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17.01.2018

Filmische Liebeserklärung an Berlin

Natascha Küderli beobachtet Bewegungsmuster der Metropole

Es begann 2005 mit einer Bootsfahrt auf der Spree: Die studierte Architektin Natascha Küderli begleitete ihren Vater auf einer Stadtrundfahrt und genoss diese besondere Perspektive. Auffällig und einzigartig erschienen ihr die Brücken als intensive Knotenpunkte, an denen sich alles überlagert: Schiffs-, Straßen-, Schienen- und Luftverkehr. Dieses Erlebnis der ineinander geschachtelten Bewegungen wollte die Wahlmünchnerin unbedingt in ihrer Kunst festhalten. So entstanden zunächst Bildkollagen aus analog geschossenen Fotos von Bewegungsabläufen, die Natascha Küderli in exakter Handarbeit zusammenfügt.

Verkehrswege und –mittel sind die Stars der Dokumentation

Die Faszination für die Bewegung des gleichzeitigen und sich vielfach überlagernden Verkehrs in unterschiedlichen Geschwindigkeiten legte nahe, auch mit bewegten Bildern zu arbeiten. So entstand der Film „Berlin – Layers of movement“, den die Künstlerin, die Regie führte und das Buch dazu schrieb, eine Liebeserklärung an Berlin nennt.

Die 45-minütige Dokumentation zeigt Berlin als eine Stadt in ständiger Veränderung und Bewegung, gleichzeitig sieht der Betrachter die Künstlerin bei ihrer Arbeit auf der Suche nach Motiven, beim Fotografieren und am Schneidetisch. In ihrem filmischen Kunstprojekt, das durch drei Tage und drei Nächte in Berlin führt, entwickelt Natascha Küderli eine klare Struktur für die Berliner Bewegungszyklen: Von Außen geht es nach Innen. Von Nord nach Süd. Von Mitte nach West und Ost. Dann weiter mit dem Boot, der U-Bahn und der Tram, mit dem Auto zum Flughafen, zurück nach Mitte. U- und S-Bahnen, Busse, Schiffe, Züge, Räder, Flugzeuge, Autos und Fußgänger bewegen sich neben-, über-, unter- und miteinander. Sie tun dies im Tunnel, in der Luft, über Gleise, Straßen, Flüsse, Wege und Stege – wie in einem eigens choreographierten Tanz.

Für den Film erhielt die Regisseurin mehrere Preise, unter anderem wurde sie auf dem International Filmmaker Festival Berlin 2016 für die beste Regie in einer Kurzdokumentation ausgezeichnet. Es ist der Puls der Stadt, der den Betrachter bannt. Die Künstlerin komponiert ein Miteinander der Bewegungsebenen. Sie steht damit in der Tradition bedeutender Filmklassiker der Stummfilmzeit, die ebenfalls die Bewegung in den Lebensadern der Stadt in den Mittelpunkt stellen: etwa „Berlin – Sinfonie der Großstadt“ oder „Menschen am Sonntag“. Dieser neueste Beitrag zum Thema zeigt nicht nur den scheinbar immerwährenden Trubel, sondern auch die ruhigen Momente, wie etwa die Menschen auf den Start- und Landebahnen des stillgelegten Flughafens Tempelhof. „Berlin – layers of movement“ vibriert im Rhythmus der Metropole.

 

 

Berlin – Layers of movement (Deutschland 2017)

DVD zum Preis von 9,90 € erhältlich bei good!movies/Gmfilms unter gmfilms.de

Zum Trailer des Films

 

 

Text: punkt3
Foto/Montage (Ausschnitt): Natascha Küderli