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Vom Mauerfall bis zur Gegenwart


Bewegende Tage: der Mauerfall

Die Nacht vom 9. zum 10. November 1989 hat sich im Gedächtnis der Deutschen einen Platz als einer der bewegendsten Momente der jüngeren Vergangenheit gesichert. Die Menschen, vor allem in Berlin und im Umland, strömten zu den unterschiedlichen Übergangsstellen der Grenze. Eine Stadt im euphorischen Ausnahmezustand, das Nahverkehrssystem wurde regelrecht „überrannt“. Die Triebfahrzeugführer meldeten sich freiwillig zu Zusatzdiensten und legten zahllose Überstunden ein. Die Züge fuhren die ganze Nacht durchgehend und erstmals kamen auf der westlichen Stadtbahn seit Langem wieder Vollzüge zum Einsatz.

Die 90er Jahre: Auf- und Ausbau der Berliner S-Bahn

Gemäß dem Einigungsvertrag erfolgte nach der Wiedervereinigung Deutschlands der Beschluss, das Schienennetz der S-Bahn wie es 1961 bestand, wieder herzustellen. Lücken im Netz, vor allem in das Brandenburger Umland, mussten schnell geschlossen werden, um der wachsenden Verkehrsnachfrage gerecht zu werden.


Wiedereröffnung S-Bahn Strecke Potsdam
Berlin 1992 (Foto Werner Reiche)

1992 nahm man gleich drei Strecken wieder in Betrieb: von Wannsee nach Potsdam Stadt, von Frohnau nach Hohen Neuendorf und von Lichtenrade nach Blankenfelde. Ein paar Jahre später konnten die Strecken Schönholz-Tegel-Hennigsdorf und Priesterweg-Lichterfelde-Süd sowie Westkreuz-Pichelsberg-Spandau reaktiviert werden.

Im Juni des Jahres 2002 konnte ein entscheidender Meilenstein erreicht werden: Der letzte Abschnitt der verkehrlich wichtigen Ringbahn wurde fertiggestellt. Mit der Inbetriebnahme der Strecke von Westhafen bis zur Schönhauser Allee konnte die Strecke, erstmals nach knapp 41 Jahren, wieder komplett befahren werden.

 

Die „Gründerzeit“

S-Bahnhof Potsdamer Platz
2010 (Foto Joachim Donath)

Zeitgleich zur Fusion von Deutscher Bundesbahn und Deutscher Reichsbahn zur Deutschen Bahn AG gingen am 1. Januar 1994 die Betriebsrechte für die West-Berliner Strecken der S-Bahn von der BVG an die Deutsche Bahn AG über.
Die S-Bahn Berlin GmbH ist eine 100-prozentige Tochter der DB Regio AG. Diese ist Teil der DB Mobility Logistics AG, in der die Mobilitäts- und Logistikaktivitäten der Deutschen Bahn AG zusammengefasst sind.

Am 1. Januar 1995 wurde die S-Bahn Berlin als GmbH gegründet. Nach der Zuordnung zum Geschäftsfeld DB Stadtverkehr kam die S-Bahn Berlin im März 2010 unter das Dach der DB Regio AG, unter dem alle S-Bahnen des Konzerns zusammen gefasst sind.

 

Investitionen in die Zukunft

S-Bahnhof Friedrichstraße
2010 (Foto Joachim Donath)

Parallel zum Ausbau und zur Sanierung des Netzes wurde der Fuhrpark der S-Bahn Berlin radikal verjüngt. Innerhalb von wenigen Jahren ersetzten neue Modelle die alten Stadtbahnzüge. Innerhalb von nur rund zehn Jahren wurden bis zu 70 Jahre alte S-Bahn-Züge durch 500 neue Viertelzüge der Baureihe 481 ersetzt. Diese machen den Großteil des Fahrzeugparks aus. Betrug das

Durchschnittsalter 1995 noch 43 Jahre, waren es 2006 nur noch 8 Jahre. Die Anschaffung der neuen Züge der Baureihe 481 kostete rund 1,2 Milliarden Euro. Bereits Ende der 1980er Jahre hatten die S-Bahn Betreiber jeweils eigene neue Fahrzeuge entwickelt und produzieren lassen. Im Westteil der Stadt kam die Baureihe 480 zum Einsatz. Im Ostteil wurde die heutige Baureihe 485 beschafft.

 

Die Krise

Herstellerbedingte Fahrzeugmängel und Managementfehler im Unternehmen führten die S-Bahn Berlin im Jahr 2009 in eine Krise. Mehrfach kam es zu erheblichen Leistungseinschränkungen. Mit Unterstützung des Mutterkonzerns Deutsche Bahn wurden alle erforderlichen Maßnahmen in die Wege geleitet, um die entstandenen Probleme Schritt für Schritt in den Griff zu bekommen. Eine neue Geschäftsführung wurde eingesetzt, die mit zusätzlichem Personal und erweiterten Werkstattkapazitäten an der Behebung der Qualitätsmängel zu arbeiten begann. Andere Unternehmensbereiche der Deutschen Bahn unterstützen die S-Bahn mit Personal und Sachleistungen. Ein gemeinsamer Kraftakt, der derzeit noch läuft und der die S-Bahn Berlin wieder auf Kurs bringen wird.


Entschuldigungsleistung an Kunden im Jahr 2009 und 2011

Für die Beeinträchtigungen, die den Fahrgästen entstanden, entschloss sich die S-Bahn Berlin zu einem umfassenden Entschuldigungspaket. Eine Entschuldigungsleistung im Wert von 35 Millionen Euro wurde für das Jahr 2009 angekündigt und umgesetzt. Im Jahr 2010 bot das Unternehmen ein Zusatz-Entschuldigungspaket im Gegenwert von 70 Millionen Euro und im Jahr 2011 ein Entschuldigungs-Paket in Höhe von weiteren 38,5 Millionen Euro an.

Auch wenn insgesamt über 140 Millionen Euro an die Fahrgäste zurückgeben werden wird aus gutem Grund nicht von einer Entschädigungs-, sondern von einer Entschuldigungsregelung gesprochen. Da der Kunden nicht für entgangene Freizeit oder für Zuspätkommen entschädigt werden kann, soll die Entschuldigungsregelung als Geste aufrichtigen Bedauerns verstanden werden.

Um auch in ihrer Mobilität eingeschränkte Fahrgäste an den Entschuldigungsleistungen teilhaben zu lassen, hat die S-Bahn Berlin sich 2010 zur Übernahme der kompletten Sachkostenfinanzierung des VBB Bus&Bahn-Begleitservice für drei Jahre bereit erklärt. 2010 stand diese Dienstleistung kurz vor dem Aus. Durch die Kostenübernahme der S-Bahn Berlin arbeitet der Begleitservice seit November 2010 wieder in vollem Umfang.

Foto 1: Historische Sammlung der Deutschen Bahn AG

 

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