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17.11.2017

Die Weltreise in mehreren Etappen

Der Projektleiter für Online-Medien erkundet exotische Länder

 

Tom Hartung hat den Cotopaxi, einen der höchsten aktiven Vulkane der Welt, in Ecuador bestiegen. Er reiste mit Overland Truck und Zelt durch Südafrika und Mosambik, bewunderte in den malaysischen Cameron Highlands die wohl größte Blume der Welt und suchte auf Java während des Ramadans vergeblich ein kühles Bier. Was sich liest, als seien es die Überschriften zu den Anekdoten eines Vollzeit-Reisebloggers, sind die Urlaubserinnerungen eines Mitarbeiters der S-Bahn Berlin.

Obwohl Tom Hartung nicht mehr Urlaub als seine Kollegen hat, schöpft er die arbeitsfreien Tage des Jahres voll aus. „Ich nehme mir für meine Fernreisen mindestens drei Wochen am Stück frei“, erklärt er. So füllt sich die Weltkarte, die der 40-Jährige in seinem hobbymäßig betriebenen Reiseblog „Fernweh“ (www.tomhartung.de/fernweh) eingebunden hat, langsam mit roten Pünktchen, die sagen: „Hier war ich“.

 

Die Reiselust liegt bei den Hartungs in der Familie

Schon mit den Eltern und Verwandten ging es viel hinaus in die Natur und auf Reisen. „Wenn wir dann nach einer Wanderung in der Hohen Tatra am Abend erschöpft in die Betten fielen, war der Tag für mich perfekt“, erinnert sich der geborene Dresdener. Nach der politischen Wende stand dem Fernwehgeplagten die Welt offen. Zunächst ging es im Auto in die Toskana nach Italien. „Dort reifte die Erkenntnis, dass man auf eigene Faust viel erleben kann, mehr als bei Pauschalangeboten“, so Hartung. Im September 2005 stand dann mit Amerika die erste große Fernreise an: Wieder mit einem geliehenen Auto ging es durch Kalifornien, Colorado, Utah und Arizona. Reisebegleiter war ein Cousin, mit dem fortan viele weitere Abenteuer folgen sollten: „Bis vorletztes Jahr haben wir einen Großteil der Reisen gemeinsam bestritten, was wunderbar harmoniert hat“, berichtet Tom Hartung.

Von den USA, Argentinien und Brasilien über europäische Destinationen bis nach Nepal, Indien, Thailand, Australien und Neuseeland reicht die Liste der bereisten Länder. Eine besondere Vorliebe hat der Globetrotter nicht nur für Berge und das Wandern, sondern auch für kleinere Städte und Orte: „Da kommt man leichter mit den Einheimischen ins Gespräch und muss sich nicht zwischen unzähligen Attraktionen entscheiden.“ Rund ein halbes Jahr vor Reiseantritt laufen die Planungen an. „Wer mehr Zeit hat, kann es sich leisten, zwei Tage auf den nächsten Bus zu warten. Zwar ist uns das auch schon passiert, aber mit einer guten Recherche kann man sich unnötigen Leerlauf ersparen“, weiß er.

 

Was den Reiz des Reisens ausmacht

Es seien das Unvorhergesehene und die Überraschungen, die den Reiz des Reisens ausmachen. Auch wenn es mal brenzlig wird: „Im malaysischen Dschungel, geführt von zwei einheimischen Guides, sind wir mal einer Speikobra begegnet. Diese Schlangen verspritzen ihr Gift direkt ins Gesicht und möglichst in die Augen, wenn sie sich bedroht fühlen. Das kann zur Erblindung führen. Wir waren ganz fasziniert, weil wir sie nicht als Bedrohung erkannten. Unsere Guides jedoch waren sehr aufgeregt und begannen mit einer Art Tanz, der das Tier dann vertrieb“, so Hartung.

 

Reiselustige Mitstreiter gesucht:

Da auf seiner Weltkarte noch Platz für weitere rote Pünktchen ist, geht es dieses Jahr nach Jordanien, im kommenden in den Iran und in die Mongolei. Tom Hartung tauscht sich gern mit anderen Reisenden aus und sucht für einige Vorhaben noch Mitstreiter. Interessierte melden sich unter WeltweitErleben@gmail.com.

 

Tom Hartung im Beruf:

Tom Hartung begann schon früh, Websites selbst zu programmieren. Folgerichtig arbeitete der studierte Marketing-KommunikationsÖkonom zunächst als Webdesigner und -Entwickler. Zu seinen Auftraggebern zählte auch die S-Bahn Berlin.

2004 wechselte er als Projektleiter für Neue Medien ganz in das Berliner Verkehrsunternehmen und entwickelte die Website für das Online- Abo sowie zahlreiche weitere digitale Angebote, die den Fahrgästen Informationen und Kommunikationsmöglichkeiten zur Verfügung stellen.

Seit sieben Jahren verantwortet er den gesamten Bereich der digitalen Kunden-Kommunikation, bis hin zur App. Er selbst sieht sich als Bindeglied zwischen dem Unternehmen, den Fahrgästen und der immer komplexer werdenden Technik.

 

 

Fotos: Michael Kirchhof/ Björn Göbel
Text: Claudia Braun

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