesamtlaufzeit des Verkehrsvertrages, der im Jahr 2017 endet, wird die S-Bahn Berlin trotz einzelner wirtschaftlich erfolgreicher Jahre ihre Kapitalkosten nicht verdient haben. Die Verluste wurden durch den DB-Konzern ausgeglichen.

Ab Dezember im 20-Minuten-Takt bis Strausberg Nord

Peter Buchner, Vorsitzender der Geschäftsführung der S-Bahn Berlin, sieht gute Chancen dafür, dass sich der Trend fortsetzt: „Das S-Bahn-System ist ein Erfolgsmodell, das wir nun mit dem Anlageneigentümer DB Netz, dem Bund und den Ländern gemeinsam weiter entwickeln und ausbauen müssen. Eingleisige Streckenabschnitte Richtung Potsdam, Tegel und Bernau entsprechen nicht mehr den Erfordernissen der heutigen Zeit. Auf der Ringbahn benötigen wir zumindest einen Bahnhof, auf dem Züge ohne Fahrzeitverlust für die Fahrgäste getauscht werden können.“

Gute Nachrichten gibt es für Fahrgäste der Linie S5: Mit Fahrplanwechsel am 13. Dezember fahren die Züge tagsüber im 20-Minuten-Takt (bisher alle 40 Minuten) bis Strausberg Nord. Ab dem gleichen Zeitpunkt wird nun auch sonn- und feiertags der Zehn-Minuten-Takt der Linie S75 bis Westkreuz angeboten. Damit verkehrt ab Dezember täglich tagsüber durchschnittlich alle drei bis vier Minuten pro Richtung ein rot-gelber Zug auf der Stadtbahn. Zudem wird montags bis freitags der Fünf-Minuten-Takt auf der Ringbahn vormittags bis zirka 10 Uhr und abends bis zirka 20 Uhr ausgedehnt.

20 Jahre S-Bahn Berlin GmbH – Fahrgastzuwachs um rund 70 Prozent

Seit der Gründung der S-Bahn Berlin GmbH im Jahre 1995 stiegen die Fahrgastzahlen von 245 Millionen auf nunmehr 414 Millionen. Das Streckennetz wuchs in dieser Zeit von rund 282 Kilometer auf 332 Kilometer. Mit der Anbindung von Teltow Stadt konnte vor zehn Jahren die vorerst letzte Erweiterung des S-Bahn-Netzes gefeiert werden. Anfänglich schwache Fahrgastzahlen von täglich rund 3.000 stiegen bis heute auf rund 7.000 und haben sich damit mehr als verdoppelt. Die gute Vernetzung mit dem Busverkehr in Teltow, Kleinmachnow, Stahnsdorf (TKS-Netz) seit Ende 2010 stärkte das Potential des südlichen Streckenastes der Linie S25. Seit 2012 ist die neue S-Bahn-Anbindung des Großflughafens BER fertig gestellt

Projekt Betriebsqualität ermittelt chronische Verspätungsursachen

Die S-Bahn Berlin setzt auch im laufenden Jahr auf die weitere Verbesserung der Pünktlichkeit. Mit einer jahresdurchschnittlichen Messung von 93,2 Prozent im Jahr 2014 konnte das Unternehmen weiterhin nicht die verkehrsvertraglich vereinbarte Marke von 96 Prozent erreichen. (Ohne Lokführerstreik läge das Ergebnis bei 94,7 Prozent). Im Jahr 2013 wurden 93,5 Prozent gemessen. 2012 waren es noch 88,6 Prozent. Die Ursachen lagen zum einen in Weichen-, Signal- und Fahrzeugstörungen. Zum anderen führen Eingriffe Dritter in den Bahnbetrieb zu teils gravierenden Behinderungen.

Allein der Vorfall vom 17. März diesen Jahres im Bahnhof Friedrichstraße, bei dem ein Mann das Bahnhofsdach erkletterte, führte bei der S-Bahn zu 118 verspäteten Zügen mit über 2.600 Verspätungsminuten, 139 Teilausfällen und 27 Komplettstreichungen. Für beeinflussbare Verspätungsursachen rief die Geschäftsführung der S-Bahn Berlin bereits im Jahr 2013 die Projektgruppe Betriebsqualität ins Leben, deren Arbeitsergebnisse nun erste Wirkung zeigen. Mit der minutiösen Auswertung von Verspätungen über gesamte Linienverläufe nähert sich das Analyseteam den Ursachen.

