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Alles schaut auf die Werkstätten

Neue technische Lösungen für den Fahrzeugpark

Das Entwickeln und Umsetzen neuer Lösungen zur Beseitigung der Fahrzeugmängel beschert der S-Bahn Berlin ein gewaltiges Arbeitspensum. Die Kosten aller Maßnahmen liegen im dreistelligen Millionenbereich.

Um alle anfallenden Arbeiten – von Wartung und Überprüfung bis zu Entwicklung und Einbau der neuen konstruktiven Lösungen – zu erledigen, wurden die Kapazitäten in den sechs Werken (Schöneweide, Friedrichsfelde, Grünau, Erkner, Wannsee, Oranienburg) der Fahrzeuginstandhaltung aufgestockt.


Derzeit sind 672 Mitarbeiter in der Fahrzeuginstandhaltung tätig, davon 121 als Leihkräfte. Der Fachkräfte-Markt ist allerdings begrenzt. Die Werke unterstützen sich gegenseitig mit spezialisierten Mitarbeitern.

Radsatztausch für alle Baureihen
Wegen festgestellter Risse und ungenügender Festigkeit bei Radscheiben und Achswellen müssen Radsätze an allen Baureihen ausgetauscht werden.

Beim größten Arbeitspaket – der Baureihe 481 – sind das an den
500 Viertelzügen 4000 Radsätze. Bei der Baureihe 480 wurden bereits im vergangenen Jahr Radscheiben ausgetauscht.

Dieses Jahr müssen wegen neuer Befunde außerplanmäßig ca. 200 Achsen getauscht werden. Die 80 Viertelzüge der Baureihe 485 werden im Laufe des Jahres mit neuen Radsatzwellen ausgestattet.

Neue Lösungen bei der Besandung

Um den Füllstand der Besandungsanlage vom Führerstand aus zu überwachen, wird in den Sandbehälter ein Sensor eingebaut.

Die zeitraubende Sichtkontrolle direkt am Behälter wird dann durch ein Signal im Führerstand ersetzt. Zusätzlich muss eine Funktionskontrolle nachgerüstet werden, damit Untersuchungen außen am Fahrzeug endgültig entfallen können.

Als dritte Neuerung wird eine Beheizung des Sandrohres nachgerüstet, um das Einfrieren beim Eindringen von Feuchtigkeit im Winter zu verhindern.

Ultraschallprüfung erleichtert Fehlersuche

Bei der Baureihe 480 sind zwei Arten von Achswellen verbaut – von der eine Bauart ersetzt werden muss.

Da die Konstruktionsvariante von außen nicht erkennbar ist, müssten alle Achswellen zur Prüfung ausgebaut, zerlegt, untersucht, wieder zusammengesetzt und eingebaut werden, was den betreffenden Zug Tage in der Werkstatt binden würde.

Die von Astrid Wendrich (siehe links), Prüfaufsicht im Werk Grünau, mitentwickelte Ultraschallprüfung erspart bei der Suche den Ausbau und dauert nur 25 Minuten.

Instandhaltung
Hier werden die Wagen routinemäßig gewartet.

Wo neue konstruktive Lösungen noch nicht gefunden sind, können manche Fehlerquellen – wie das Überhitzen der Elektronik im Sommer – nur durch regelmäßiges Wechseln von Lüftungsfiltern abgemildert werden.

Programm für Motorentausch

Eindringender Flugschnee führte im letzten Winter zu Kurzschlüssen und Ausfällen der Fahrmotoren.

Die ursprünglich favorisierten Maßnahmen zur Stabilisierung der Fahrmotoren, wie das Nachtränken und der Einsatz von Filzmatten boten keine dauerhafte Verbesserung.

 

Um Kurzschlüsse in den flugschneeanfälligen Motoren zu vermeiden, müssen diese stattdessen grundlegend aufgearbeitet und die darin enthaltenen Statoren (siehe im Bild gelbes Bauteil der Komponente Fahrzeug) neu gewickelt werden.

„Von den 3.000 Motoren sind bereits 1.300 behandelt“, sagt Peter Buchner, „um schneller voranzukommen, ist die Aufarbeitung von 20 auf 40 Motoren pro Woche gesteigert worden.“

Aus- und Einbau der Fahrmotoren erfolgt in allen sechs Werken der S-Bahn Berlin. Die Aufarbeitung der Fahrmotoren erfolgt im Werk Schöneweide unter Einbeziehung eines Dienstleisters und in dem Werk der DB-Fahrzeuginstandhaltung in Dessau.

Das Austauschprogramm läuft stabil. Trotz der hohen wöchentlichen Austauschzahlen bleibt noch eine Restmenge von 250 Fahrmotoren für das Jahr 2012 übrig, die im 1. Quartal 2012 abgearbeitet wird.

Fotos 1-6: David Ulrich

Fotos 7-8: Tobias Erxleben