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Rollkuren machen Komponenten stabil

Kleine technische Veränderungen mit großer Wirkung

Feuchtigkeit bei den Fahrmotoren, eingefrorene Besandungsrohre und die aufwendigen Funktionskontrollen der Besandungsanlage haben der S-Bahn Berlin im vergangenen Winter große Probleme bereitet. Doch im nächsten Winter sollen sie möglichst der Vergangenheit angehören. „Rollkur“ ist das Zauberwort.

Elektroschlosser Christian Kensy arbeitet in
Schöneweide an den Fahrmotoren.

Hinter dem Begriff Rollkur verbirgt sich eine Reparatur- oder Ertüchtigungsmethode, die Komponenten stabilisiert. Das kann durch technische Veränderungen oder eine Material-Aufarbeitung erfolgen.

Eine Möglichkeit lautet: Ersatz für eine Komponente zu finden, die eine andere Robustheit besitzt.

„Um die Fahrzeuge robuster zu machen und für den Winter zu wappnen, wurden verschiedene technische Maßnahmen geplant. Einzelne Maßnahmen wurden bereits zum Teil 2010 umgesetzt, umfangreiche Rollkuren haben wir uns noch für 2011 vorgenommen“, erklärt Wolfgang Wüllhorst, Leiter Fahrzeuginstandhaltung.

„Dazu gehört der Umbau der Besandungsanlage mit einer Heizung und automatischen Funktionskontrolle sowie ein umfangreicher Fahrmotorentausch bei der BR 481“, sagt er. „Außerdem beschäftigen wir uns mit dem Türeinstieg, damit im Winter die Türen nicht wieder vereisen. Hier planen wir Änderungen im Türeintrittsbereich und eine Regenrinne.“

Um bestimmte Maßnahmen an mehreren Standorten durchführen zu können, wird eine Hubbockanlage im Werk Friedrichsfelde installiert. Des Weiteren werden andere technische Probleme bearbeitet, die gegenüber den erstgenannten eher als klein eingeordnet werden. Dazu gehört die Ausrüstung und „Scharfschaltung“ von ZAT FM, also die Zugabfertigung durch den Triebfahrzeugführer (Tf) über einen Führerstandsmonitor, die Optimierung der Fahrsperre oder die Umrüstung des Gleitschutzes.

Für die Besandungsanlage sind derzeit zwei Lösungen in der Betriebserprobung: „Die Ausschreibung ist am Markt platziert worden, und die Interessenbekundung der potenziellen Anbieter bereits gelaufen“, erklärt Wüllhorst und fügt hinzu: „Ende Mai lagen die Angebote vor. Derzeit erfolgt die Vergabe, damit wir möglichst noch im August mit der Umsetzung anfangen können.“

Auch bei der Rollkur für die Fahrmotoren der BR 481 geht es voran. Derzeit werden Fahrmotoren mit einem externen Lieferanten in Kooperation mit dem Werk Schöneweide ausgetauscht, bei dem Schöneweide auch Teilleistungen erbringt. „Auch mit dem Werk Dessau arbeiten wir bereits zusammen. Dort geschieht die Komplettaufarbeitung der Fahrmotoren“, erklärt er.

 

Text. Christiane Flechtner
Foto: Christiane Flechtner


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