Michael Wingerter, Leiter Produktionsplanung und verantwortlich für das Projekt, erklärt: „Die Herausforderung im Projekt ist es, chronische Störfaktoren im hochkomplexen Verästelungsnetz der S-Bahn zu identifizieren und ganz konkret praktikable Lösungen zu erarbeiten. Mit dem Tausch der Reihenfolge von Zugfahrten der Linien S1 und S2 im Nord-Süd-Tunnel seit dem Fahrplanwechsel beispielsweise konnten wir nach ersten Erkenntnissen eine spürbare Stabilisierung auf beiden Strecken erreichen.“

Digitale Fahrgastinformation schafft Transparenz

Mit der umfassenden Digitalisierung ihrer Fahrgastinformation stellt sich die S-Bahn Berlin seit Jahren auf den Wandel im Kommunikationsverhalten ihrer Fahrgäste ein. Annekatrin Westphal, Leiterin Fahrgastmarketing, erläutert: „Das Informationsbedürfnis unserer Kunden hat sich grundlegend verändert. Unsere Fahrgäste erwarten von uns überall und jederzeit die Bereitstellung von Echtzeitinformationen aus dem S-Bahn-Netz. Wir haben deshalb die mobilen Informationswege aufgebaut. Wir setzen auf Transparenz in der Fahrgastinformation. Unsere Kunden sollen alle relevanten Informationen erhalten, ohne erst danach fragen zu müssen.“

Zum breiten digitalen Angebot des Unternehmens gehören neben dem klassischen Internetauftritt die mobile Website, die S-Bahn-App für Apple und Android und der offizielle Twitterkanal des Unternehmens. Seit dem Start des 2012 gestarteten Pilotprojekts stieg die Zahl der Follower um das Vierfache auf nunmehr knapp 44.000. Ergänzend bieten über 500 LCD-Anzeiger und eine vollautomatische Voice-Over-IP-Beschallung auf den S-Bahnhöfen stationär den aktuellen Standard der digitalisierten Fahrgastinformation. Die Kundenzeitung „punkt3“, die S-Bahn-Kundenzentren an zentralen Umsteigepunkten und das rund um die Uhr erreichbare S-Bahn-Kundentelefon bleiben dabei unverzichtbare analoge Bausteine im Dialog mit den Fahrgästen.

Mehr Investitionen für Innovationen und Bestandssicherung

Zur Zukunftssicherung des Unternehmens und der Sicherstellung eines zuverlässigen S-Bahn-Betriebs auch nach dem Auslaufen des jetzt gültigen Verkehrsvertrages im Jahr 2017 erhöhte die S-Bahn Berlin erneut ihre Netto-Investitionsmittel. Nach 7,1 Millionen Euro im Jahr 2012 und 16,4 Millionen Euro in 2013 waren es im vergangenen Jahr 24,3 Millionen Euro. Ein Schwerpunkt des Jahres 2014 war das Werk der schweren Instandhaltung in Schöneweide, um dieses für die anstehende Herausforderung fit zu machen, 150 Viertelzüge der Fahrzeug-Altbaureihen 480 und 485 im Auftrag der Länder Berlin und Brandenburg für einen Weiterbetrieb bis zum Jahr 2023 zu ertüchtigen.

Eine unabhängige Expertengruppe hat ein 50-Maßnahmen-Programm bestätigt, das in fünf Paketen abgearbeitet werden soll. Die Ertüchtigung beginnt noch im laufenden Jahr, damit die Fahrzeuge ab 2017 ohne Unterbrechungen eingesetzt werden können. Bastian Knabe, Geschäftsführer Finanzen der S-Bahn Berlin, will zudem vermehrt Geld in Innovationsprojekte stecken: „Mit unserem neuen Fahrerassistenzsystem FASSI, das im April an den Start geht, unterstützen wir unsere Triebfahrzeugführer beim energieeffizienten Fahren. Mit einer jährlichen Energieeinsparung von bis zu sieben Prozent gehe ich davon aus, dass sich die sieben Millionen Euro teure Technik in spätestens drei Jahren amortisiert hat.“ Für Lokführer bringt FASSI weitere Erleichterungen: Umfangreiche Fahrplanunterlagen, die bisher in Papierform mitgeführt werden mussten, stehen künftig stets aktualisiert in elektronischer Form bereit.

