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11.02.2016

Steven Anders hilft Leben retten

Engagement für mehr Ersthelfer

Einer hilflos und vor Schock erstarrten Familie, die nichts für ihren bewusstlosen Angehörigen tun kann, möchte Steven Anders nie wieder gegenüber stehen. Der 28-jährige Berliner erlebte Situationen wie diese in seinem früheren Beruf als Rettungsassistent.

„Dabei zählt etwa beim sogenannten plötzlichen Herztod, der auch ohne Vorerkrankung völlig unvorhersehbar eintreten kann, jede Minute“, weiß der heutige Triebfahrzeugführer und stellvertretende Teamleiter bei der S-Bahn Berlin. „Durch eine Herz-Lungen-Wiederbelebung erhöhen sich die Überlebenschancen deutlich. Wer weiß, wie das Reanimieren funktioniert, kann Leben retten“, betont Steven Anders, der diesem Anliegen seine Freizeit widmet.

Seit er beruflich aus dem Rettungsdienst ausgeschieden ist, engagiert er sich für den Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) im Regionalverband Berlin-Nordwest. Als stellvertretender Vorsitzender im Regionalvorstand und zuständig für die Aus- und Fortbildung, wirbt er unter anderem für Erste-Hilfe- Kurse und neue, aktive Mitglieder.

Arbeiter-Samariter-Bund sucht Nachwuchs im Sanitätsdienst

„Beides hängt unmittelbar zusammen. Wer in den Sanitätsdienst möchte, wird schrittweise vom Ersthelfer bis zum möglichen Rettungssanitäter ausgebildet, je nach Interesse“, so Anders. Dass auch der ASB mit Nachwuchssorgen zu kämpfen hat, versteht er eigentlich nicht: „Es macht Spaß, anderen zu helfen.

Wer sich im Sanitätsdienst engagiert, steht zum Beispiel bei den Spielen von Hertha BSC und Konzerten im Olympiastadion in der ersten Reihe oder ist bei Sportveranstaltungen und Umzügen wie dem Zug der Liebe hautnah dabei.“ Er selbst hat inzwischen vor allem organisatorische Aufgaben übernommen. „Das passt gut zu meinem Schichtdienst als Triebfahrzeugführer, denn wann ich nach Dienstschluss E-Mails beantworte, ist egal.“

Der Endzwanziger hat sich mit seiner Berufswahl in Kombination mit dem Ehrenamt zwei Kindheitsträume auf einmal erfüllt. „Ich wollte immer anderen Menschen helfen und Eisenbahnen fahren“, sagt er. Nur eins hat er noch nicht geschafft: Seine Mutter von einem Erste-Hilfe-Kurs zu überzeugen. „Sie hat Angst, etwas falsch zu machen, was Quatsch ist, man kann gar nichts falsch machen. Nichts zu machen ist dagegen nie das Richtige.“

 

Steven Anders machte zunächst eine zweijährige Ausbildung zum examinierten Rettungsassistenten und arbeitete für die Berliner Berufsfeuerwehr. Durch den Tipp eines Bekannten bewarb er sich vor sechs Jahren bei der S-Bahn Berlin und wurde zunächst als Aufsicht am Bahnhof Zoologischer Garten eingesetzt.

2011 schulte er innerhalb des Unternehmens auf den Beruf des Triebfahrzeugführers um. Vor einem Jahr wurde er stellvertretender Teamleiter für Triebfahrzeugführer. Ist sein unmittelbarer Vorgesetzter im Urlaub oder krank, kümmert er sich um das Organisatorische und betreut seine Kollegen im Fahrdienst.

Darüber hinaus ist Steven Anders bei der S-Bahn Berlin als Kommunikationsmultiplikator engagiert, um die interne Kommunikation im Unternehmen zu verbessern. Die meiste Zeit jedoch verbringt er im Führerstand eines S-Bahn-Zuges. Besonders gern ist er auf der Linie S 5 zwischen Berlin-Spandau und Strausberg Nord unterwegs.

 

Foto: Stjepan Sedlar
Text: Claudia Braun

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