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24.01.2013

Werner Gottstein hebt gern ab

Teamleiter und Notfallmanager entdeckt mit 50 Jahren das Fallschirmspringen

Werner Gottstein ist als Teamleiter auf dem S-Bahn-Ring für die Führung, Betreuung und Koordination der örtlichen und mobilen Aufsichten sowie der Stammaufsichten zuständig.

Gemeinsam mit seinen Kollegen ist er dafür verantwortlich, dass die Züge pünktlich und sicher abgefertigt werden sowie in Havariesituationen handlungssicher agiert und reagiert wird.

Zudem ist Werner Gottstein Notfallmanager bei der S-Bahn und wird immer dann gerufen, wenn im Netz ein Problem auftaucht.

Dazu zählen auf die Schienen gefallene Bäume ebenso wie Unfälle.

 

Als Werner Gottstein sich am 29. Mai 2010 von einem Flugzeug aus 4000 Metern Höhe in die Tiefe stürzte, etwas ins Trudeln geriet, aber dennoch wohlbehalten wieder auf der Erde landete, war das die Geburtsstunde seines Hobbys.

„Seit meinem zehnten Lebensjahr rudere und segle ich, aber ich träumte auch davon, in die Luft zu gehen.“ Der Teamleiter und Notfallmanager bekam den lang ersehnten Wunsch zum 50. Geburtstag von seinen Kindern erfüllt. Das Geschenk war ein richtiger Fallschirmsprung.

Nicht etwa einen Tandemsprung, bei dem man einfach „nur in den Seilen“ hängt, weil ein erfahrener Tandempilot einen unter seine Fittiche nimmt. Für Werner Gottstein, der seit 1983 bei der Eisenbahn und seit 1991 bei der S-Bahn Berlin beschäftigt ist, musste es schon das komplette Programm sein – ein Solosprung, begleitet von zwei erfahrenen Trainern.

Vorbereitung ist alles...

Vor dem freien Fall stand ein drei Tage langer Kurs in einer Sprungschule bei Fehrbellin. Von A wie Absprung bis Z wie Zeichensprache – mit der man sich in luftigen Höhen nur noch verständigen kann – erhielt er dabei das theoretische Rüstzeug. „Das Risiko wird minimiert, je öfter man das Prozedere übt und bestimmte Handgriffe immer wieder trainiert.

Was im Unterbewusstsein drin ist, wird in Notsituationen auch ohne nachzudenken abgerufen. Das ist im Berufsleben genau wie beim Fallschirmspringen“, so Gottstein. „Als ich dann angeschnallt im Flugzeug saß, schoss das Adrenalin nur so durch meinen Körper und ich habe mich gefragt, ob das wirklich das Richtige ist“, erinnert er sich.

Mit bis zu 180 Kilometern pro Stunde ab in die Tiefe – was für nicht so Mutige wohl der Albtraum schlechthin ist, glich auch für Werner Gottstein beim ersten Mal zunächst eher einem Kontrollverlust. „Ich habe mich überschlagen, weil ich erst nicht in die stabile Freifallhaltung gekommen bin.“

Einmal ist keinmal

Doch durch das zuvor Gelernte und mit Hilfe der Trainer konnte er sich aus der misslichen Lage befreien. Als sich der Fallschirm über ihm öffnete und er nach rund drei Minuten eine glimpfliche Landung hinlegte, stand für ihn sofort fest:

„Das möchte ich wieder machen!“ Sein Büro auf dem Werksgelände in Schöneweide zieren Bilder seines zweiten Fallschirmsprungs am 18. Juni 2010, den er wohl nie vergessen wird. „Da bin ich gut auf das Luftpolster gekommen“, erklärt er.

Schließlich fallen die Springer nicht einfach ins Bodenlose. Durch Einsatz ihres Körpers können sie ihre Flugbewegungen steuern. „Weniger ist da oft mehr“, sagt Werner Gottstein, der bislang 31 Sprünge absolviert hat und an seiner Lizenz – quasi dem „Führerschein“ für Fallschirmspringer arbeitet. Bis seine „Höhenflüge“ im Frühjahr wieder starten können, trainiert er im Fitnessstudio. „Durch den Sport fühlt man sich wohler, ist belastbarer und ausdauernder“, ist sich Gottstein sicher.

Text: Claudia Braun

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