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Aktueller Stand technischer Instandhaltung 2011

 

Die Bremszylinder

Die Aufarbeitung der Bremszylinderproblematik konnte im Januar 2010 weitgehend abgeschlossen werden. Diese wurden entweder aufgearbeitet oder gegen Neuteile ersetzt. Seither werden auch bei dieser Komponente enge Prüf- und Tauschfristen umgesetzt.

 

Der Radsatz

Wegen festgestellter Risse und ungenügender Festigkeit bei Radscheiben und Achswellen müssen Radsätze an allen Baureihen ausgetauscht werden. Beim größten Arbeitspaket – der Baureihe 481 – sind das an den 500 Viertelzügen 4000 Radsätze.

Bei der Baureihe 480 wurden bereits 2009 Radscheiben ausgetauscht. 2010 Jahr müssen wegen neuer Befunde außerplanmäßig ca. 200 Achsen getauscht werden. Die 80 Viertelzüge der Baureihe 485 werden im Laufe des Jahres mit neuen Radsatzwellen ausgestattet.

Das Programm „Großer Radsatztausch“ für alle Züge der Baureihe 481 ist zur Hälfte abgeschlossen. Bereits bis Juli 2011 wurden 2.000 Radsätze gegen neue mit stabileren Wellen und Rädern ausgetauscht. Dadurch verlängern sich die Untersuchungsintervalle, was mehr Fahrzeuge im Fahrplanbetrieb bedeutet. Bis Jahresende wird das Thema Radsatztausch bei der BR 481 abgeschlossen sein.

 

Die Besandungsanlage

Bei der Besandungsanlage der Baureihen 480 und 481 ergeben sich die Problemschwerpunkte der Wintertauglichkeit und der Einschränkung der Fahrzeugverfügbarkeit aufgrund zeitaufwendiger täglicher manueller Kontrollen der Besandungsanlage.

Die tägliche Kontrolle der Besandungsanlagen erfolgt derzeit außerhalb der Werkstätten auf geeigneten Abstellgleisen im S-Bahn-Netz. Die Aufgabe wird schwerpunktmäßig von den eingesetzten Triebfahrzeugführern durchgeführt und dauert bei einem Vollzug (8 Wagen) rund 25 Minuten.

Damit die Kontrolle einfacher verläuft und die Besandungsanlage auch bei Minusgraden funktioniert, ist die Knorr-Bremse GmbH von der Deutschen Bahn AG für die Winterertüchtigung und Wirküberwachung der Besandungsanlagen der S-Bahn Berlin beauftragt worden.

569 Viertelzüge (Vz) werden mit 2.276 modernen Besandungsanlagen nachgerüstet. Dazu werden Heizpatronen eingebaut, die die Feuchtigkeit im Sandkasten verhindern. Und gegen das Einfrieren helfen die neuen Sandrohrheizungen. Des weiteren werden die Züge mit einer Wirküberwachung (automatischen Füllstandssensoren) ausgestattet. Damit ist die Überprüfung der Funktionsfähigkeit jeder Besandungsanlage für den Triebfahrzeugführer direkt im Führerstand möglich.

Weiterhin werden die Vz der BR 481 – das Umbauprogramm läuft bereits – und die Vz der BR 480 mit der eigens entwickelten Füllstandskontrolle ausgerüstet. Für beide Einrichtungen muss jedoch eine Abnahme beim Eisenbahn-Bundesamt (EBA) erwirkt werden, ehe eine ausschließliche Anwendung durch den Triebfahrzeugführer erfolgen kann. Mit dem Umbau wurde im September begonnen, die maximale Wochenleistung soll rund 40 Viertelzüge betragen. Ende 2011 sind dann die meisten Züge der Baureihe 481 mit der elektronischen Füllstandskontrolle nachgerüstet, die den Prüfumfang wesentlich reduzieren wird.

 

Die Fahrmotoren

Eindringender Flugschnee führte im letzten Winter zu Kurzschlüssen und Ausfällen der Fahrmotoren.

Die ursprünglich favorisierten Maßnahmen zur Stabilisierung der Fahrmotoren, wie das Nachtränken und der Einsatz von Filzmatten boten keine dauerhafte Verbesserung.

Um Kurzschlüsse in den flugschneeanfälligen Motoren zu vermeiden, müssen diese stattdessen grundlegend aufgearbeitet und die darin enthaltenen Statoren neu gewickelt werden.

„Von den 3.000 Motoren sind bereits 1.300 behandelt“, sagt Peter Buchner, „um schneller voranzukommen, ist die Aufarbeitung von 20 auf 40 Motoren pro Woche gesteigert worden.“

Aus- und Einbau der Fahrmotoren erfolgt in allen sechs Werken der S-Bahn Berlin. Die Aufarbeitung der Fahrmotoren erfolgt im Werk Schöneweide unter Einbeziehung eines Dienstleisters und in dem Werk der DB-Fahrzeuginstandhaltung in Dessau. Das Austauschprogramm läuft stabil. Trotz der hohen wöchentlichen Austauschzahlen bleibt noch eine Restmenge von 250 Fahrmotoren für das Jahr 2012 übrig, die im 1. Quartal 2012 abgearbeitet wird.

Aktivierung Baureihe 485

Zur Entlastung der eigenen Kapazitäten beauftragte die S-Bahn Berlin die DB Werke Wittenberge und Dessau mit der Durchführung fälliger Revisionsarbeiten an Zügen der Baureihe 485. Zudem fiel der Beschluss, zur Verstärkung des knappen Fahrzeugparks 20 abgestellte Viertelzüge der Baureihe 485 zu reaktivieren. Ein Investitionsvolumen von 16 Millionen Euro fließt in die Wiederbelebung des Fahrzeugtyps und damit in die Steigerung der Verfügbarkeit des Fahrzeugparks.

16 Millionen Euro-Investition in 20 reaktivierte Viertelzüge der BR 485 (15.03.2011)

Das Ziel der S-Bahn Berlin

Nur die offensive und lückenlose Aufklärung der über Jahre hinweg entstandenen Missstände wird es der S-Bahn Berlin ermöglichen, die beschriebenen Mängel zu beheben und gestärkt aus der Krise hervorzugehen. Das Ziel: Das Vertrauen der Berliner, der Fahrgäste und der Mitarbeiter zurück zu gewinnen, um wieder in die Rolle des kompetenten Nahverkehrsdienstleister in der Bundeshauptstadt hineinzuwachsen.

Weiterlesen - Entschuldigungsleistungen 2009-2011