Mittels eines automatischen Abfahrtscountdowns und aktuellen Hinweisen zur Anschlussgewährung trägt das System zur weiteren Verbesserung der Pünktlichkeit bei. FASSI wurde von der konzerneigenen DB Kommunikationstechnik entwickelt und ist bereits seit 2006 in vereinfachter Form bei der DB Erzgebirgsbahn im Einsatz. Ökologisches Bewusstsein und wirtschaftliche Effizienz bestimmen auch das Innovationsprojekt zur Umstellung von Beleuchtungssystemen auf LED-Technologie. So wurden die Werkhallen in Friedrichsfelde und Erkner bereits vollständig auf LEDs umgerüstet, in Schöneweide wurde begonnen. Investitionskosten von 80.000 Euro pro Standort steht eine jeweilige Reduzierung des Jahresenergieverbrauchs von 150.000 auf 55.000 Kilowattstunden gegenüber. Die sukzessive unternehmensweite Anwendung ist vorgesehen.

Attraktive Ausbildungsangebote bei der S-Bahn Berlin

Die S-Bahn Berlin blieb auch im Jahr 2014 als Arbeitgeber und Ausbildungsbetrieb gefragt. Mit 3.303 Mitarbeitern im Jahr 2014 wuchs die Zahl gegenüber dem Vorjahr von 3.270 Mitarbeitern um ein Prozent. Die Zahl der darin enthaltenen Leiharbeitnehmer erhöhte sich von 185 auf 244. Hierbei handelt es sich zum Teil um Fachkräfte, die zeitlich beschränkt für Spezialaufgaben benötigt werden. Mit dem neuen Ausbildungsjahr ab 1. September stellt die S-Bahn Berlin 30 Azubis ein, die sich auf die Berufsfelder Mechatroniker, Elektroniker und Fahrdienstleiter aufteilen. Zwölf junge Menschen haben die Möglichkeit sich den Traum vom Lokführerberuf zu erfüllen. Für die dreijährige kombinierte Ausbildung zum Industrieelektriker / Lokführer werden Bewerbungen noch entgegen genommen.

Gegenwärtig beschäftigt das Unternehmen 75 Auszubildende, darunter 18 Mechatroniker, 17 Elektroniker Betriebstechnik, 33 zukünftige Triebfahrzeugführer und 7 Fahrdienstleiter. In diesem Jahr haben bereit 11 Azubis Industriemechaniker, Mechatroniker und Elektroniker erfolgreich ausgelernt und sind in die Fahrzeuginstandhaltung übernommen worden. Weitere 22 Auszubildende werden bis zum Juni auslernen und ebenfalls übernommen. Zusätzlich bildet die S-Bahn Berlin derzeit noch 31 neue Triebfahrzeugführer und Rangierlokführer aus. 5 weitere Lehrgänge mit zusammen 60 Teilnehmern starten noch dieses Jahr. Insgesamt beschäftigen die Unternehmen der Deutschen Bahn rund 18.600 Mitarbeiter in Berlin und 7.200 Mitarbeiter in Brandenburg. Der Konzern ist jeweils größter Arbeitgeber in beiden Bundesländern.

Leistungsvermögen der Jahre im Überblick

Leistungsvermögen der S-Bahn Berlin - Quartalsbericht 1. Quartal 2016
Leistungsvermögen der S-Bahn Berlin - Quartalsbericht 4. Quartal 2015 Leistungsvermögen der S-Bahn Berlin - Quartalsbericht 3. Quartal 2015 Leistungsvermögen der S-Bahn Berlin - Quartalsbericht 2. Quartal 2015 Leistungsvermögen der S-Bahn Berlin - Quartalsbericht 1. Quartal 2015
Leistungsvermögen der S-Bahn Berlin - Quartalsbericht 4. Quartal 2014 Leistungsvermögen der S-Bahn Berlin - Quartalsbericht 3. Quartal 2014 Leistungsvermögen der S-Bahn Berlin - Quartalsbericht 2. Quartal 2014 Leistungsvermögen der S-Bahn Berlin - Quartalsbericht 1. Quartal 2014
Leistungsvermögen der S-Bahn Berlin - Quartalsbericht 4. Quartal 2013 Leistungsvermögen der S-Bahn Berlin - Quartalsbericht 3. Quartal 2013 Leistungsvermögen der S-Bahn Berlin - Quartalsbericht 2. Quartal 2013 Leistungsvermögen der S-Bahn Berlin - Quartalsbericht 1. Quartal 2013 Leistungsvermögen der S-Bahn Berlin - Quartalsbericht 4. Quartal 2012